Braucht man einen Neurologen, um eine MS zu diagnostizieren? (Allgemeines)
Das scheint selbstverständlich zu sein, denn wie sollte sich ein ganz normaler Hausarzt mit MS gut auskennen? Oder gar ein Heilpraktiker?
Ich meine ja eher, dass ein ganz normaler Arzt eine MS diagnostizieren kann. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass ein MS-Spezialist gefährlicher ist als ein ganz normaler praktischer Arzt. Warum?
Ungeordnet würde ich so antworten: Mit meinem Hausarzt kann ich besser reden. Bei Neurologen weiß man nie... Sie drehen einem das Wort im Mund um, oder spielen sich auf und behandeln einen so von oben herab, als ob sie es besser wüssten.
Neurologen haben Leitlinien, an die sich halten müssen. Aus juristischen Gründen, oder weil sie bei der DMSG zertifiziert sind. Sie gehen also nicht nach dem gesunden Menschenverstand vor, sondern nach einem normierten Abfragesystem, wo es von der Zahl der erreichten Punkte abhängt, ob ich eine MS habe oder nicht.
Wegen seiner starren Leitlinien wird er in Deutschland auf einer Liquorpunktion bestehen, was in den USA kein Arzt verlangen würde.
Experten neigen dazu, sich wichtiger zu nehmen, als sie in Wirklichkeit sind. So wäre es durchaus denkbar, dass sie sich ein irrsinnig kompliziertes Regelwerk ausgedacht haben, wie man eine MS diagnostiziert, um sich als die zu bewähren, die durch ihre eigenen Richtlinien durchsteigen.
Ein Hausarzt wird zu Recht sagen: Warten wir erst einmal ab! Es hat doch keinen Sinn, eine MS auf Deubel komm raus so früh wie möglich zu diagnostizieren.
Ein Hausarzt bekommt kein Geld von Pharmafirmen (Anwendungsbeobachtungen), wenn er ein besonders teures MS-Medikament verordnet.
Ein Hausarzt wird einen nicht in eine Studie stecken wollen.
Ein Hausarzt kriegt kein Geld von einer Klinik, wenn er einen Patienten dorthin zur Liquorpunktion oder Cortisontherapie einweist.
Der Hausarzt ist wahrscheinlich nicht gerade zu einem Neurologiekongress nach Barcelona eingeladen worden, wo Mietmäuler über MS-Medikamente referiert haben.
Und dennoch: Man kann es kaum bezweifeln: Ein Neurologe hat mehr Erfahrung mit der MS als der Hausarzt. Keine Frage, aber macht das wett, dass man ihm nicht so richtig trauen kann?
W.W.
Ich meine, dass viele Neurologen gut sind, auch dass viele Ärzte gut sind. Aber es gibt ein Bedürfnis von manchen MS-Patienten, sich nur dem besten Arzt anzuvertrauen. Und das ist für sie oft der 'Spezialist'.
über mein Vorwärtskommen, meine Beweglichkeit, 17 Jahre nach der Diagnose.
