Wer irrt hier wo (Allgemeines)

jerry, (vor 2424 Tagen) @ Marc


Ich werde mir nicht anmaßen, dem Author des Artikels irgendwas in den Mund zu legen da ich noch nie mit ihm gesprochen habe. Dennoch bin ich recht zuversichtlich, dass er beim Begriff „Frühtherapie“ eigentlich nicht eine „Therapie unmittelbar nach Diagnosestellung“ gemeint hat, da aus demText eigentlich klar genug hervorgeht, wie die die Studiengruppe zusammengesetzt wurde und NIRGENDS etwas von Diagnose erwähnt wird.


Hallo Marc,

klingt nach von Dir durchlaufener rhetorischer Schulung für Manager / Politiker (die von mir fett hervorgehobene Redewendung(en)) ... ;-) , sorry

Zur Sache:

Das hier ist z.B. das, was im DocBlog draus wird.

Angesicht der deutlichen pathologischen Veränderungen und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Hirnfunktion, die bereits in den ersten Jahren nach der Diagnosestellung vorhanden sind, vertritt derzeit eine größer werdende Fraktion von MS-Spezialisten die Auffassung, dass man eine MS von Beginn an mit möglichst wirksamen Medikamenten/Therapiestrategien behandeln sollte. (Zitatende, Hervorhebungen von mir)

Prof. Mäurers Ansichten zum 'frühen Therapiebeginn' und den 'ersten kriegsentscheidenden fünf Jahren' konkretisiert er hier (S.192 der zusammenfassenden Dokumentation des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie):

Was in den ersten fünf Jahren bei MS passiert, ist wahrscheinlich kriegsentscheidend; das wissen wir alle. Wenn Sie die Patienten da gehen lassen und nicht anständig therapieren, werden die nach 20 Jahren mit kognitiven Defiziten und Berufs-unfähigkeit enden. Das heißt, für mich ist jede MS aktiv, die ich nicht mit einer Therapie kontrolliere.

Deutlich, findest Du nicht? Und 'kontrollieren' ist ein dehnbarer Begriff, by the way... :-D

Wenn man auch nur irgendetwas zu dieser Krankheit verlässlich sagen kann, ist dass sie komplett individuell verläuft. Woher soll jemand dann pauschal bestimmen können, was nun im Augenblick der Diagnose eines bestimmten Patienten zu tun wäre?

Spezialisten wie Prof. Mäurer können dies, scheint's... ;-)


Es bestehen Studien, die besagen, dass Patienten im Schnitt erst im 10 Jahr nach Ausbruch der Krankheit eine endgültige Diagnosestellung haben.

War früher durch die Bank so, läuft im Zeitalter der MRT zumeist sehr anders.


Sollen wir nun jemande(n) der/die vielleicht im ersten Jahr nach Ausbruch die Diagnose erhalten hat gleichsetzen mit anderen, die stattdessen bereits vielleicht im Jahr 20 sind?

Natürlich nicht, aber ... siehe oben.

In Juttas und Christianes von Naseweis verlinktem Artikel finde ich nix von dem von Dir kritisierten 'irreführend', das entstammt wohl eher einem etwas reißerisch klingenden Aufreißer als Hinweis auf den Artikel.

Als Mensch und MS-Patient seh ich's ihr nach, angesichts all dessen. Und bin dankbar für ihre Äußerungen, ihre Statistik- und Literaturkenntnisse flowers


Gruß, jerry

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