Kann einen eine MS, die symptomlos ist, depressiv machen? (Allgemeines)
Ich glaube, das geht nicht! Wenn jemand eine MS ohne gravierende Symptome hat, muss man glücklich sein. Wenn man trotzdem depressiv ist, hat das nichts mit der MS zu tun.
W.W.
W.W., (vor 3515 Tagen)
Ich glaube, das geht nicht! Wenn jemand eine MS ohne gravierende Symptome hat, muss man glücklich sein. Wenn man trotzdem depressiv ist, hat das nichts mit der MS zu tun.
W.W.
Philipp, (vor 3515 Tagen) @ W.W.
Unter einer Schizophrenie nehmen Menschen vieles war auch eine Depression unter ihrer "MS".
Mit betagten Angehörigen Alles erlebt, heute langweilig, morgen depressiv, die "MS" Symptome wie es kribbelt an den Beinen und Armen, sehe Blitze, kann kaum Gehen und und und.
Meist können sie scheinbar keine Nacht schlafen, über Monate.
Haben keinen Appetit, Esswaren werden aber täglich gekauft und irgend wer muss es ja
gegessen haben.
Das ist endlos.
Philipp
stefan
, Berlin, (vor 3515 Tagen) @ W.W.
Ich glaube, das geht nicht! Wenn jemand eine MS ohne gravierende Symptome hat, muss man glücklich sein. Wenn man trotzdem depressiv ist, hat das nichts mit der MS zu tun.
W.W.
Allein die Diagnose "MS". solch ein Damoklesschwert ist eine Katastrophe. Jeder Schachspieler weiß, dass die Drohung viel schlimmer als die Ausführung ist, (die Diagnose allein ist oft also viel schrecklicher und schwerer zu ertragen als einzelne Symptome) und ist diese Frage also eine Provokation, Ausdruck von Langeweile, eine Erklärung, MS-Betroffene und deren Situation von Anfang an mit ihrer Situation nicht zu verstehen, ein versteckter Wegweiser wohin, welcher Weg, noch viel mehr? Es wird/soll/darf offen bleiben, glaube ich.
Dass jemand zudem glücklich sein muss - das scheint mir sehr weit von oben herab gedacht (und vielleicht gerade das Beste überhaupt an Deinem Statement, weil es polarisiert), ( doch so ganz anders als der Vorschlag von Camus, wir sollten uns den Sisyphos glücklich vorstellen), und was also könnte der Nutzen dieses Beitrages sein? Carpe diem?!
Du hast Dich verändert Wolfgang. Wir alle verändern uns mehr oder weniger, und nach William Blake ist alles was lebt, heilig. (Und auch über und mit Heiligem darf man streiten
)
Du hast Dich vielfach in die Herzen und Gedanken von Menschen geschrieben, andere provoziert und Dich nicht immer besonders geschickt dabei angestellt, Du hast MS-Betroffenen Sorgen zu nehmen versucht, auf eine Art und Weise, dass ich glaube, Du hättest ihnen ihre Sorgen und Zweifel lieber gelassen, damit sie damit umgehen lernen, aber sie wollten das auch so, und insofern bist Du Teil von einem Spiel, das eben zu einem psychotherapeutisch unbegabten Arzt und keinesfalls zu einem Psychotherapeuten passt. (Ärzte sich oft Dienstleister, PsychotherapeutInnen haben andere Aufgaben, z.B. entsprechend andere Sichtweisen auf das Phänomen "Depression" anbieten, zu verstehen versuchen, (jenseits chemischer Prozesse oder monokausaler Wirkprinzipien).
Und nun?
Wir hatten beide unsere Unterhaltung, ein paar verbale Fingerübungen am Morgen, ein paar Ideen wiederholt, mich hat eine gewisse Demut ereilt, die mich überhaupt hat antworten lassen.
Schön, dass es Dich gibt.

Philipp, (vor 3499 Tagen) @ stefan
du meinst er ist dein Papa und er verbringt zu viel Zeit im Forum.
Jetzt bist du böse auf uns und auf Papa.
Philipp
Idefix, Körbchen, wenn ich nicht gerade rumflitze, (vor 3515 Tagen) @ W.W.
Stimmt. Man kann sich auch in eine Diagnose reinsteigern. Ich glaube die Diagnose ist der Anlass der Depression, der Grund liegt vermutlich woanders...
