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Gehirn, ganz einfach! (Straßencafé)

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3079 Tagen)

Die Süddeutsche Zeitung hat heut ein sehr informatives Schnittbild vom Gehirn veröffentlicht. Da wird mir einiges klar.

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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Gehirn, ganz einfach!

W.W., (vor 3078 Tagen) @ naseweis

So ganz einfach ist es mit dem Gehirn nicht. Allzu schnell wird man zwischen Monismus und Dualismus, also zwischen den beiden Klippen Scylla und Charybdis hin und her geschleudert.

Es gibt einen krassen Widerspruch zwischen philosophischer Theorie und grauer Alltagswirklichkeit, auf den hinzuweisen, ein Leser hier im Forum nicht müde wird hinzuweisen.

Die Meinungen gehen auseinander: Die einen sind der Ansicht, wir sollten die Welt so akzeptieren, wie sie ist, und es uns in ihr gemütlich machen (wie ein Maulwurf), andere weisen darauf hin, es sei ganz offensichtlich, dass die Welt nicht so ist, wie sie uns erscheint, und verweisen auf die offensichtliche Tatsache, dass die Sonne für unsere Sinne im Oasten auf- und im Westen untergeht.

Aber wenn man erst einmal anfängt, so zu denken, dann ist man schnell bei den Atomen, aus denen alles zusammengesetzt sein soll. Aber auch hier ist noch lange nicht Schluss, denn die ganz, ganz klugen Leute sagen, dass es so etwas wie eine "körnige" Struktur der Materie gar nicht gäbe, sondern im Grunde genommen alles aus Wellen bestehe.

Das sind sehr weitgehende Gedanken, die uns in die tiefsten Tiefen des Problems führen: Was ist die Wirklichkeit? - und wie wirklich ist sie?Ein erster Kompromissvorschlag für Durchschnittsbürger könnte sein, dass wir nicht in einer, sondern zwei Welten leben: einer Welt, in der das Gras grün, der Himmel blau ist, und die Vögel singen (was eingepichte Naturwissenschaftler als "wohlkaluliertes Wutgeheul" bezeichnen, um einen Herrschaftsanspruch zu markieren), und in einer zweite für die, die sich für tiefsinniger halten, die naturwissenschaftlichen und philosophischen Bedürfnissen entspricht.

Sofort merken wir, dass es also nicht zwei, sondern drei Welten sind: 1. die alltägliche Sicht, 2. die naturwissenschaftliche und 3. die philosophische. Der Patient und der Arzt pendeln zwischen Weltsich 1 und 2, aber mich befriedigt das nicht! Erstens stößt mich das unentschlossene Schwanken ab, und zweitens die Vernachlässigung des Philosophischen. Muss ein erneuter Kompromiss her?

Dass man im Alltag ganz normal lebt (z.B. Maurer oder Zimmermann), als Wissenschaftler Energiesysteme baut, und als Philosoph (nur zum Spaß und für den Lebensabend) in dritten Welt lebt.

Aber auch hier bemerken wir, dass diese Welten bei weitem nicht ausreichen, sondern mindestens noch eine andere Welt hinzukommen muss: die Welt des Politikers. Aber ist es dann nicht im Endeffekt so, dass jeder in seiner eigenen Welt lebt? Wie ein Maulwurf?

W.W.

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