Falschnachrichten /Verfälschungen (Straßencafé)
"Falschnachrichten sind zu einer echten Bedrohung für die Gesellschaft geworden. Wie beeinflussen psychologische und soziale Faktoren, ob wir auf sie hereinfallen oder nicht? Und: wie können wir uns dagegen wappnen?"
Quelle:
https://www.dw.com/de/faktencheck-warum-glauben-wir-fake-news/a-66070606?utm_source=poc...
Das Wichtigste in Kürze, gilt auch für Foren und MS-"Informationen"
:
1.
"Ein diesbezüglich immer wieder auftauchender Begriff ist "cognitive bias" (kognitive Verzerrung). Er beschreibt fehlerhafte Neigungen im menschlichen Denken (...) auch "partisanship" oder "confirmation bias" genannt, (...)
Wenn ich etwas höre, das ich hören will, weil es mit meinen politischen Ansichten übereinstimmt, dann glaube ich es umso mehr." Wir sind also stets voreingenommen.
(...)
Eine weitere wichtige "cognitive bias" ist, dass wir oft voreilig unserer Intuition vertrauen. Es erscheint uns unnötig - und oft ist es uns wohl auch zu lästig - etwas noch einmal zu checken, bevor wir es verinnerlichen, kommentieren und weiterleiten. So lesen viele Userinnen und User lediglich die Headline von Artikeln, nicht aber den eigentlichen Text.
[Wenn uns das mal nicht bekannt vorkommt;
]
2.
Auch der "Bandwagon Effect" (Mitläufereffekt) leitet uns fehl: Demnach orientieren sich Menschen oft an Anderen statt sich selbst eine Meinung zu bilden. In Bezug auf Fake News heißt das: Wir glauben Informationen eher, wenn das auch viele andere tun.
[Und wir glauben Informationen auch umso eher je öfter wir sie von unterschiedlichen Seiten hören, die Menge machts; Boggy]
(...)
Unser Gedächtnis ist ebenfalls nicht besonders hilfreich, wenn es darum geht, Gesehenes oder Gelesenes richtig abzuspeichern, Stichwort "Persistence of Inaccuracy" (Fortbestehen der Ungenauigkeit).
(...)
Dass sich Falschnachrichten sechsmal schneller verbreiten als wahre Informationen, sei genau dieser Emotionalität geschuldet, so Lewandowsky. "Und wir wissen, dass Menschen besonders stark auf Informationen anspringen, die negative Gefühle wie etwa Empörung auslösen."
3.
Dunkle Persönlichkeitsmerkmale und sogenannte postfaktische epistemische Überzeugungen machen uns anfälliger für Fake News. (...)
[postfaktische epistemische Überzeugungen: Überzeugung, daß es gar keine wirklichen unabhängigen Fakten gibt; glauben, dass es nicht so einen großen Unterschied gibt zwischen Meinungen und Fakten; Boggy]
Die Auswertung habe ergeben, dass es den Studienteilnehmenden schwerer gefallen sei, wahre Aussagen von falschen zu unterscheiden, je mehr sie auf ihr Bauchgefühl vertrauten und je weniger sie an die Existenz von Fakten glaubten.
"Und dann haben wir uns auch noch den 'dunklen Faktor der Persönlichkeit' angeschaut, sozusagen den Kern aller dunkler Persönlichkeitsmerkmale wie etwa Narzissmus oder Psychopathie", so Rudloff. (...)
"Die Frage ist dann nicht, ob eine Information wahr ist oder nicht, sondern, ob sie ihnen nützt, in die Karten spielt, als Rechtfertigung dient."
4.
Er sieht im Liken, Kommentieren und Weiterverbreiten von Informationen im Internet vor allem eine soziale Interaktion: "Menschen sind in den sozialen Netzwerken aktiv, um das Gefühl zu haben, Teil von etwas zu sein, um Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen."
5.
Die Frage ist: Wie werden wir resilienter? Ein erster Schritt ist vermutlich, sich unserer Manipulierbarkeit und Subjektivität bewusst zu werden. (...)
"Letztendlich ist es in der Wissenschaft immer so, dass man nur einen Konsens finden kann, eine Art Übereinstimmung unter möglichst vielen ExpertInnen. Sobald neue Informationen hinzukommen, kann sich das, was vorher als Fakt oder Konsens galt, aber verschieben."
Das sei sehr komplex und einige Menschen hätten dadurch den Eindruck, Fakten würden willkürlich von den "Eliten" festgelegt."
Gruß
Boggy
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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.