Chatwin oder Eco? Stellungnahme I (Allgemeines)
Umberto Eco?
Ich tippe eher, dass Karo das bei Bruce Chatwin gelesen hat.![]()
Bruce Chatwin ist der Klassiker zum Thema, könnte gut sein, dass mir das von dort im Gedächtnis haften geblieben ist. Auf der Suche nach der Quelle hatte das Buch auch durchgeblättert, die Passage auf die Schnelle allerdings nicht wiedergefunden. Vermutlich ist es eine Mischung aus verschiedenen Quellen.
In dem informellen Austausch, aus dem der zitierte Text stammt, schien mir Quellensicherheit allerdings auch nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Wichtiger schien es, ein „Denkbild“ zu entwickeln, einen Denkanstoß und eine Entscheidungshilfe rund um die Fragestellung, „ob und wie man seine eigenen Traumpfade verlassen kann“ - das betrifft ja viele Menschen, Träume und Pfade, nicht nur das Schreiben hier.
Für solche Entscheidungshilfen ist die Arbeit an ungesichertem bildlichem Material, das idealerweise eine andere Sicht auf das persönliche Problem eröffnen kann, oftmals wichtiger als Begriffs- und Faktensicherheit.
Und solche bildlichen Denkanstöße entstehen zufällig und assoziativ, sie setzen sich aus verschiedenartigen Quellen zusammen, die weder zuverlässig erinnert noch begriffssicher referiert werden müssen; sie dürfen je nach Bedarf korrigiert und umgeschrieben werden – gerade auch in ihr genaues Gegenteil –, und sie sind flüchtig, denn sie verschwinden wieder, sobald sie nicht mehr gebraucht werden.
Um Irrtümern vorzugreifen: Nein, solche Bildarbeit jenseits des Begrifflichen oder sonstiger Überprüfbarkeiten ist mitnichten unreflektiert oder gar antiaufklärerisch; sie ist ein Weg unter vielen anderen, zu einer Entscheidung zu finden.
Deine Antwort liest sich so, als wären dir solche Gedanken nicht fremd.
