Ätiologie und Pathogenese (Allgemeines)

Marc, (vor 3315 Tagen) @ W.W.

Ich muss gestehen, dass ich den Unterschied zwischen Ätiologie und Pathogenese nicht genau weiß, und ich will auch keine Zeit verlieren, das umständlich zu erklären. Ein Beispiel mag genügen: Pathogenetisch beruht das Kindbettfieber darauf, dass die Gebärmutter nach der Geburt eine große offene Wunde ist und leicht von Bakterien infiziert wird. Ätiologisch beruht es darauf, dass sich ärztliche Geburtshelfer im 19. Jahrhundert nicht ausreichend die Hände desinfiziert hatten. Dann kam Ignaz Semmelweis und hat mühselig und gegen den Widerstand der Ärzte nachgewiesen, dass es so war, und seitdem stirbt kaum noch eine Frau im Wochenbett.
Aber wenn wir schon so genau über die Pathogenese der MS Bescheid wissen, wie steht es mit der Ätiologie?

Der Vergleich mit dem Kindbettfieber hinkt da dort eine direkte Relation zwischen Pathogenese und Ätiologie besteht.

Aufgrund von epidemiologischen Studien vermutet man hingegen bei der MS eine Vorlaufzeit von bis zu etwa 10 Jahren zwischen (einem) auslösene(m)n Ereignis(sen), sei es Lebensstil, Virus, Giftstoff, Nahrung,..bei genetisch prädisponierten Personen, und den Zeitpunkt an dem der/diejenige signifikante Hinweise bemerkt und sich einer Diagnose unterzieht. Und diese kann ggf. auch eine Weile dauern..

Die meisten Menschen werden sich heute doch nicht in irgendeiner Weile risikominimierend verhalten für etwas, was ein Jahrzeht später eintreten könnte..wozu also nach einer Ätiologie für MS suchen?

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