Ist Ozanimod besser als Gilenya? (Allgemeines)

W.W. @, Samstag, 02.10.2021, 12:44 (vor 15 Tagen) @ tournesol

Zu der Frage, ob Ozanimod besser ist als Gilenya kann ich nichts sagen, aber ich weiß ein bisschen über Siponimod, wofür es die gleiche Liste von möglichen Nebenwirkungen gibt. Ich hoffe, dass man das Risiko durch regelmäßige Kontrollen klein halten kann.

Es sind umfangreiche Voruntersuchungen und Vorbereitungen nötig, u.a. Impfungen, wenn keine Antikörper nachgewiesen werden können. Dabei bin ich gerade. Über Nebenwirkungen kann/muss ich evtl. später berichten.

Das wäre sicher sehr interessant!:-) Weil es wohl dasselbe Wirkprinzip ist. Ich muss gestehen, dass ich Manschetten vor Mechanismen habe, die mir nur theoretisch, also in der Sprache der Biochemiker und Tierexperimentatoren einleuchten.

Sphingosin kannte ich nur aus den Chemievorlesungen an der Uni. Auch habe ich Angst, dass uns die bilderreiche Sprache der Molekularbiologen in die Irre führen kann. Wie ich in letzter Zeit wahrnehme, sind auch die Corona-Viren nicht mehr so bunt wie noch vor einigen Wochen und auch die Spikes sehen etwas ramponiert auf.

Ich werde den Verdacht nicht los: Je unaussprechlicher und fernliegender ein Wirkungsmechanismus, desto verworrener sind die Vorstellungen, denn man versucht ja, das Unverständliche zur Sprache zu bringen.

Noch ein Bedenken, das ich kaum zu äußern wage: Wenn ein Medikament in 10% (oder sind es 14%?) der Fälle etwas wirkt und bei der Hälfte kaum Nebenwirkungen macht, wie soll man es dann von einer Plazebowirkung unterscheiden?

Weil man das Medikament gegen Plazebo geprüft hat? Das klingt überzeugend, nur mir leuchtet es nicht so richtig ein. Weil ein neues Medikament so teuer in der Entwicklung war und es so teuer ist, es in einer großen Studie mit einem Plazebo zu vergleichen, und weil so viele Mediziner, Pharmaforscher, Ökonomen und Statistiker ihre Hände im Spiel haben.

Aber das Hauptbedenken bleibt natürlich: Wie sollen wir etwas behandeln, wenn wir nicht wissen, was es ist und woher kommt? Manchmal denke ich, die MS sei wie die Arteriosklerose, weil sie ja auch weiße Flecken im Gehirn macht - wie die Arteriosklerose. Und weil sie so vielfältige Ursachen hat und statistisch so schwer zu erfassen ist - wie die Arteriosklerose.

Würden wir bei der Arteriosklerose sagen, sie sein uns ein Rätsel? Vermutlich nicht. Aber bei der MS sagen wir es.

Und würden wir meinen, ein Heilmittel gegen die Arteriosklerose gefunden zu haben, wenn uns ein Biochemiker nachweist, dass bei der Arteriosklerose ein bestimmtes Membranfett besonders häufig ausgebildet wird? Und würden wir glauben, es sei ein entscheidender Fortschritt, wenn es uns gelänge, die Synthese dieses Membranfetts zu reduzieren?

Wolfgang


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