Glück! (Allgemeines)
Na ja, so ne leichte Form von MS könnte ich mir bei Sysiphos´ glücklichem Job durchaus vorstellen....: Wahrscheinlich hat er ganz bescheiden kein Aufhebens davon gemacht ( weil er ja noch den Stein aufheben wollte), oder niemand hat ihn lumbal punktiert und ins MRT geschoben...
Wenn Sysi noch nen dementen Vater nebenherlaufen gehabt hätte und eine Dreijährige zu versorgen hätte, die immer Gefahr liefe unter den Stein zu geraten..., dann wäre sein ausbalanciertes Gleichgewicht wahrscheinlich schon bald im Eimer...
Zoe
Sysi ist nicht ausbalanciert, im Gleichgewicht oder cool. (Das totale Gegenteil vom ausgeglichenen, stressfreien Weiheschen Ideal - und angeblich doch der Klügste und Weiseste unter den Sterblichen) Er schuftet, und rackert, schwitzt, hofft und bangt, flucht, blutet, hat Schwielen an den Händen, sein Rücken schmerzt..., und dann all die Verzweiflung - fast war es geschafft - und dann kam der Stein ins Rollen, und nun ist er wieder im Tal.
Sysi ist zutiefst verzweifelt, unglücklich, am Boden zerstört - geht es noch schlimmer?
Und DANN dieser Moment, diese Götterverachtung, der Entschluss, ich mache weiter, diesmal schaffe ich es!
Nur dieser eine Moment, dieser Augenblick, wo Sysi sich auflehnt, den Kampf aufnimmt - das meint Camus wohl mit "Glück". Die Treue zu sich selbst, die Verachtung der Schickssalsschläge, er ignoriert die Götter, er fragt eben nicht nach dem Warum, er macht weiter und weiter, ganz egal - wie dement der Vater, wie dreijährig die Tochter, wie lästig diese MS. Sysi macht weiter, er macht sich keine sinnlosen Gedanken über das warum und woher, er opfert diesen Göttern damit nicht, er kämpft für das Seine, seinen Vater, seine Tochter, seinen Stein - und auch wenn er den Gipfel, all seine Ziele nie erreichen wird, er kämpft dafür, er leugnet die Götter und wälzt den Stein. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen.
Ich finde das so schön erzählt 
Zoe