Wenn man ein MS-Forum aufgibt, ... (Allgemeines)
[...] Aber das ist nicht die Wirklichkeit. In Wirklichkeit bekommt man die Panik, wenn man morgens mit einem tauben Bein aufwacht.
Nein, ich habe nie Panik bekommen, wenn ich morgens mit taubem Bein aufgewacht bin. Oder vor ein paar Tagen erst, da waren meine Fingerspitzen - alle zehn - glühend heiß, und es hat gestochen wie mit tausend Nadeln. Stundenlang. Ich hatte das Symptom zum ersten Mal. Ja, das ist dann eben so, und ganz gewiss weder eine Katastrophe noch ein Grund zur Panik.
Ich habe einfach abgewartet und den Tag so verbracht, wie ich es mir vorgenommen hatte. Siehe da, es war nur vorübergehend.
[...] Jeder vernünftige Mensch wird in der Praxis seines Arztes anrufen und erwarten, dass er sofort einen Termin bekommt. Dass die Arzthelferin bedauernd sagt, der Doktor sei heite und in den nächsten Tagen absolut ausgebucht, interessiert niemanden. Bei Ihnen brennt die rote Alarmlampe, und sie wollen sofort mit jemandem darüber sprechen, der Ahnung hat.
Ich rufe dann und nur dann beim Neuro an, wenn ich der Meinung bin, dass ich einen behandlungsbedürftigen Schub habe. Denn ich weiß, wenn ich anrufe und beim Empfang das Wort "Schubsymptome" erwähne, bekomme ich sofort einen Termin, meist noch am selben Tag (ich bin gesetzlich versichert).
Und wenn ich dann beim Neuro bin, wird er - nach meiner Erfahrung - auf jeden Fall eine Overkill-Dosis Kortison verschreiben wollen. Nur warum sollte ich die Mühe des Anrufs, der Hin- und Rückfahrt auf mich nehmen, wenn ich der Meinung bin, dass entweder gar kein Schub vorliegt (sondern nur eine Tagesschwankung) oder aber, dass der Schub so schwach ist, dass er nicht behandelt werden muss?
Also erspare ich mir viel Mühe, wenn ich vorher eigenständig entscheide, ob ich die Symptome mit Kortison behandelt haben will oder nicht. Wenn ja, rufe ich beim Neuro an, und die Prozedur geht ihren Gang. Wenn nein, bleibe ich zu Hause und verbringe ein paar ruhige Tage.
Einfach deshalb, weil ein Patient eine fachkundige Beruhigung braucht.
Mag sein, dass es Panik-Patienten gibt, die beruhigende Gespräche brauchen, aber ob das Setting beim Neuro dazu geeignet ist?
Und dass ausrechnet ein Neuro nun eine Fachkraft für Beruhigungsgespräche bei dazwischengeschobenen GKV-Notfall-Patienten sein soll, das wage ich auch zu bezweifeln.
Wäre ein Pastor nicht sowieso viel angemessener?