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Wie weit würdest Du gehen? (Straßencafé)

agno, (vor 3222 Tagen)

Abby inspirierte mich dazu ein Steckenpferd von mir als Thread zu eröffnen.
Wo ist deine Grenze?
Wann sagst Du lieber leiden, verzichten, früher sterben?

Vor ein paar Jahren war ein Bergsteiger in der Zeitung, der amputierte sich den in eine Felsspalte eingeklemmten Fuß, mit einem Taschenmesser, um sein Leben zu retten.

Manchmal stellt auch eine Krebsdiagnose die Frage: Wegschneiden oder sterben?

Der Vater eines Freundes starb früh. Der Freund meinte: Gut Papa hatte Übergewicht und auch sonstige gesundheitliche Probleme. Er definierte sich aber über den Genuss.

Zu Beginn der Interferontherapiezeit beobachtete ich Freunde, die ihre frühere "spritzige Lebensweise" gegen ein gequältes existieren um den ersten Tag nach dem spritzen getauscht hatten.

Hätte mein Neurologe damals mitgemacht, dann wäre ich halbjährlich in die Röhre gelegen um mein Wissen über meine Schübe mit meiner Lebensweise quer zu verbinden bzw mein Leben zu manipulieren.

lG agno

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Wie weit würdest Du gehen?

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3222 Tagen) @ agno

Wo ist deine Grenze?

Ich glaube, das kann man erst wissen, wenn man am Schlagbaum steht.
Vorher dürfte das Alles graue Theorie sein (vulgo: Hirnwixerei)

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Wie weit würdest Du gehen?

agno, (vor 3222 Tagen) @ naseweis

Lieber Naseweis, das sehe ich nicht so.
Zum Beispiel würde ich heute keine Untersuchung machen, bei der man mich wegen Panikattacken sedieren müsste, um den Preis von einem Bild das keine Therapiekonsequenzen hat.
Ich frage mich warum ein Arzt bzw Patient soweit geht.
gruß agno

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Nachdenkwert

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3222 Tagen) @ agno

Ich war dir gedanklich zum "Krebs" und zum "Bein abschneiden" gefolgt, daraus resultierend meine Antwort..

MRT und BTs haben derzeit "für mich!" keinen Diskussions- oder Nachdenkwert.

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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Wie weit würdest Du gehen?

ulma, (vor 3222 Tagen) @ agno

Ich will ja nicht vom Thema ablenken, aber ich habe ja ewig kein MRT mehr machen lassen, was wäre, wenn ich jetzt in die Röhre ginge und alles wäre in Ordnung? Könnte ich mich dann freuen? Bzw es hätte sich verschlechtert? Wäre ich dann voller Angst? Ergo, ich lass es laufen, kann doch eh nichts dran ändern.

Aber Deine Frage, eine Freundin u ich waren immer der Meinung,dass wir bei Krebs nichts machen lassen wollen. Sie hat jetzt Krebs u innerhalb kürzester Zeit hat sie voller Panik das volle Programm durchgezogen, Chemotherapie u Bestrahlung, barfuss durch die Hölle.

Nein, ob Flucht, oder Kampf kannst man erst entscheiden, wenn das Messer an der Kehle ist

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Wie weit würdest Du gehen?

agno, (vor 3220 Tagen) @ ulma

Liebe Ulma
Danke, sehe ich auch so.
Als Junger Mensch war ich ein Fan vom berühmten Motorrad-stunt-Künstler Evel Knievel.
Der sagte anscheinend irgendwann, dass wenn er sich bei einem falsch kalkulierten Flug das Genick brechen würde, man ihn mit offenen Augen finden würde. Er wolle das Leben bis zur letzten Sekunde spüren. (so oder so ähnlich)
Als ich vom Motorradvirus angefressen wurde und zu den Biker-im-Rolli-Filmchen genötigt wurde, sagte ich mir:
Agno, wenn du nicht genug Ar... in der Hose hast um ein Leben im Rollstuhl jammerfrei und soweit möglich autonom zu leben, dann kannst Du dein Motorrad gleich lassen.
Inzwischen, hoffentlich etwas gereifter und nachsichtiger ;-) Denke ich auch, dass man ruhig im Voraus denken & planen darf und eventuell im letzten Augenblick dann doch anders abbiegt.
lG agno

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Wie weit würdest Du gehen?

IceUrmel, (vor 3220 Tagen) @ agno

Ich halte es mit John Lennon: Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen.

Liebe Grüße

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Wie weit würdest Du gehen?

Nalini, (vor 3222 Tagen) @ naseweis

Wo ist deine Grenze?

Ich glaube, das kann man erst wissen, wenn man am Schlagbaum steht.
Vorher dürfte das Alles graue Theorie sein ...

Ich stimme naseweis zu. So theoretisch-abstrakt kann man das gar nicht beurteilen. Dazu muss man die Situation herankommen lassen, um zu sehen, wie man sich DANN fühlt.

Was würde ich tun, wenn ich morgen in einem körperlichen Zustand wäre wie der von mir hochgeschätzte Steven Hawking? Keine Ahnung. Ich weiß es erst dann, wenn ich es erlebe.

Ich hatte dieses Thema einmal mit dem Fahrer einer Krankenfahrt, der mich aus dem Krankenhaus abholte. Damals hatte ich eine Phase, in der ich mit dem Thema Rollstuhl haderte. Beim Schwätzchen mit dem Fahrer fragte ich ihn, was er denn tun würde, wenn er morgen auf den Rollstuhl angewiesen wäre. Auch er antwortete mir, das könne er so theoretisch nicht sagen. Er müsste die Situation herankommen lassen, erst dann könne er urteilen.

