Schmerz kennen und das lebendige Leben finden (Therapien)

Boggy, (vor 3043 Tagen) @ motorschiffbesitzer

Trotz meiner Mobilität im E-Rolli, auf die ich stolz bin, sind Smalltalk, Schwimmen, Touren allgemein für mich msbedingt anstrengend und manchmal artet das in einen Kampf aus und macht mich traurig.

Von daher finde ich eine "Ein-Indianer-kennt-kein-Schmerz-Mentalität" wie ich es hier gerade empfinde - egal, was für Impulse dazu geführt haben - für "schwierig".

Hallo msb,
ich bin da bei Dir: es macht keinen Sinn zu leugnen, wie schwer und schmerzhaft das Leben mit MS manchmal, oft, sein kann, und daß das traurig ist und macht. MSler kennen Schmerz und Leid.
Gleichzeitig ist es für mich lebenswichtig, jede Nische, jede Lücke zu suchen und (hoffentlich) zu finden, in der ich
- und sei es auch nur für einen Moment lang (aber hoffentlich von Zeit zu Zeit auch mehr) -
lebendiges Leben erleben kann,
wo ich mich lebendig fühle, innerlich frei, und ohne Druck und Bedrohungen durch meinen Alltag mit MS.

In meinem Leben gibt es diese Momente, Minuten, manchmal Stunden, noch, dafür bin ich dankbar; und einen KLEINEN Teil kann ich selbst dazu beitragen, mir diese Lücken und Nischen zu erschaffen (was zugegebenermaßen auch nicht immer einfach ist; bei mir ist das u.a. Teil meiner Meditationspraxis; aber es geht auch mit Musik, oder Film, oder Gespräch etc.).

Solange ich dies erleben kann, mancht es Sinn, einfach weiterzugehen. Und jedesmal, wenn ich diese Momente der inneren Freiheit und des Erfülltsein von Lebendigkeit erleben kann, sage ich mir: gut, daß du noch weitergegangen bist, auch durch das Dunkel, denn sonst hättest Du DIESEN Moment nicht erlebt; und für den allein schon, hat es sich gelohnt.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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