Der Therapie-Irrsinn (Therapien)

Boggy, (vor 2498 Tagen) @ Marc

Hi Marc!

Dann versuch doch auch die komplette Argumentationskette der von dir zitierten Seite wiederzugeben und nicht den einen Schlussfolgerungssatz zu isolieren und ad Absurdum führen..

Auch im Zusammenhang ändert sich nichts für mich.

Die speziellen Gründe werden in den verlinkten Studien aufgeführt. Grundsätzlich wird darin ein Zusammenhang plausibel hergestellt ohne jedoch eine wissenschaftliche Evidenz zu liefern.

Nun ja,. das ist doch genau der Punkt. Es wird nur irgendein Zusammenhang hergestellt.

1.) einer Populationsstudie mit 135.000 Teilnehmern die einen Zusammenhang zwischen Milch und verschiedenen Neurodegenerativen Krankheiten herstellt sowie

Nein, da ist nur von "Parkinson’s Disease" die Rede.

Ich nehme eine andere Jelinek-Seiten-Studie:
Correlation between milk and dairy product consumption and multiple sclerosis prevalence: a worldwide study.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1291895

"Wir haben den Zusammenhang zwischen MS-Krankheitshäufigkeit und Konsum von Milchprodukten in 27 Ländern und 29 Bevölkerungsgruppen auf der ganzen Welt untersucht. (...) Es wurde eine gute Korrelation zwischen flüssiger Kuhmilch und MS-Krankheitshäufigkeit(rho = 0,836) gefunden."
Nur eine "Korrelation". = eine statistische Beziehung.

Und hier für Bluna!:
"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass flüssige Kuhmilch Faktoren enthalten könnte, die das klinische Erscheinungsbild der MS beeinflussen, die aber in der verarbeiteten Milch nicht mehr vorhanden sind."
("These results suggest that liquid cow milk could contain factor(s) - no longer present in the processed milk - influencing the clinical appearance of MS.")

Eine Folgestudie (auch von Jelineks Seite) ist diese:
"Correlation analysis between bovine populations, other farm animals, house pets, and multiple sclerosis prevalence."

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8327019

Dort heißt es nun einschränkend zur ersten Studie:
"Die Interpretation dieses starken Zusammenhangs zwischen MS und Milchkonsum ist noch unklar: Frischmilch könnte als Kofaktor betrachtet werden, aber es könnte auch eine viel stärkere Assoziation von MS mit einem anderen nicht untersuchten Faktors widerspiegeln, der gut mit dem Milchkonsum korreliert."

Das muß reichen. Mehr mache ich zu diesem Thema nicht. :-)
Wer sich noch in eine der Mäuse-Studien reinarbeiten möchte, kann das hier tun:
"T cells of multiple sclerosis patients target a common environmental peptide that causes encephalitis in mice."
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11254737

Ich glaube, ich kann mit gutem Gewissen bei meiner Aussage bleiben:
Empfehlungen/Programme für MS-Patienten, nur auf der Grundlage eher vager Studienergebnisse mit vielen "vielleichts", "könnte", "eventuell", "läßt vermuten" etc. - führen in mehr und mehr Verunsicherung.
Sie sind nicht hilfreich für MS-Patienten, eher das Gegenteil.

Gruß
Boggy
:wink:

(Das habe ich übrigens nicht unterstellt, wie Du schreibst:
Marc: "Aber nur nicht unterstellen, die anderen wüssten nicht, warum die Empfehlung entstanden ist."

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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