Vom Leben enttäuscht - über die MS spekulieren - keine gute Idee. (Allgemeines)
Hallo Nalini,
welche Konsequenzen hast du aus deinen Erkenntnissen gezogen, hast du dir z.B. psychotherapeutische Hilfe geholt?
Was ja logisch wäre, wenn die MS hauptsächlich psychisch bedingt sein sollte.
Hallo Amy,
ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, meine Erkrankung sei hauptsächlich psychisch bedingt. Denn ich gehe bei mir bzw. bei chronischen Erkrankungen generell von einem multifaktoriellen Geschehen aus. Bei mir, so interpretiere ich, hat das Psychische zumindest eine große Rolle gespielt. Andere Dinge waren, so interpretiere ich, zu wenig Entspannung und Sonne (wie hier Philipp auch geschrieben hat), viel zu viel gearbeitet wegen übertriebenem Ehrgeiz, Ernährung auch nicht immer gut ("keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten"), und vielleicht noch andere. All dies hat, so meine Interpretation, mein Immunsystem so stark geschwächt, dass es zur Krankheit kam.
Zur psychischen Seite. Eine psychologische Therapie, oder Psychotherapie, hatte ich bisher nicht. Abgesehen von einigen Gesprächen mit Reha-Psychologinnen, die zum Teil ganz nette Erkenntnisse gebracht haben. Meine hauptsächliche psychologische Arbeit besteht darin, zu analysieren
1. warum ich mich damals zu diesem Mega-Stress und später sogar Depression habe hinreissen lassen
2. was mich auch heute noch unnötigerweise unter Druck setzt, wo ich mich vielleicht verrückt mache, obwohl das nicht sein müsste, wo ich Situationen entstehen lasse, in denen ich mich unwohl fühle, obwohl man dies auch vermeiden könnte
Diese Arbeit mache ich für mich, im gelegentlichen Austausch mit nahestehenden Personen. Auch diverse psychologische Lektüre hat mir geholfen, für diese Dinge bewusster zu werden. Damals, bei Ausbruch der Erkrankung, hatte ich auch einige Heilmeditationen (einige werden jetzt sicher die Augen zum Himmel drehen
), die mir Impulse gebracht haben. Interessante psychologische Anregungen fand ich auch in diversen MS-Erfahrungsberichten, z.B. im Buch "Ich tanze so lange ich kann" von Sylvia Sassonov.
Ich weiß mittlerweile, dass Persönlichkeitsmerkmale bei mir eine Rolle spielen. Dass ich einfach zu dem Menschenschlag gehöre, der leichter als andere nervös wird und sich stressen lässt. Dem versuche ich, in meinem Rahmen, etwas entgegenzuwirken.
Für mich denke ich, dass all dies mir gut tut und sich somit auch positiv auf die Gesundheit und das Immunsystem auswirkt. Aber sicher mag es andere MS-Formen oder Verläufe geben, bei denen ganz andere Dinge ursächlich eine Rolle spielen.