@Kabar (Allgemeines)
Wie soll ich erklären, dass zuerst ein Starrahmenrollstuhl mit Mobilitätskurs und dann zwei Jahre Armschmerzen bis man schließlich auf dem Hinterrad in unendlicher Freiheit, den Rolli als Einheit mit dem Körper fühlend, fast alles überwinden kann.
Dein Weg ist beschwerlicher, aber damit kommt man erheblich weiter. Dieses Klappergestell, das Wort Rollstuhl hat er in meinem Universum nicht verdient, scheitert bereits an einem Bordstein der nicht abgesenkt ist bzw. wenn die Absenkung nicht tief genug ist.
In NRW, das notorisch pleite ist und in dem sämtliche Infrastruktur in einen völlig desolaten Zustand ist, käme ich schon kaum aus meiner Straße ohne diese Fähigkeiten. Leider hat man den abgesenkten Bordstein hier einfach vergessen.
Bekanntlich bin ich Rollstuhlkamikaze Fahrerin und habe Spaß daran keinen abgesenkten Bordstein zu benötigen oder Busse ohne Rampe zu nutzen. Ich finde es sehr schade, dass kaum eine Klink oder Rehaklinik einem das Fahren wirklich beibringt.
Da hat man nach einem Unfall und anschließender Querschnittslähmung erhebliche Vorteile. In deren Zentren bleibt man 9 - 12 Monate und durchlebt diverse Stadien der Rollstuhlnutzung. Noch krasser hat es eine Bekannte in den Niederlande erlebt, deren Abschlussprüfung bestand darin mit ihrem relativ hohen Querschnitt (C4 da spürt Frau den unteren Rand vom BH nicht mehr) oben im Treppenhaus anzufangen und die fünf Stockwerke bis zum Ausgang zu überwinden - das traue ich mich nicht, denn für so viele Stufen ist mein Gleichgewicht einfach zu schlecht.