Über Intelligenz (Allgemeines)
Man braucht viel Intelligenz, um Studienergebnisse zu verstehen.
Man braucht noch mehr Intelligenz, sie zu hinterfragen.
Und noch viel mehr Intelligenz, um zu verstehen, wie sie zustande gekommen sind.
Und man muss noch ein wenig klüger sein, um mit Fachleuten, die von der Pharmaindustrie dafür bezahlt werden, darüber diskutieren zu können.
So viel Intelligenz haben die wenigsten. Und es scheint mir auch eine ganz besondere Intelligenz zu sei: die Intelligenz von Juristen, Versicherungsmaklern und Bankern. Das ist eine Intelligenz, die hat nichts mit Galilei, Semmelweis und Einstein zu tun.
Wir denken vielleicht: Intelligenz sei etwas Universelles, was man hat oder nicht hat. Ich glaube, ein Versicherungsmakler oder Pharmavertreter kann sehr gut in seinem Fach und trotzdem schrecklich dumm sein.
Das, worum es in Fachzeitschriften geht, hat nichts mit dem normalen Kranken, nichts mit gesundem Menschenverstand, nichts mit dem mehr oder weniger begrenzten Horizont meines Hausarztes zu tun. Es ist eine sehr spezielle Intelligenz, die dafür eingesetzt wird, den Reichtum seiner Arbeitgeber zu mehren.
Intelligenz ist nichts Bewunderungswürdiges, es ist etwas Ausbeuterisches.
W.W.