Ich denke eher in Problemen mit der Verarbeitung der Realität...
Selbst im Gesundheitssystem herrscht das Leistungsprinzip... Und dann noch die vielen Ereignisse, die man nicht beeinflussen kann...
Idefix
Mein Mann war gestern kurz in Brüssel, da hat man schon ein komisches Gefühl bei den Ereignissen von vor ein paar Wochen. Damit muß man leben... Auch mit MS
Philipp, (vor 3515 Tagen) @ Idefix
Hallo Idefix
Ja du sagst es.
Bei den "Altenbesuchen" in einer sehr grossen Psychiatrie hatte es von Jung bis
Alt alles, Niemand mit MS, MS scheint nicht ein Trigger zu sein.
Die konnte alle gut gehen.
Philipp
IceUrmel, (vor 3515 Tagen) @ W.W.
Ich glaube, das geht nicht! Wenn jemand eine MS ohne gravierende Symptome hat, muss man glücklich sein. Wenn man trotzdem depressiv ist, hat das nichts mit der MS zu tun.
W.W.
Die Depression kann auch ein Symptom der MS sein - schließlich besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bereiche des Gehirns durch die MS geschädigt werden, die für die Steuerung von Emotionen zuständig sind.
W.W., (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Die Depression kann auch ein Symptom der MS sein - schließlich besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bereiche des Gehirns durch die MS geschädigt werden, die für die Steuerung von Emotionen zuständig sind.
Ich glaube das nicht!
W.W.
IceUrmel, (vor 3515 Tagen) @ W.W.
Die Depression kann auch ein Symptom der MS sein - schließlich besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bereiche des Gehirns durch die MS geschädigt werden, die für die Steuerung von Emotionen zuständig sind.
Ich glaube das nicht!W.W.
Aha! Aber glauben heißt nicht wissen.
Was sind die Ursachen der Depression bei MS? Hier ein Textauszug der aMSel:
Wie depressive Symptome entstehen ist noch unklar, es gibt aber Vermutungen über Zusammenhänge.
Die Depressionsrate ist unter MS-Betroffenen deutlich höher als unter Patienten mit anderen neurologischen bzw. chronischen Erkrankungen. Somit kann man eine Depression bei MS nicht einfach ausschließlich als psychische Störung in Reaktion auf die Erkrankung bezeichnen. Hinzu kommt, dass Depressionen bei MS-Betroffenen mit zerebraler Beteiligung (Entzündungen im Gehirn) häufiger anzutreffen sind, als bei Betroffenen mit rein spinaler Erkrankungsform (Entzündungen im Rückenmark). Dies lässt auf die Beteiligung hirnorganischer Faktoren bei der Entstehung einer Depression bei MS schließen.
Als weitere Ursachen von Depressionen bei MS werden hormonelle Störungen und eine beeinträchtigte Regelung des Immunsystems diskutiert.
Hier der Artikel zum selberlesen: http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/MS-und-Depression_169
motorschiffbesitzer, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Die Depression kann auch ein Symptom der MS sein - schließlich besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bereiche des Gehirns durch die MS geschädigt werden, die für die Steuerung von Emotionen zuständig sind.
Ich glaube das nicht!W.W.
Aha! Aber glauben heißt nicht wissen.
Natürlich! Außerdem geht die Begründung doch aus der Threadüberschrift selbst hervor!
Eine symptomlose MS kann es nicht geben!
Wie soll die Diagnose MS festgestellt worden sein?
Durch freiwillige wöchentliche LP, MRT und Termine beim Neurologen?
Sehr unrealistisch!
--
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IceUrmel, (vor 3515 Tagen) @ motorschiffbesitzer
Eine symptomlose MS kann es nicht geben!
Wie soll die Diagnose MS festgestellt worden sein?
Durch freiwillige wöchentliche LP, MRT und Termine beim Neurologen?Sehr unrealistisch!
Nun ja, wenn das so ist, dann ist es wohl so. 
Philipp, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Nehmen wir doch an ja, es gibt die Symptomlose MS und die daraus gebildete
Depression, wieso auch nicht, sind wir doch offen und lösungsorientiert.
Ich würde mal versuchen täglich 1 Std. mit einem rosaroten Ring hula hoop zu machen,
wenn es hilft hat w.w. für sein Buch eine neue Therapieform für symptomlose MS, wieso
auch nicht.
