Leben und sterben@moritz (Straßencafé)

kerstin, (vor 3328 Tagen) @ moritz

Moin Moritz,
deine Aussage:

"ich finde, dass man angehörige nicht grenzenlos belasten darf. gerade frauen sind besonders gefährdet, sich übermässig zu belasten, mit der pflege beispielsweise."

möchte ich relativieren.

Prinzipiell stimmt das, und trotzdem entscheiden diese Frauen selber, was sie sich zumuten möchten . Ich habe übrigens auch Männer erlebt, die sich in dieser Pflegesituation überfordert haben. Gut ist es natürlich, wenn es hier Unterstützung gibt, was nicht immer klappt. Aber niemand dieser Menschen hätte sich einen Suizid der Liebsten vorstellen können. Jede Zeit, die noch gemeinsam verbracht werden konnte, wurde als kostbar empfunden, auch wenn dies Außenstehende sich schwer vorstellen können.

Für mich ist es wichtig, dass Schmerzen behandelt werden, auch wenn dies Lebensverkürzung beinhaltet. Auch Maßnahmen der Lebensverlängerung, wenn ich mich im Sterbeprozess befinde (zu. B. Magensonde) lehne ich ab.Und ich möchte keine unsinnigen medizinischen Eingriffe, wie sie manchmal in Krankenhäusern praktiziert werden, obwohl der Tod auf der Schwelle steht. (Z.B. noch ne Chemotherapie, statt im Hospiz die letzten Tage in Ruhe zu verbringen.)
Aber im Sterben ist es wie im Leben, es müssen immer wieder Entscheidungen getroffen werden und ohne Menschen, die uns wirklich nah sind, geht gar nix.


jetzt wird es besser sein, mich hier nicht so bald wieder zu äussern. ich mag klare worte, auch wenn sie mich verhasst machen.

Es geht hier doch nicht um Hass, wenn verschiedene Meinungen geäußert werden, ich jedenfalls lese deine Einträge gern.

Liebe Grüße flowers
Kerstin

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