Kann einen eine MS, die symptomlos ist, depressiv machen? (Allgemeines)

Sonne, (vor 3515 Tagen) @ Boggy

Da stimme ich dir voll zu, Lieber Boggy, das sollte deutlich unterschieden werden.

Dennoch sprechen die Fakten (trotz geringer Studienlage) eine andere Sprache.

Leider bin ich wieder zu blöd, ein PDF der Uni Bochum zu verlinken.
Darin heißt es:
Das Vorkommen von Depressionen in unterschiedlichen Stadien von MS ist dokumentiert
worden. Depression kann schon in frühen Stadien der MS auftreten, oder sogar ein frühes Zeichen, noch vor Auftreten von motorischen Störungen, sein (Haase et al., 2003). Mohr et al. (1997) untersuchten die Zusammenhänge zwischen Depression, motorischer Beeinträchtigung und Coping-Verhalten in 101 Patienten. Sie fanden ein signifikant höheres Vorkommen von Depression bei fortgeschrittener Behinderung.
Ferner wurde beobachtet,dass Bewältigungsstrategien ‚Planful Problem-Solving’ und ‚Cognitive Reframing’ bei stärkerer neurologischer Beeinträchtigung strenger mit Depression korrelieren. Die Ausprägung der depressiven Symptomatik, das Coping-Verhalten und der Grad der Behinderung stehen bei MS also in einer reziproken Wechselbeziehung.

Der Zusammenhang zwischen dem Muster der Läsionen im MRT und Depressionen ist
ebenfalls beschrieben worden. Bakshi et al. (2000) untersuchten 19 depressive und 29 nicht depressive Patienten mit MS. Ihren Ergebnissen zufolge korrelierte die Depression mit hypointensen T1-Läsionen im Frontal- und Parietallappen. Die Schwere der Depression korrelierte mit frontalen, parietalen und temporalen T1-Läsionen sowie mit Ventrikelverbreiterungund frontaler Atrophie. Berg et al. (2000b) stellten sich die Frage, ob die Depression bei MS ebenso mit Veränderungen oder Läsionen des basalen limbischen Systems einhergeht wie bei primärer Depression oder bei PD.

Sie untersuchten 78 Patienten mit MS. Davon waren 31 Patienten depressiv. Sie zeigten eine signifikant größere Anzahl an Läsionen besonders im rechten Temporallappen. Des weiteren beobachteten sie eine Zunahme der Läsionen im rechten Parietal- und Frontallappen, aber ebenso im Cerebellum.

Auch die Gesamtzahl der Läsionen war bei depressiven Patienten höher. Es fanden
sich keine Korrelationen mit Schädigungen des basalen limbischen Systems. Die Korrelation mit der Zunahme der Läsionen in den Projektionsarealen des basalen limbischen Systems legte für diese Arbeitsgruppe die Vermutung nahe, dass die Entstehungsmechanismen von Depression bei MS weitaus komplexer sind.

Also wegzuwischen ist das nicht so einfach, meine ich.
Und ich war betroffen, richtig betroffen.

Gruß S:-)nne

Das halte ich für einen GANZ WICHTIGEN Hinweis im amsel-Text:

"Nicht jede traurige Stimmung ist eine Depression. Traurigkeit ist eine natürliche Reaktion auf einen schlimmen Verlust oder eine leidvolle Lebenserfahrung. Trauer, Niedergeschlagenheit und depressive Verstimmungen sind normale Reaktionen gerade auch auf eine Krankheit wie MS, die immer wieder neu mit körperlichen Beeinträchtigungen einhergehen kann oder Betroffene zwingt, Lebenspläne aufzugeben. Heute ist der Begriff «Depression» schon fast ein normales Alltagswort geworden."

Gruß
Boggy

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