Heilige Demut (Allgemeines)
Ich glaube, das geht nicht! Wenn jemand eine MS ohne gravierende Symptome hat, muss man glücklich sein. Wenn man trotzdem depressiv ist, hat das nichts mit der MS zu tun.
W.W.
Allein die Diagnose "MS". solch ein Damoklesschwert ist eine Katastrophe. Jeder Schachspieler weiß, dass die Drohung viel schlimmer als die Ausführung ist, (die Diagnose allein ist oft also viel schrecklicher und schwerer zu ertragen als einzelne Symptome) und ist diese Frage also eine Provokation, Ausdruck von Langeweile, eine Erklärung, MS-Betroffene und deren Situation von Anfang an mit ihrer Situation nicht zu verstehen, ein versteckter Wegweiser wohin, welcher Weg, noch viel mehr? Es wird/soll/darf offen bleiben, glaube ich.
Dass jemand zudem glücklich sein muss - das scheint mir sehr weit von oben herab gedacht (und vielleicht gerade das Beste überhaupt an Deinem Statement, weil es polarisiert), ( doch so ganz anders als der Vorschlag von Camus, wir sollten uns den Sisyphos glücklich vorstellen), und was also könnte der Nutzen dieses Beitrages sein? Carpe diem?!
Du hast Dich verändert Wolfgang. Wir alle verändern uns mehr oder weniger, und nach William Blake ist alles was lebt, heilig. (Und auch über und mit Heiligem darf man streiten
)
Du hast Dich vielfach in die Herzen und Gedanken von Menschen geschrieben, andere provoziert und Dich nicht immer besonders geschickt dabei angestellt, Du hast MS-Betroffenen Sorgen zu nehmen versucht, auf eine Art und Weise, dass ich glaube, Du hättest ihnen ihre Sorgen und Zweifel lieber gelassen, damit sie damit umgehen lernen, aber sie wollten das auch so, und insofern bist Du Teil von einem Spiel, das eben zu einem psychotherapeutisch unbegabten Arzt und keinesfalls zu einem Psychotherapeuten passt. (Ärzte sich oft Dienstleister, PsychotherapeutInnen haben andere Aufgaben, z.B. entsprechend andere Sichtweisen auf das Phänomen "Depression" anbieten, zu verstehen versuchen, (jenseits chemischer Prozesse oder monokausaler Wirkprinzipien).
Und nun?
Wir hatten beide unsere Unterhaltung, ein paar verbale Fingerübungen am Morgen, ein paar Ideen wiederholt, mich hat eine gewisse Demut ereilt, die mich überhaupt hat antworten lassen.
Schön, dass es Dich gibt.
