Überwiegend nutzlose Forschung? (Straßencafé)
Ich befürchte, Forschung ist oft nicht mehr als reiner Selbstzweck. Vor ein paar Tagen gab es einen interessanten Artikel in der Süddeutschen Zeitung: Klinische Forschung/ Oft falsch und nutzlos:
"Klinische Forschung soll Patienten zugute kommen. Ärzte kennen allerdings das Phänomen, dass nur wenige Artikel aus der Fachliteratur für ihre alltägliche Arbeit hilfreich sind und sich auf die Probleme der Kranken anwenden lassen. Bisher sind weltweit etwa eine Million klinische Studien veröffentlicht worden. Nach Einschätzung von Experten sind 85 Prozent davon unnütz und reine Geldverschwendung - sie helfen allenfalls den Karrieren der beteiligten Forscher."
Und weiter heißt es:
"Die klinische Forschung läuft weitgehend auf Autopilot. Es wird untersucht, was Aussicht auf schnelle Publikation, weitere Forschungsmittel und Ansehen verspricht. Das führt zu einer grotesken Schieflage und zu einer Geldverschwendung von 90 Prozent der Mittel für klinische Forschung, die problemlos eingespart werden könnten. Dass die Kritik von Ioannidis nicht übertrieben ist, zeigt eine Analyse der von sechs Ethikkommissionen in Deutschland, Kanada und der Schweiz zwischen 2000 und 2003 erlaubten und von 2008 und 2009 begonnenen chirurgischen Studien: 25 Prozent der bewilligten und gar 43 Prozent der chirurgischen Untersuchungen wurden abgebrochen - wegen erwiesener Nutzlosigkeit.
Hier der ganze Artikel: http://www.sueddeutsche.de/wissen/klinische-forschung-oft-falsch-und-nutzlos-1.3046050