Perspektiven der Kritik an Leitllinien (Allgemeines)

Karo, (vor 3313 Tagen) @ IceUrmel

Aber genau das ist doch das Problem, dass es mit den bisher üblichen Leit(d)linien nicht funktioniert.

Das stimmt, mit den üblichen Leitlinien funktioniert es nicht ... aber es ist trotzdem gut, dass es sie gibt und vor allem, dass sie öffentlich nachzulesen sind.

Weil dadurch die Therapievorschläge des Arztes bzw. Neuros viel transparenter sind, weil auch der Patient (m/w) dann weiß, wo er anknüpfen kann, wenn er über seine Therapie selbst entscheiden will, und nicht zuletzt, weil auch die Kritik dann einen Punkt hat, wo sie einhaken kann und über den man sich streiten kann.

Ändern wird sich daran nur etwas, wenn die, die es betrifft dies nicht einfach weiter so hinnehmen. Und da wir als Patienten nur wenig Einfluss haben, kann es nur über die MedizinerInnen gehen, die ebenfalls die Nase davon voll haben.

Ja, Patienten haben traditionell kaum Einfluss, aber das ändert sich seit einigen Jahren spürbar, finde ich. Das liegt auch daran, dass Informationen im Internet relativ problemlos verfügbar sind, viele Patienten können zudem gut Englisch, sie können sich in den sozialen Netzwerken mehr oder weniger beliebig zusammenschließen, eigene Netzwerke bilden etc. pp.

Ändern wird sich daran nur etwas, wenn die, die es betrifft dies nicht einfach weiter so hinnehmen. Und da wir als Patienten nur wenig Einfluss haben, kann es nur über die MedizinerInnen gehen, die ebenfalls die Nase davon voll haben.

Ja, die Mediziner (m/w) sind wichtig, aber das "nur" würde ich jetzt nicht so stehen lassen, weil ja Patienten mE zunehmend Einfluss ausüben (und ja auch massiv umworben werden, siehe zB DocBlog von Prof. Mäurer).

Was ich an dem Appell noch sehr wichtig finde, das sind die unterzeichnenden Organisationen, dadurch werden viele Möglichkeiten sichtbar, in Kontakt zu treten, sich untereinander zu vernetzen, Arbeitsgruppen zu bilden oder sonst was zu machen.

Mir fällt das Stichwort "Deutungshoheit" ein, das oben jemand benutzt hat, ich glaube, es war agno. Das trifft es auf den Punkt, natürlich geht es darum, den Leitlinien-Autoren die Deutungshoheit über Studienergebnisse, Therapieempfehlungen usw. streitig zu machen.

So ein Appell ist eben nicht nur einfach ein virtuelles Stück Papier, das man mal eben in der Nachmittagssprechstunde unterschreibt, bevor man den nächsten Patienten reinruft.

Ich finde, so was sollte viel umfassender betrachtet werden.

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