Das Zuviel an Stress.
1. Was macht das Zuviel aus?
2. Wo ist die Grenze?
3. Wie könnte man das Überschreiten der Grenze vermeiden?
4. Gibt es das MS-Stress-Autoimmunproblem erst nach Ausbruch der MS?
5. Ist mit "Stress" nur emotionale Belastung gemeint?
6. Die Menschen ohne MS-Möglichkeit: Lassen die den Stress nicht in dem Ausmaß zu
oder sterben die, bevor eine MS kommt, am Herzinfarkt?
gruß agno
Ganz allgemein: Ursachen richten sich nicht nach Definitionen, sonst wäre die Stress-Theorie von Selye nie entstanden. Tatsächlich ist es sogar umgekehrt: Die Definitionen richten sich nach den Theorien.
1. Als Semmelweis nach langen Mühen endlich die Ursache des Kindbettfiebers fand, waren seine Kollegen empört. Sie hielten ihn für einen Nestbeschmutzer: Ärzte, die sich nicht die Hände waschen, töten Frauen! Manche fragten sogar, wie viel Dreck man denn an den Fingern haben müsste, um eine Gebärende zu gefährden.
2. Wir (und Stefan) sind uns einig, dass man Stress zum Leben braucht. Man kann sich zwar vegan ernähren, aber nicht stressfrei leben - jedenfalls ist das kein Leben.
3. Normalerweise sind die Stressfaktoren saufende Ehemänner, widerliche Chefs und vom Leben benachteiligte Schwiegermütter. Wenn man so etwas entdeckt, muss es beseitigt werden.
4. Ich denke, der Stress ist nichts Schlimmes. Er fördert sogar das Leben. Schlimm ist, wenn der Stress nicht mehr aufhört, dann stellt sich das Immunsystem langsam um, die Cortisonspeicher erschöpfen und die Serotoninproduktion im Gehirn fällt ab.
5. Mit 'Stress' ist gemeint, dass etwas unvorschriftsmäßig behandelt wird, z.B. fährt man nicht im 2. Gang 100 kmh, niemand darf dazu gezwungen werden, entfremdete Arbeit zu tun und 2 oder 3 Krimis pro Tag tun niemandem gut.
Ich glaube, es gibt 'guten' und 'schlechten Stress'. Wenn ich in Kanada oder Australien leben müsste, wäre das letztendlich guter Stress; wenn ich dabei nicht umkomme. Aber so ist das Leben nun einmal.
Wie man es auch dreht und wendet: Stress ist überwiegend eine emotionale Belastung: Ein Wagnis kann als Katastrophe, aber auch als Lebenselixier angesehen werden.
6. Ich glaube, dass es Krankheiten gibt, die einen zufällig und ohne Mitverantwortung treffen, so wie einem ein Ziegel oder der Himmel auf den Kopf fallen kann, aber das ist selten. Für die meisten chronischen Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, AIDS, Herzinfarkt, Schlaganfall, MS...) trägt man eine nicht unerhebliche Mitverantwortung. Bei der Demenz bin ich mir nicht sicher.
W.W.