Kann einen eine MS, die symptomlos ist, depressiv machen? (Allgemeines)

W.W., (vor 3515 Tagen) @ W.W.

Um mich zu präzisieren:

1. kann man eine sichere MS haben, nachdem man z.B. eine Sehnerventzündung erlitten hat + Oligoklonale + mehrere Herde im MRT. Das kann alles 10 Jahre her sein, aber man hat keine weiteren Schübe gehabt. Das würde ich als eine 'symptomlose MS' bezeichnen.

2. Man könnte sagen, die MS sei nur scheinbar symptomlos, denn man ist vielleicht nicht mehr so belastbar wie früher, ist nicht mehr so leistungsfähig, ist wetterfühliger geworden, hat manchmal Konzentrationsstörungen, hat näher am Wasser gebaut...

Ich weiß es natürlich nicht, aber ich glaube (- um es auf den Punkt zu bringen -, es gibt MS-Herde, die Schwindel machen, aber ich bin überhaupt nicht sicher, dass es MS-Herde gibt, die Depressionen machen. Und wie es mit der Fatigue ist, weiß ich auch nicht so genau, aber ich nehme an, dass in vielen Fällen das Fatiguesyndrom mit der Zahl der Herde korreliert. Anders gesagt; Oft ist es so: Wer eine ausgeprägte Fatigue hat, hat viele Herde. (Ja, es gibt natürlich Ausnahmen! Ich meine das ja auch nur als Faustregel!)

3. Ich glaube, dass 'echte' Depressionen sehr schwer von anderen Depressionen zu unterscheiden sind, also wenn einem im Leben etwas zustößt, das einem Kummer macht. Ich glaube, viele Menschen haben ihre eigene 'Depression', nach ihren eigenen Kriterien. Und ich fürchte auch, dass Depression etwas Edleres ist als ein ganz normaler Kummer.

4. Es gibt eine schwierig zu entwirrende Zirkularität, bekannt als Henne-Ei-Problem: Bekommt jemand, der es im Leben schwer hat, eher eine MS? Oder eine Depression? Haben MS und Depression eher etwas mit der schwierigen Lebenssituation zu tun, oder sind sie unabhängig davon.

5. Ich habe größte Bedenken dieser Angst bzw. psychischen Störung gegenüber: Die MS bedroht ist und ist unberechenbar. Seitdem ich die Diagnose weiß, habe ich das ständige Gefühl, mir würde ein Schwert über dem Kopf schweben. Deswegen werde ich meines Lebens nicht mehr froh.

Ich versuchte mit meinem Hirnblutungsbeispiel zum Ausdruck zu bringen: Auch jemand, der 2 Hirnblutungen erlitten hat und an der 3. vermutlich sterben wird, kann glücklich leben. Wenn er es nicht tut, liegt das weniger an den Hirnblutungen bzw. der MS.

W.W.

PS: Wenn ich sage, ich 'glaube', dann sage ich das als jemand, der sich sehr lange mit der MS beschäftigt hat, aber keine beweisbare Meinung hat. Ich 'glaube' es einfach nur, aber dennoch ist meine Aussage etwas wert, weil sie von jemandem getroffen wird, der sich mit der Sache befasst hat. Manchmal ist es wichtig, jemandem zu antworten, der fragt: 'Sie haben sich doch so lange mit der MS beschäftigt und wissen einiges über die Krankheit, was glauben Sie, auch wenn es nur eine Meinung ist?' Ich sage dann, was ich glaube - aber natürlich kann ich mich irren!:-(

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