Philipp
IceUrmel, (vor 3515 Tagen) @ Philipp
Nee, Philipp,
wenn die Depression ein Symtom der MS sein kann, dann wäre sie doch nicht symptomlos. Ach je, ich glaube, ich gebe auf. 
Philipp, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Ich teile deine Meinung zu 100%, ich möchte aber nicht die
gute Stimmung verderben.
Ich lasse Jedem seine MS und seine Depression und seine Art der "Behandlung".
Ein humanitärer Akt !
Eine grosszügige Geste !
lg
Philipp
IceUrmel, (vor 3515 Tagen) @ Philipp
Ach so. Na dann...
Philipp, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Schön, ein Lächeln zaubern zu können
Was Ferien ausmachen können.
Philipp
Sonne, (vor 3515 Tagen) @ Philipp
Nehmen wir doch an ja, es gibt die Symptomlose MS und die daraus gebildete
Depression, wieso auch nicht, sind wir doch offen und lösungsorientiert.Ich würde mal versuchen täglich 1 Std. mit einem rosaroten Ring hula hoop zu machen,
wenn es hilft hat w.w. für sein Buch eine neue Therapieform für symptomlose MS, wieso
auch nicht.Philipp
Ach wir sind in einer Buchbesprechung?
Und ich dachte.. in einem MS - Forum
MSB - Recht hat er!!!
Es gibt keine symptomlose MS.
Wenn wir alle keine Symptome (oder Folgen) hätten, was machen wir dann hier?
Wenn du gerade keinerlei Entzündungsgeschehen hast, warum kannst du dann nicht laufen?
Boggy, (vor 3515 Tagen) @ motorschiffbesitzer
Eine symptomlose MS kann es nicht geben!
Wie soll die Diagnose MS festgestellt worden sein?
Durch freiwillige wöchentliche LP, MRT und Termine beim Neurologen?Sehr unrealistisch!
Genau! Eine "symptomlose" MS ist ein Widerspruch in sich selbst.
Wo keine Symptome sind, wird auch nicht diagnostiziert.
Man kann aber schon MS haben, ohne es zu merken ...oder nur als irgendein Gefühl von "da stimmt was nicht" o.ä..
Gruß
Boggy
--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.
Boggy, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Die Depression kann auch ein Symptom der MS sein - schließlich besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bereiche des Gehirns durch die MS geschädigt werden, die für die Steuerung von Emotionen zuständig sind.
Vorsicht! Welche "Bereiche" des Gehirns machen denn eine Depression?!?
Gibt es irgendwelche gesicherten Erkenntnisse, daß "Bereiche" im Gehirn für eine Depression verantwortlich sind?
Wäre mir neu.
Bitte belegen.
Aha! Aber glauben heißt nicht wissen.
Richtig! das gilt auch für den zitierten amsel-Text.
Was sind die Ursachen der Depression bei MS? Hier ein Textauszug der aMSel:
Wie depressive Symptome entstehen ist noch unklar, es gibt aber Vermutungen über Zusammenhänge.
Vermutungen!!!
Die Depressionsrate ist unter MS-Betroffenen deutlich höher als unter Patienten mit anderen neurologischen bzw. chronischen Erkrankungen.
Belege? Welche Studien?
Ebenfalls der angegebene amsel-Text von 2002:
"Bei etwa der Hälfte der Betroffenen, so schätzt man aufgrund verschiedener Studien, wird im Laufe des Lebens eine Depression diagnostiziert."
Die "Studien" möchte ich erst sehen
Als weitere Ursachen von Depressionen bei MS werden hormonelle Störungen und eine beeinträchtigte Regelung des Immunsystems diskutiert.
Das ist nochmal was ganz Anderes ...
Gruß
Boggy
--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.
IceUrmel, (vor 3515 Tagen) @ Boggy
Ich glaube „Sonne“ hat dazu einiges geschrieben.
Vielleicht kann ich das noch durch den Hinweis ergänzen, dass es bei anderen Erkrankungen des Gehirns zum Teil massive Wesensveränderungen gibt. Hierzu gehören z.B. Hirntumore oder auch Alzheimer.
