Jerry, ja, was macht der eigentlich (Allgemeines)
Wenn ich das jetzt zusammenfassen sollte, ein Fazit ziehen, dann würd ich schreiben:
"Ich lebe und hab Lust am Leben und wenns mich mal wo zwickt, dann gehts mir (fast) am 'Gesäß' vorbei." (Zusammenfassung von Jerrys Post)
Jo, das ist gut!
Wenn die sogenannten Profis uns ihr ewiges Mantra vorbeten
- "Nix gnaus woas mer ned"
- "schau mer moi, na seng mers scho"
- "MS ist sehr gut zu behandeln (beim Patienten bleiben nur ein bisschen Nebenwirkungen!)
dann ist doch leben damit das Einzigste, was bleibt.
Klar, für/gegen die Symptomatik tut mer was, kann mer versuchen was zu tun, aber kausal geht halt nix.
PS: Faxe hat das im Docblog ganz gut kommentiert, das mit den Nebenwirkungen:
"Mäurer:
„… Notwendigkeit von vorbeugenden Maßnahmen (Einnahme von Paracetamol/Ibuprofen) nach sich ziehen. Letztlich ist diese Reaktion auf das Arzneimittel aber völlig ungefährlich …“
Faxe:
Schon recht, MS gestoppt aber Leber oder Nieren getötet, damit ist der Neurologe zumindest erfolgreich."
Das ist kurz und knapp,
dem ist nichts hinzuzufügen (imho)
Hallo Lore,
ich mache gar nix gegen meine MS. Ich hab mit ihr zu leben, so wie wir alle… bin ein Genussmensch und hab viel Spaß am Leben.
Keine bestimmte Diät – hab ein paar Sachen ausprobiert, die schwierig wurden durchzuhalten, fühlte mich elend und gab das wieder auf.
Viel frischen Salat (weil ichs mag), neuerdings Smoothies als Topping fürs morgendliche Müsli. Morgens Kaffee, zwischendrin Espresso, abends gern Glas Wein.Krankengymnastik hab ich immer gemacht. Schwimmen draußen und viel Biken im Sommer… genieße dabei die Geschwindigkeit, das Powern, und fühl mich dann gesund.
Mein Draußenschwimmen wird im Winter zum Eisbaden… bin überzeugt, dass mir das gesundheitlich gut tut. Statt Bungee-Springen…! Hat was von Nervenkitzel und Grenzerfahrung – wunderbar, meinen Körper zu spüren wenn ich raussteige und für ein paar Momente mich ganz warm fühle von innen, und mir kein Wind, Schnee oder Regen ‚was anhaben‘ kann.
Im Winter Warmstrampeln und –kurbeln mit dem Motomed statt Biken.
Ich liebe Musik! Hab gern Klavier gespielt, immer weniger Klassik (dafür hatten meine Finger schon in den Neunzigern zu viel ‚Eigenleben‘, waren nicht exakt genug…).
Noch im Jahr 2000 hab ich mich anlässlich eines Aufenthaltes in der Marianne-Strauss-Klinik abends gern mit Mitpatienten verabredet für Klavierabende in einem Raum mit einem etwas ausgeleierten Blüthner-Flügel, den Alleinunterhalter gemacht und gespielt, was mir in den Sinn kam… Dass für sowas die Finger, Hände und mein Rücken nicht mehr ‚wollen‘, ist eine der traurigsten Erfahrungen mit der MS.
Ich glaube, dass ich der geborene Anpasser bin, nicht kämpfe, sondern zurechtkomme… und dabei so viel Spaß habe und genieße wie geht.
Bin dankbar für die guten Zeiten mit meinen Kindern und der Familie, für die lange Zeit der Tätigkeit in meinem Traumberuf. Das bedeutete nicht nur Ablenkung von der MS und Sinnhaftigkeit meines Lebens, sondern wunderbare Erfahrungen, Glück, Genuss.
Mir hilft es sehr, mich in so vielen Momenten sehr lebendig zu fühlen und gesund!
Ich merke schon, dass ich auf eine solche Frage wie Deine ‚nicht viel anzubieten‘ habe…
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jerryP.S.: Medikamente... in den ersten Jahren Korti im Schub, oral und niedrigdosiert. Später Imurek als Dauertherapie abgelehnt, wollte lieber 'Kinder kriegen'. Am Starnberger See (MS-Klinik) Betainterferon abgelehnt. Insofern keine Medis seit 1985.
Hippotherapie... fällt leider derzeit flach, weil Michel (das Pferd) auf seine alten Tage neurotisch wurde und von seiner Herrin in Frührente geschickt wurde... das Ersatzpferd ist noch nicht so weit...
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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)
Sisyphos hatte es auch nicht leicht