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Steter Tropfen: Seit mehr als 30 Jahren (Allgemeines)

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Montag, 18.04.2022, 13:56 (vor 36 Tagen) @ kerstin

.
... dann warste ja so richtig in Schwung, als ich *99 die Diagnose bekam und mich mit Modem und Windows 95 auf den Weg machte. Nach deinen Veröffentlichungen reifte in mir der Entschluss zu "OHNE ALLES" (und das war aus heutiger Sicht genau der richtige Weg)

Mir hast du sehr geholfen mit dem was du geschrieben hast. Ich weiß nicht, ob ich ohne die Lektüre so klar auf meinen Weg gekommen wäre, danke dafür.

... und wenn ich in die aktuellen Leitlinien schau, hat sich doch auch einiges verändert:

Disclaimer: Keine Haftung für Fehler in Leitlinien der DGN e.V.
(du schriebst auch immer "ich kann mich auch irren ;-) )
Sind die Herrgötter in weiß zumindest ein bisschen aus ihrem Himmel herabgestiegen ??

Die „Leitlinien“ sind für Ärzte rechtlich nicht bindend; maßgeblich ist immer die medizinische Beurteilung des einzelnen Untersuchungs- bzw. Behandlungsfalls.
Leitlinien haben daher weder – im Fall von Abweichungen – haftungsbegründende noch – im Fall
ihrer Befolgung – haftungsbefreiende Wirkung.

Ein Cochrane-Review (Rice et al.2001) belegt einen mäßigen Effekt über zwei Jahre Beobachtungsdauer (schubfreie Patienten Plazebo 55 %, Beta-Interferone 69 %, absolute Risikoreduktion 14 %; EDSS-Progression Plazebo 29 %, Beta-Interferone 20 %, absolute Risikoreduktion 9 %)

In einer randomisierten Studie (PROMiSe), welche die Wirksamkeit von Glatirameracetat gegenüber Plazebo bei PPMS untersuchte, konnte kein positiver Effekt auf die Behinderungsprogression nachgewiesen werden

das hätte doch früher keiner so in die Leitlinien geschrieben. Das ist vernichtende Kritik !

"in Cochrane-Review aus dem Jahr 2017 kommt zu dem Schluss, dass Effekte auf die Behinderung unter Hinzuziehung der Follow-up-Studien bis zu zehn Jahre nicht belegt sind "

In zwei Metaanalysen konnte gezeigt werden, dass Immuntherapien bei jüngeren MS-Patienten (< 40 Jahre) stärker wirksam sind als bei Patienten > 40 Jahre und dass der durchschnittliche MS-Patient ab einem Alter von > 53 Jahren kaum noch von einer Immuntherapie profitiert

"Hinsichtlich des Beendens einer Immuntherapie bei älteren Patienten gibt es
Hinweise, dass es nach dem Absetzen nur selten zum erneuten Auftreten von
Schüben kommt"

Zur medikamentösen Therapie werden häufig orale Antispastika (Baclofen, Tizanidin)
eingesetzt, *** obwohl die Datenlage hierzu schlecht ist (Otero-Romero et al. 2016)***

Symptombezogene Therapie
Die symptombezogene Behandlung ist ein wichtiger Bestandteil der Betreuung von
MS-Erkrankten. Hier stehen nicht nur medikamentöse, sondern vor allem auch nicht
medikamentöse Maßnahmen wie z B. Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie,
Psychotherapie, neuropsychologische Therapie und psychosoziale Betreung (einschl.
Selbsthilfe) zur Verfügung, darüber hinaus auch Neuromodulation und
Hilfsmittelversorgung, die multimodale Rehabilitation und die Palliativversorgung.

https://dgn.org/wp-content/uploads/2021/04/030050_LL_Multiple_Sklerose_2021.pdf

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht


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