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Die Pflegekrise und Ansätze zur Bewältigung (Allgemeines)

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Montag, 28.08.2023, 16:45 (vor 185 Tagen) @ agno

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... Aus der Süddeutschen Zeitung von heute (leider im Abobereich)

Auszüge:

...Die geburtenstarken Jahrgänge haben das Rentenalter erreicht, bereits jetzt sind fünf Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts wird diese Zahl bis 2055 auf knapp sieben Millionen steigen. Gleichzeitig fehlen Heimplätze und Fachkräfte in der Altenpflege. Um die steigende Zahl der Pflegebedürftigen zu versorgen, müssten laut Prognosen zusätzlich zu den derzeit gut 650 000 Pflegekräften in den Alteneinrichtungen in den nächsten Jahren weitere 200 000 bis 400 000 eingestellt werden. Doch der Markt ist leer gefegt.

Positives Beispiel:
... Im Haus Ruhrgarten im nordrhein-westfälischen Mülheim an der Ruhr unterstützen seit Jahren Neurologen und Bewegungs- oder Musiktherapeutinnen die Pflegekräfte. Auch hier werden die Bewohnerinnen und Bewohner aktiviert und in die Lage versetzt, für sich selbst zu sorgen. Dutzende alter Menschen konnten nach einigen Wochen oder Monaten das Heim verlassen und wieder in ihr Zuhause zurückkehren.
https://haus-ruhrgarten.de/

... Absehbar ist zudem, dass die Zahl der Pflegebedürftigen, die ohne Unterstützung allein zu Hause leben, steigen wird. Früher oder später brauchen sie einen Heimplatz.

Um die Heime im Gegenzug zu entlasten, ist es umso wichtiger, die Familien in die Lage zu versetzen, ihre Angehörigen selbst zu versorgen. Sie müssen dafür geschult werden, fordert die Dortmunder Pflegewissenschaftlerin Angelika Zegelin.

Und sie benötigten Ansprechpartner, die sie bei der Pflege unterstützen. Vor allem müsse ihre Arbeit bezahlt werden, „wenn nötig jahrelang“.

Bisher haben sie Anspruch auf wenige Tage Lohnersatz und können zinslose Darlehen beantragen, die sie nach Ende der Pflegezeit aber zurückzahlen müssen.

... Außerdem müssen die Pflegekräfte ihr Schicksal endlich selbst in die Hand nehmen. Obwohl sich während der Pandemie gezeigt hat, dass sie mindestens so systemrelevant sind wie Pilotinnen oder Lokführer, gelingt es der Branche kaum, berechtigte Forderungen politisch durchzusetzen.

... Die Interessenvertretungen – Gewerkschaft, Berufskammer, Verbände – sind zerstritten und schwach, keine der Organisationen vertritt einen nennenswerten Teil der Beschäftigten. Dieses Hickhack muss ein Ende haben, die Pflegekräfte benötigen dringend eine starke Stimme.

Wer ein Abo hat kann hier den ganzen Artikel lesen.
https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/altenpflege-krise-fachkraeftemange...

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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht


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