TAG Trier nennt diese Studie einen Äpfel-mit-Birnen-Vergleich.
Ich finde ehrlich gesagt die Stellungnahme der TAG Trier einen Äpfel-mit-Birnen Vergleich. Den Sinn der Studie verdreht eigentlich die Authorin des TAG Artikels.
Der Titel der Studie lautet "Long-term evolution of multiple sclerosis disability in the treatment era." und nicht: "Ist NEDA bzw. MRT sinnvoll?"
Und hinsichtlich des primären Ziels der Studie sind die Ergebnisse klar beschrieben:
- 17 Jahre nach der Erstdiagnose sind fast 90 Prozent der Patienten noch ohne Hilfe gehfähig
- 41 Prozent der Studienteilnehmer unter einer Therapie mit Interferon beta bzw. Natalizumab und Rituximab blieben stabil oder verbesserten sich. Einen EDSS-Wert von 6 oder größer erreichten während der medianen Krankheitszeit von 16,8 Jahren lediglich 10,7 Prozent der Patienten. Bleiben die Patienten unbehandelt, waren es etwa 50 Prozent.
- 18,1 Prozent der Patienten, die anfangs mit RRMS diagnostiziert wurden, entwickelten eine sekundär progrediente MS.
- Die Studie wurde mit 517 Patientenprofilen während einer 10-Jährigen Studiendauer durchgeführt.
Diese deutlichen Änderungen der Langzeitprognose pauschal als Selbstverständlichkeit abzutun, weil in den vergangenen Jahren ein McDonald Diagnosekriterium zur Feststellung einer MS weggefallen ist, bittet förmlich nach einem Beleg für so eine Behauptung.
Wichtig für TAG scheint wohl eher die "verborgene" Feststellung, dass ein initiales Fehlen von Entzündungsherden nicht bedeutet dass diese genausogut nicht jederzeit später auftreten können. Gut zu wissen, dass wir bei einer MS halt keine Prognosen machen können. Ist das eine geheime Neuigkeit? Wie dem auch sei, es wäre vermutlich dennoch wohl günstig, möglichst lange keine Entzündungen zu haben. Ob nun "NEDA" oder sonstwie.
Und dass MRT Bilder nur geringe Langzeitprognosekraft haben wissen vermutlich viele auch inzwischen. Merkwürdig zu behaupten, dass beide Aspekte "unterdrückt wurden" wenn sie in der Publikation eigentlich direkt im ersten Satz nach der Studieninterprätation stehen.
Aber wir wissen ja, dass da eine Verschwörungskampagne zwischen Studienärzten und Pharma am laufen ist. Hat jmd. schon mal geprüft, wieviele Millionen von Pharma schon in die Clinton Stiftung geflossen sind?