Leichenschmaus - Tut dies zu meinem Gedächtnis - (Straßencafé)
Jetzt ist bei mir wieder ein bisschen ruhigre, jetzt muss ich doch auch noch was zum Thema schreiben.
Alle Leichenschmäuse oder Abschiedsfeiern, an denen ich dabei war, liefen schon (wie auch Agno oben geschrieben hat) unter dem Motto: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!"
Mit Geschichten und Episoden aus dem Leben der Verstorbenen lebt er/sie in der Erinnerung weiter. (und nicht nur wir Moritz andeutete, mit seiner Krankheit!).
Die Enkel erzählten z.B. vom Fussball spielen mit dem Opa, und wie der mangels Training dabei die Fensterscheibe vom Badezimmer zerlegte.
Der älteste Sohn erinnerte daran, wei er das Fahrradfahren lernte und die Arme vom Opa immer lääääänger wurden . . .
Geschichten von Familienurlauben
von Diaabenden mit BIldern und Berichten von den Reisen
ich wusste letzthin, wie berührend es war, dass die Mutter eines Freundes am Sterbebett in der Klinik nachfragte, wie es mir denn ginge, "du bist doch so schwer krank!"
Bei der Beerdigung des alten Nachbarn, erzählte ein Bub, wie cool der war, der hatte ihn (den Bub) auf seinen Rollator gesetzt und durch die Siedlung geschoben . . .
und, und, und die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden !
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Berthold Brecht hat da vollkommen recht, wenn er sagt:
"Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt"
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Und wir haben es sehr trostreich erlebt, wenn wir nach der Zeit des Abschieds am Grab dann nicht alleine mit dem Abschied sind,
- wenn im Gegensatz dazu Freunde und Familie und Bekannte und Verwandte und Nachbarn, die den Verstorbenen geschätzt haben, da sind. Das Leben geht weiter und die nehmen uns alle von Tod und Trauer wieder mit ins Leben hinaus, das Leben geht weiter.
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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)
Sisyphos hatte es auch nicht leicht