Aus den Arbeiten von Professor Haas fand ich diese besonders kurz und knackig.
https://www.researchgate.net/publication/236160823_Kompetenzubertragung_als_Voraussetzu...
- Warum
- wieso
- welche Menge
- welche Intensität
ist hier sehr übersichtlich zusammengefaßt.
. . . Sport und Training kann bei neurologischen Patienten vielfache Funktionen erfüllen.
Neben dem Schutz vor Koordinationseinschränkungen, Kraft- oder Ausdauerverlusten – welches von zentraler Bedeutung für
die Befähigung von Alltagsaktivitäten ist – sind neuroprotektive Effekte von besonderem Interesse.
Die Schlüsselfunktion liegt dabei in der Expression von neurotrophen Faktoren. Diese biochemischen Substanzen werden vermehrt bei körperlicher Aktivität
– und vor allem bei schnellen, reflexbasierten Bewegungsabläufen – produziert und freigesetzt (Überblick bei Vaynman & GomezPinilla 2005). Bedeutsam ist dies u.a. vor dem Hintergrund, dass bei zahlreichen neurologischen Krankheitsbildern ein Mangel an neurotrophen Faktoren vorliegt, weshalb neurodegenerative Prozesse weiter beschleunigt werden (Andreassen et al 2009, Karege et al 2002, 2005, Parain 1999, Howells et al 2000, Sarchielli et al 2002, Azoulay et al 2005, 2008).
In Interventionsstudien – das jeweilige neurologische Krankheitsbild wird dabei häufig tierexperimentell simuliert –
wurde wiederum deutlich, dass bewegungsbasierte Trainingsmaßnahmen das Defizit an neurotrophen Faktoren ausgleichen bzw. der Entstehung eines Defizits entgegenwirken können (Le Page et al 1994, 1996, Cohen et al 2003, Tillerson et al 2001, Ying et al 2005, Molteni et al 2004).
Obwohl neurotophe Faktoren relativ pauschal auf Bewegungsreize reagieren, sind doch einige Besonderheiten hervorzuheben. So steigt die Freisetzung bei einem Lauftraining mit der Laufdistanz bzw. der Schrittanzahl an (Ying et al 2005), und das Laufen bergab führt zu höheren zu höheren Freisetzungen in kortikalen und subkortikalen Strukturen als das Laufen in der Ebene (Aguiar et al 2008).
Aufgrund des explorativen Charakters der Studie wurde ein Design ohne Kontrollgruppe gewählt, um sich den verschiedenen inhaltlichen Dimensionen besser widmen zu können. Dieser Aufbau bringt es gleichwohl mit sich, dass keine eindeutige Zuordnung von Leistungs- oder Kompetenzentwicklungen auf einzelne Trainingsphasen vorgenommen werden kann.
Ebenso erscheint die Freisetzung durch hochintensive Trainingseinheiten bzw. Stress beeinträchtigt zu werden (Nofuji et al 2008, Smith et al 1995, Adlard & Cotman 2004).
In Konsequenz bedeutet dies, dass Bewegungstraining ein großes Potential im Rahmen der Therapie neurodegenerativer Krankheitsbilder besitzt. Da die Freisetzung neurotropher Faktoren allerdings von zahlreichen Randbedingungen abhängig ist, muss ein Training jeweils gut kontrolliert und abgestimmt auf die jeweiligen Umweltfaktoren stattfinden, und genau um dies zu gewährleisten, ist die Einbindung der Patienten als Wissensträger und Entscheider von zentraler Bedeutung.