Verantwortung für kognitive Defizite? (Allgemeines)
Liebe Edithelfriede,
ich lese die Frage: wer trägt Verantwortung eher als: wer ist schuld? und finde den Schuldbegriff nicht gut, da er impliziert, dass ohne gewisse Handlungen eigener oder fremder Natur keine MS da wäre.
Dies ist jedoch völlig unbekannt.
Es soll Menschen geben, deren Lebensweise in sämtlichen Bereichen (Ernährung, Stress, fam. Disposition, toxikologische Einwirkungen etc.) als vorbildlich gelten kann und die trotzdem an MS erkrankten.
Fraglos existieren nach derzeitigem Wissensstand Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass jemand krank wird. Hierzu gehört z.B. die genetische Disposition.
Sind die Vorfahren nun Schuld an der eigenen Erkrankung?
Nach meinem Verständnis wären sie es nur, wenn sie aktiv daraufhin gewirkt hätten, ihre Nachkommen entsprechend zu belasten.
Absurd?
Das finde ich auch. Und deshalb empfehle ich, sich von dem Schuldbegriff zu lösen – trotz allen berechtigten Grolls, der aufgrund diverser Fehlbehandlungen in der Vergangenheit da sein mag.
Die Suche nach der oder den Schuldigen ist eine niemals endende Spirale der Destruktivität, die sich selbst ernährt.
LG