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Wie weit würdest Du gehen?

W.W., (vor 3222 Tagen) @ naseweis

Lieber Naseweis,

ich wünsche dir und deiner Frau auf eurer Fahrt gen Norden alles Gute. Agno übertreibt manchmal ein bisschen.;-) Übermorgen besuche ich mit einem Freund die documenta, um etwas zu lernen, was ich dann unserem koreanischen Besuch weitererzählen kann.

Mich persönlich würden ja eure Eindrücke sehr interessieren!:-) Was sollte man sich unbedingt anschauen?!

Gruß,
Wolfgang

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documenta

naseweis ⌂, in meinem Paradies, (vor 3221 Tagen) @ W.W.

ich wünsche dir und deiner Frau auf eurer Fahrt gen Norden alles Gute.

Danke.


Mich persönlich würden ja eure Eindrücke sehr interessieren!:-) Was sollte man sich unbedingt anschauen?!


-Die Sammlung im Fredericianum (Sammlung aus Athen) über Flucht, Wege, Ursachen und Entwürdigung, v.a. aus Zeiten der griechischen Militärdiktatur - beklemmend aktuelles Thema
-dann natürlich den Parthenon der Bücher am Platz davor

-ein tolles Holzkunstwerk vor der Orangerie, was einer so alles bewegen kann, oder auch eine Analogie zur Tretmühle, was eine(r) alles bewegen muss (wenn er verstrickt ist) shades

-die documentahalle im tiefgeschoss mit toller Raumwirkung

Letztes Mal hatten wir die documenta dynamischer, viel lebendiger erlebt. Ob das daran liegt, dass letztes mal eine Frau kuratierte? Meine Frau zitierte eine Freundin:"wenn ich depressiv werden will, kann ich auch meinen Keller anschaun."

Für einen quasi Einheimischen mag es kein Problem darstellen, die einzelnen Spielorte zu finden, als Fremde haben uns die Pläne keine Freude gemacht.

Danke für die Grüße und Wünsche

Naseweis

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

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documenta

W.W., (vor 3221 Tagen) @ naseweis

Ich danke euch für die Antwort. Morgen werde ich mir alles anschauen.

Ein Gedanke für deine Frau, der von agno sein könnte: Ich glaube, dass alles, was schön ist, den Eindruck erwecken muss, problematisch zu sein!;-)

Früher (zur Zeit von Goethe und Schiller) war es anders. Da sollte das Schöne das Problematische zum Guten und Wahren erheben. Imho!

W.W.

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Wie weit würdest Du gehen?

Abby, (vor 3220 Tagen) @ agno

Zu Beginn der Erkrankung vor 7 Jahren und dann nach dem rapiden Abstieg in den Rollstuhl war ich der Meinung, dass es nicht mehr lebenswert ist. Meine Gedanken gingen auf und ab ...denn so wollte ich nicht weiter leben. Im gleichen Jahr würde meine Enkeltochter geboren. Sie ist damit aufgewachsen und kennt mich nicht anders. Mit ihren 7Jahren und dieser unbedarfte Art bringt sie mich zum Lachen und Nachdenken. Im September werde ich wieder Oma von einem kleinen Jungen und alleine das zusammen läßt mich kämpfen und macht mich glücklich.
Ich muss nicht zurück schauen ....klar war es alles toll, aber jetzt habe ich nur ein Ziel für die beiden Mäuse gesund werden bzw. bleiben. Meine Enkeltochter meint : Oma du bist nicht krank, kannst nur nicht gut laufen. Tja, mehr muss man nicht sagen.


Liebe Grüße
Abby

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Abby

ulma, (vor 3220 Tagen) @ Abby

Zu Beginn der Erkrankung vor 7 Jahren und dann nach dem rapiden Abstieg in den Rollstuhl war ich der Meinung, dass es nicht mehr lebenswert ist. Meine Gedanken gingen auf und ab ...denn so wollte ich nicht weiter leben. Im gleichen Jahr würde meine Enkeltochter geboren. Sie ist damit aufgewachsen und kennt mich nicht anders. Mit ihren 7Jahren und dieser unbedarfte Art bringt sie mich zum Lachen und Nachdenken. Im September werde ich wieder Oma von einem kleinen Jungen und alleine das zusammen läßt mich kämpfen und macht mich glücklich.
Ich muss nicht zurück schauen ....klar war es alles toll, aber jetzt habe ich nur ein Ziel für die beiden Mäuse gesund werden bzw. bleiben. Meine Enkeltochter meint : Oma du bist nicht krank, kannst nur nicht gut laufen. Tja, mehr muss man nicht sagen.

Liebe Abby
meine Enkel sind 4,5 und fast 3, kennen mich nur gehbehindert, sie sind schon jetzt hilfsbereit und rücksichtsvoll (da steht der Kleine oben auf der Treppe u streckt seine Hand aus u sagt, ich helfe Dir) und sitzen bei Spaziergängen beide auf meinem Schoß im E Rolli, sie werden wohl nie einen Behinderten nachäffen, weil es mich gibt
Viel Freude u Spass mit Deinen Enkeln
ulma

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@ ulma

Abby, (vor 3220 Tagen) @ ulma

Das stimmt zu 100% da meine Enkelin das auch immer macht. " Oma halt meine Hand ..ich helfe dir "
Es hat somit auch was positives ....sie wird auch niemals unmöglich gegenüber Behinderten sein :-P

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