Psychisch gesund durch die Krise (Allgemeines)

fRAUb, Samstag, 03.09.2022, 17:17 (vor 26 Tagen)

die Krise ! Renitenz gegen Resilienz!

Boggy, Samstag, 03.09.2022, 17:34 (vor 26 Tagen) @ fRAUb

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/gas-gaskrise-winter-psyche-100.html#xtor=CS5-282

Ist das mal wieder die alte Nummer:
wenn die Verhältnisse dabei sind, den einzelnen Menschen zu erdrücken,
dann hat er sich gefälligst zu wappnen und zu stärken, um nicht erdrückt zu werden,
und wenn er trotzdem erdrückt wird, ist er selber schuld,

und es sind nicht die erdrückenden Verhältnisse,
die so erdrückend waren,
daß er zerdrückt wurde,
ohne sein Leid ausdrücken zu können.
und um Abhilfe und Schutz gegen die
erdrückenden Verhältnisse zu flehen!?!

(Dies als kleines Lehrstück, wie man Boggy wütend machen kann,
auch wenn im Bemühen, sich selbst zu stärken und zu wappnen ja auch ein Stückchen Sinn liegt, aber es kommt darauf an, wer was wem unter welchen Umständen anrät oder zumutet, und wo die Grenzen des menschlich Machbaren liegen ...gell!?!)

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

die Krise ! Renitenz gegen Resilienz!

fRAUb, Sonntag, 04.09.2022, 11:38 (vor 25 Tagen) @ Boggy

und wo die Grenzen des menschlich Machbaren liegen ...gell!?!)

Gruß
Boggy

Naja. Man kann auch nichts tun und man tut auch was: nichts. Das ist auch okay. Wenn man dann hinterher auf die Straße zum demonstrieren gehen kann, muss man sich, meiner Auffassung nach, aber auch die Frage gefallen lassen, warum man vorher nichts getan hat.

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Krise !

agno @, Sonntag, 04.09.2022, 12:53 (vor 25 Tagen) @ fRAUb

rofl
und schon wieder sind wir beim Weihschen Thema "Wahrheit".
Oder auf der Frage, wie man sich als Leistungsmindererbringer zerspanungsfrei in die LeistungsGesellschaft einordnen möchte und kann. angel smile

Möglichkeit 1. Tuning
Möglichkeit 2. Nicht eingliedern
Untermöglichkeit a. (mitleiderregend-demütig)
Untermöglichkeit b. (unangenehme Gefühle erzeugend)
Möglichkeit 3. Auf den Indianerberg klettern und warten bis man gestorben ist.
Möglichkeit 4. Ersatzveranstaltungen erfinden und die Leistungsmitmenschen von den eigenen Beschränkungen ablenken.

--
Weiß nicht, woher ich komm, weiß nicht, wie lang ich bleib, weiß nicht, wohin ich geh, mich wundert, dass ich glücklich bin ...

Krise !

tournesol @, Sonntag, 04.09.2022, 13:15 (vor 25 Tagen) @ agno

Einfach leben und sich im Rahmen seiner Überzeugungen und Möglichkeiten einbringen ohne ständig auf andere zu zeigen.

Wer sich eine PV-Anlage aufs Dach machen lassen will und das kann, soll es tun und wer auf die Straße gehen will und das kann, soll es auch tun. Für beides gibt es gute Gründe. Es kommt darauf an, uns nicht spalten zu lassen, sonst verlieren wir alle.

Krise !

fRAUb, Sonntag, 04.09.2022, 13:37 (vor 25 Tagen) @ agno

rofl
und schon wieder sind wir beim Weihschen Thema "Wahrheit".
Oder auf der Frage, wie man sich als Leistungsmindererbringer zerspanungsfrei in die LeistungsGesellschaft einordnen möchte und kann. angel smile

Möglichkeit 1. Tuning
Möglichkeit 2. Nicht eingliedern
Untermöglichkeit a. (mitleiderregend-demütig)
Untermöglichkeit b. (unangenehme Gefühle erzeugend)
Möglichkeit 3. Auf den Indianerberg klettern und warten bis man gestorben ist.
Möglichkeit 4. Ersatzveranstaltungen erfinden und die Leistungsmitmenschen von den eigenen Beschränkungen ablenken.

Nö.
Ich finde, dass finanzielle klammheit ein schlagendes und gutes Argument ist. Ebenso wie eine Mietwohnung.

Zu allem anderen, habe ich eine deutlich andere Meinung.

die Krise ! Renitenz gegen Resilienz!

Boggy, Sonntag, 04.09.2022, 13:45 (vor 25 Tagen) @ fRAUb

Es geht mir - überspitzt formuliert - um dies:

Wenn die Verhältnisse zerstören,
zerstört die Verhältnisse!

- und nicht: dann macht Euch durch Resilienz-Programme o.ä. irgendwie "immun" gegen die zerstörerischen Verhältnisse. Das funktioniert nicht.
Das kann höchstens eine kleine, vorläufige Hilfe sein, solange die zerstörerischen Verhältnisse nicht abgeschafft sind.
Und glaubt nicht, wenn ihr leidet, daß ihr nur zu sensibel oder nicht resilient genug seid.

