Liebe Laura von der KoMS-Studie,
liebes Team von der KoMS-Studie,
ich verstehe:
Ihr setzt euch beim Master gerade erst mit der Diagnoseübermittlung auseinander, die Auswirkungen der Diagnose und die Krankheitsfolgen kommen wahrscheinlich erst bei der Promotion dran.
So ist zu erklären, dass ihr Euer Vorgehen als "möglichst wenig Aufwand für euch" beschreibt.
So und nicht anders !
hättet ihr euch mit der Krankheit ein ganz klein bisschen mehr auseinandergesetzt, euch ein bisschen in den Foren (mit möglichst wenig Aufwand online) eingelesen, dann hättet ihr feststellen können, dass es Menschen mit der Krankheit gibt, die froh sind:
- wenn sie ihren Alltag zuhause grad so bewältigen können,
- dass der/die Physio ins Haus kommt, weil der Mensch nicht mehr zur Praxis kommen kann
- dass "online" ein einfacher Weg ist,
-- mit der Umwelt in Kontakt zu bleiben,
-- Sozialkontakte zu pflegen
-- wichtige Informationen einzuholen
-- Rezepte zu bestellen
-- Banksachen zu erledigen
-- sogar eine Vereinsgründung online anzustreben weil die Bewegungs- und Reisemöglichkeiten mehr oder minder eingeschränkt sind
Es gibt (nicht nur) in den Foren Menschen, die Jahr und Tag nicht aus dem Haus kommen, weil der Rollstuhl nicht in den Aufzug passt (und die Umzugsklappe im Aufzug lt. Hausmeister nur für Umzug geöffnet werden darf)
Es gibt Menschen deren Gehfähigkeit bei 120 m endet, der Briefkasten ist aber 1,5 km weg.
Es gibt Menschen, die nur noch im Bett liegen und ihre Kommunikation am PC mit Sprachsoftware bestreiten. Lass die mal "mit wenig Aufwand" ein Kreuzchen machen oder einen Fragebogen mit Freitext ausfüllen.
Inklusion ist wichtig, gerade für Menschen mit eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten
Die Anonymität wird dabei natürlich vollstens gewahrt!
Echt jetzt, mit einem Briefumschlag?
Verzeiht meinen Sarkasmus, ich lebe jetzt seit 16 Jahren mit der Krankheit und kenn *online* seit dieser Zeit. Ich hab in dieser Zeit viele Menschen und ihre Schicksale kennengelernt und "mir drehts die Fussnägel auf", wenn ich so nette Einladungen zu Papierkram lese.
So kriegt ihr wohl leider nur die guten Fußgänger und die mit dem Rennrolli und passendem Aufzug zu eurer Befragung, Schade!
PS: Sogar den Bafög-Bescheid kann man/frau online ausfüllen.