Verlaufsmodifizierende Therapien bei MS - Übersicht (Therapien)

Boggy, Samstag, 11.02.2023, 20:10 (vor 38 Tagen) @ kirstenna

Die einfachsten Fragen sind oft die entscheidenden.
Ich sehe da eine Frage nicht beantwortet. Eine Spalte fehlt in dieser Aufzeichnung.
Was hat es gebracht?
Für wen.

Ja, wichtige Frage.
Dazu müßtest Du dann in den von mir genannten Artikel gehen, aus dem die Übersicht stammt.

Da findest Du dann Abschnitte wie diesen - ich nehme nur ein Beispiel zur Veranschaulichung heraus:

"In den letzten Jahren haben sich Anti-CD20-Antikörper als weiteres Therapieprinzip der schubförmigen MS etabliert. Ocrelizumab, welches eine Weiterentwicklung des bei MS formal nicht zugelassenen Rituximab darstellt, ist seit 2018 zugelassen, und das subkutan zu applizierende Ofatumumab hat im März 2021 die Zulassung erhalten.

Ocrelizumab wurde zudem als erstes Präparat zum Einsatz bei PPMS zugelassen. In der relativ kleinen, aber gut strukturierten Zulassungsstudie konnte bei Patienten unter 50 Jahren, und mit kurzer Krankheitsdauer, seit Beginn der progredienten MS eine signifikante Verzögerung der Behinderungsprogression, v. a. im 1. Jahr nach Beginn der Therapie erzielt werden. Hieraus resultierte eine theoretische Verschiebung der Rollstuhlpflichtigkeit um bis zu 7 Jahre [16, 124]."

Dann bleibt natürlich ein Problem bei all den Medikamenten - jedenfalls aus meiner Sicht: Wie sehr kann ich den im Text (und in anderen Artikeln) gemachten Aussagen trauen? Was dazu führt, daß ich mir, wenn ich für mich zu einem eingermaßen verläßlichen eigenen Urteil kommen möchte, die einzelnen Studien selbst anschauen müßte, und sie selbst auf Zuverlässigkeit und Aussagekraft hin überprüfen müßte,
was mich natürlich sehr schnell an meine Erkenntnismöglichkeiten und -grenzen führt.

Das ist das altbekannte Grundproblem. Oder?

Und noch was: es ist ein hochkomplexes, hochkompliziertes Feld. Das macht eine Entscheidungsfindung auf Seiten eines Patienten sehr schwer - jedenfalls nach meiner Ansicht. Ich bin froh, daß ich nicht Neudiagnostizierter bin, und mich nicht mehr entscheiden muß.

Der Artikel weist auch auf Gefahren hin; dazu noch ein Beispiel:

"Eine Reihe von Studien hat sich in den vergangenen Jahren mit dem Risiko für Infektionen und immunologische Nebenwirkungen von DMTs [verlaufsmodifizierende Therapien] auseinandergesetzt (z. B. [72]). Aufgrund der Tatsache, dass insbesondere Sicherheitsbedenken immunologischer Art die breite Anwendung hochwirksamer Therapien limitieren, ist ein wesentliches Ziel des Monitorings von DMTs die Vermeidung sowie die Früherkennung und das Management von Nebenwirkungen, hier insbesondere von Infektionen (z. B. [63]). Besonders prominent ist das Risiko einer PML durch HPyV‑2 (JCV) im Zusammenhang mit DMTs [8, 65, 105]."

Gruß
Boggy

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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

Tags:
MS-Medikamente, MS-Therapien


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