Es gibt nirgendwo ein Gesetz, in dem steht, daß man einen bestimmten Grad an "Resilienz" erreicht haben muß, um ein Recht darauf zu haben, vor Leid bewahrt zu werden.

Soweit die Überspitzung.
(Ich weiß, ich wiederhole mich - aber ich finds wichtig.)


Wir leben derzeit unter zerstörerischen Verhältnissen, von den Auswirkungen der Covid-Pandemie, über den Krieg in der Ukraine, den schlimmen Folgen davon für unsere Gesellschaft, speziell für die Menschen mit mittleren und kleinen Einkommen, und bis hin zur Klimakrise.

Und erfreulicherweise leben wir in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Anspruch, eine soziale Demokratie in einer kapitalistischen Wirtschaftordung zu sein.
Und somit bemüht sich die gegenwärtige Regierung auch um ein Mindestmaß an sozialem Ausgleich.

Im Gegensatz z.B. zu Großbritannien, wo die Armutsbedrohung für eine immer größer werdenden Zahl von Menschen weiter zunimmt, mit einem miserablen Gesundheitssystem, das kurz vor dem Kollaps steht.

In Deutschland muß aber der politische Druck auf die Regierung aufrechterhalten werden, damit weiterhin ein Mindestmaß an einem sozialen Auffangnetz bereitgestellt wird. Verteilungsfragen des gesellschaftlich erwirtschafteten Vermögens sind Machtfragen.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

die Krise ! Renitenz gegen Resilienz!

tournesol @, Sonntag, 04.09.2022, 14:17 (vor 25 Tagen) @ Boggy

Ich halte mich für resilient, bis jetzt bin ich durch alles in meinem Leben irgendwie durchgekommen und werde es auch durch diese Krise schaffen. Ich brauche dazu keine Tipps, wenn ich sie nötig hätte, würden sie mir wahrscheinlich nichts nützen, genau so wenig wie Energiespartipps von Politikern, wovon ich mich verarscht fühle.

Man kann auch bei einer demokratisch gewählten Regierung der Meinung sein, dass einige ihrer Entscheidungen grundsätzlich falsch sind und sie zum Umlenken bewegen wollen, z.B. durch Demonstrationen. Gerade, weil ich kein Staats- oder Demokratiefeind bin, in welche Ecke man dann gern geschoben wird.

Habe ich nur die Möglichkeit, alles mitzutragen, was unsere Regierung beschließt und bei Unzufriedenheit bei der nächsten Wahl rechts oder links zu wählen?

die Krise ! Renitenz gegen Resilienz!

Boggy, Sonntag, 04.09.2022, 14:39 (vor 25 Tagen) @ tournesol

Manche kann auch bei einer demokratisch gewählten Regierung der Meinung sein, dass einige ihrer Entscheidungen grundsätzlich falsch sind und sie zum Umlenken bewegen wollen, z.B. durch Demonstrationen.

Warum schreibst Du mir das als Antwort?
Dem habe ich doch gar nicht widersprochen.

Gerade, weil ich kein Staats- oder Demokratiefeind bin, in welche Ecke man dann gern geschoben wird.

Das habe ich auch nicht getan.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

die Krise ! Renitenz gegen Resilienz!

tournesol @, Sonntag, 04.09.2022, 15:18 (vor 25 Tagen) @ Boggy

Manche kann auch bei einer demokratisch gewählten Regierung der Meinung sein, dass einige ihrer Entscheidungen grundsätzlich falsch sind und sie zum Umlenken bewegen wollen, z.B. durch Demonstrationen.


Warum schreibst Du mir das als Antwort?
Dem habe ich doch gar nicht widersprochen.

Es hat sich auf den letzten Absatz deines Beitrags bezogen.
'In Deutschland muß aber der politische Druck auf die Regierung aufrechterhalten werden, damit weiterhin ein Mindestmaß an einem sozialen Auffangnetz bereitgestellt wird. Verteilungsfragen des gesellschaftlich erwirtschafteten Vermögens sind Machtfragen.'

Meiner Meinung nach muss nicht nur dafür Druck aufgebaut werden, sondern um unsere Regierung zum Umdenken und Umlenken zu bewegen. Das Mindestmaß an einem sozialen Auffangnetz wird durch falsche, 'alternativlose' Regierungsentscheidungen gefährdet. Darüber müsste erst mal eine breite gesellschaftliche Diskussion, die nicht stattfindet, möglich sein. Statt dessen Resilienz- und Energiespartipps und eine Außenministerin, die öffentlich sagt, dass sie an der Unterstützung für die Ukraine festhält 'solange es nötig' ist, egal was ihre Wähler darüber denken und ein Bundeskanzler, der sich dabei hinter sie stellt.

Gerade, weil ich kein Staats- oder Demokratiefeind bin, in welche Ecke man dann gern geschoben wird.


Das habe ich auch nicht getan.

Nein. Aber in den Medien wird es oft so dargestellt.

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