Epigenetik - ein wunderbare neue Disziplin? (Allgemeines)
Es ist bestimmt nicht falsch, sich vor überzogenen Erwartungen zu schützen, doch ich glaube mit der Erforschung der Epigenetik werden sich noch einige Rätsel lösen lassen.
Ich glaube das auch! Jedenfalls sehe ich auf diesem Gebiet echte Möglichkeiten, denn der 'menschliche' Zugang zur MS scheint mir weniger über Oberflächenproteine und B- und T-Lymphozyten zu erfolgen, als über Schwankungen in unseren Lebensumständen.
Aber leider hat man immer wieder - mit wissenschaftlicher Bestimmtheit - gesagt: 'Das gibt es doch gar nicht!' Wissenschaftler können gewisse Dinge erforschen, wenn sie Methoden und Regeln haben, aber sie haben keine Phantasie - abgesehen von so Ausnahmemenschen wie Semmelweis, Fleming, Crick und Watson. Doktoranden und Privatdozenten sind sind oft keine großen Leuchten.
Ich denke, das ist der tiefere Grund, warum so wenige neue Ideen in der MS-Forschung auftauchen. Wenn ich das richtig verstanden habe, besteht unsere DNS nicht aus zwei langen Doppelfäden, die spiralig umeinander geschlungen sind, sondern es findet sich eher eine Zentralachse und davon abzweigend - wie die Äste eines Baumes - Spindeln mit aufgedrehter DNA.
Und diese Spindeln können methyliert sein, dann werden sie nicht abgelesen, oder äthyliert, dann werden sie bevorzugt abgelesen. Und die Enzyme, die diese Spindel methylieren oder äthylieren, werden je nachdem produziert, wie die Umwelt ist.
Je näher man an ein Chromosom herankommt, desto klarer erkennt man, was für ein Wunderwerk es ist!
W.W.