"saubere" Kernenergie (Allgemeines)
PS: Ich war übrigens in Bad Füssing. Ich fand es langweilig, sah allerdings den Film über Albert Schweitzer und habe mich mit einem evangelischen Pfarrer angelegt, was ich überhaupt nicht bedaure. Er behauptet, nichts sei so saubere Energie wie die Atomenergie. (Es ging um Albert Schweitzer und seine Aktivitäten gegen die Atombombe.)
Es ist mir völlig schleierhaft, wie man noch immer der Meinung sein kann, Atomenergie sei sauber.
1) Beim Abbau von Uran (Kasachstan, Kanada, Australien, Russland) fallen Belastungen wie: Flächeninanspruchnahme, Wasserverbrauch- und Verschmutzung sowie generelle Umweltverschmutzung und gesundheitliche Gefährdung für Minenarbeiter und die betroffene Bevölkerung an.
Die CO2-Emissionen im Uranbergbau werden in der Betrachtungen zur Ökobilanz der Kernenergie nicht berücksichtigt.
2) Kohlenstoffdioxid-Emissionen Auch wenn Kernspaltungs- und Kernfusionskraftwerke im laufenden Betrieb kein CO2 erzeugen, ist bei der Herstellung der Kraftwerke, bei ihrem Betrieb (bei Kernspaltungskraftwerken einschließlich Brennstoffbeschaffung und Abfallentsorgung) und bei ihrem Abriss grundsätzlich mit CO2-Freisetzungen verbunden.
Die CO2-Emissionen bei Kernspaltungsenergie hängen vom Urangehalt des Erzes – pro Tonne Uranoxid fallen derzeit zwischen 1.000 und 40.000 Tonnen Abraum an – und dem gewählten Verfahren der Urananreicherung ab. Die Begrenztheit des Urans bedingt, dass zunehmend Erze mit immer geringerem Urangehalt als Brennstoffe aufbereitet werden. Damit steigen bei Verwendung nicht CO2-neutraler Energiequellen für Uranabbau und -anreicherung die CO2-Emissionen pro kWh Strom.
3) Unfallgefahr Im Mai 2012 erschien eine Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie, nach der das Risiko katastrophaler Kernschmelzen wie in Tschernobyl und Fukushima wesentlich höher ist als bisher abgeschätzt, und zwar einmal in 10 bis 20 Jahren bzw. 200-mal häufiger als bisher angenommen.
4) Ungelöste Entsorgung Der radioaktive Abfall eines Kernkraftwerks strahlt auch nach Jahrzehnten noch stark. Erst nach einigen Tausend bis einigen Hunderttausend Jahren (je nachdem, was man als ungefährlich einstuft) ist diese weitgehend abgeklungen. Zudem sind einige im Atommüll enthaltene Elemente auch chemisch sehr giftig. Deshalb muss der radioaktive Abfall dauerhaft so gelagert werden, dass er von der Biosphäre ferngehalten wird.
5) Terrorgefahr Kernkraftwerke gelten als Ziele für terroristische Angriffe. Diskutiert werden mittlerweile auch die Gefahren, die aus einem terroristischen Anschlag mittels eines Großflugzeugs auf ein Kernkraftwerk entstehen. Ein solcher Terroranschlag könnte katastrophale Folgen haben.
Nach den Terroranschlägen in Brüssel 2016 wurden mehrere Kernkraftwerke teilevakuiert. Zugleich wurde bekannt, dass die Terroristen auch die Atomkraftwerke ausgespäht hatten. Mehreren Mitarbeitern wurde die Zugangsberechtigungen entzogen.
Darüber hinaus stellt auch „Nuklear-Terrorismus“, z. B. durch Einsatz sog. „schmutziger Bomben“ durch Terroristen ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. Für deren Herstellung würden beliebige radioaktive Abfälle oder das für Kernkraftwerke angereicherte Uran in Frage kommen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie
Ich müsste das Temperament von Jutta oder Boggy haben.
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Ich hoffe Sie konnten Ihrem Diskussionspartner trotzdem ordentlich Paroli bieten.
LG
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