Und sollte sich ein Zusammenhang mit hormonellen Einflüssen ergeben, dann brauchen wir uns ohnehin nicht wundern, denn jeder, der es z.B. schon mal mit einer Schilddrüsenfunktionsstörung zu tun hatte weiß, wie sehr sich das auf die Psyche auswirkt.
Wen es interessiert, ich habe einen Artikel von Adam Kaplin gefunden (Demoralisierung und Depression bei Multipler Sklerose und Transverser Myelitis): https://www.myelitis.de/userfiles/downloads/article/myelitis-demoralisierung-depression...
Konnte ihn nur überfliegen, weil ich mich nicht wirklich konzentrieren kann, aber das, was ich mitbekommen habe, war interessant. Ein Fazit lautet: Depression und MS sind zwei Bahnen der gleichen Straße. MS verursacht Depression, Depression und Stress verschlimmert MS.
Und es werden neue Studien zu dem Themenkomplex gemacht: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-forschung/denim-studie-depression-und-imm...
Man darf gespannt sein.
Sonne, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Die Depression kann auch ein Symptom der MS sein - schließlich besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bereiche des Gehirns durch die MS geschädigt werden, die für die Steuerung von Emotionen zuständig sind.
Das klingt für mich auch sehr logisch IceUrmel.
Auch hier sehr klare Aussagen auch hier. Man höre gleich zu Beginn: Jeder 2. MS - Patient...
Und sonst verstehe ich diese anderen Reaktionen nicht wirklich.
Angst vor Stigmatisierung oder einfach nur Schönfärberei?
Ich selbst hatte vor vielen Jahren auch eine saftige Depression.
Und ich kann sogar drüber reden..
PS: hier übrigens noch ein Link einer kleineren Studie:
Frauen mit MS
IceUrmel, (vor 3515 Tagen) @ Sonne
Auch hier sehr klare Aussagen auch hier. Man höre gleich zu Beginn: Jeder 2. MS - Patient...
Interessant auch die Formel von Hr. Dr. Meier zur Depression: trotz, durch oder wegen der MS.
Angst vor Stigmatisierung oder einfach nur Schönfärberei?
Vielleicht Angst. Ich glaube es ist für viele Menschen immer noch schwierig mit dem Thema umzugehen.
Ich selbst hatte vor vielen Jahren auch eine saftige Depression.
Und ich kann sogar drüber reden..
Super! Es wäre toll, wenn es noch viel mehr Menschen gäbe, die offen damit umgehen
Sonne, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Es genügt ja schon, nicht schönzufärben.
Super! Es wäre toll, wenn es noch viel mehr Menschen gäbe, die offen damit umgehen
Boggy, (vor 3515 Tagen) @ IceUrmel
Ich glaube, das geht nicht! Wenn jemand eine MS ohne gravierende Symptome hat, muss man glücklich sein. Wenn man trotzdem depressiv ist, hat das nichts mit der MS zu tun.
W.W.
Die Depression kann auch ein Symptom der MS sein - schließlich besteht die Möglichkeit, dass entsprechende Bereiche des Gehirns durch die MS geschädigt werden, die für die Steuerung von Emotionen zuständig sind.
Das halte ich für einen GANZ WICHTIGEN Hinweis im amsel-Text:
"Nicht jede traurige Stimmung ist eine Depression. Traurigkeit ist eine natürliche Reaktion auf einen schlimmen Verlust oder eine leidvolle Lebenserfahrung. Trauer, Niedergeschlagenheit und depressive Verstimmungen sind normale Reaktionen gerade auch auf eine Krankheit wie MS, die immer wieder neu mit körperlichen Beeinträchtigungen einhergehen kann oder Betroffene zwingt, Lebenspläne aufzugeben. Heute ist der Begriff «Depression» schon fast ein normales Alltagswort geworden."
Wie sonst sollte man auf eine MS reagieren als auch mit Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Bedrücktheit etc., (oder Verzweiflung, Angst, Schrecken usw.)
Das alles sind natürliche Reaktionen im Spektrum menschlichen Fühlens und Erlebens.
Das muß man nicht unnötig psycho-pathologisieren.
Gruß
Boggy
--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.
Sonne, (vor 3515 Tagen) @ Boggy
Da stimme ich dir voll zu, Lieber Boggy, das sollte deutlich unterschieden werden.
Dennoch sprechen die Fakten (trotz geringer Studienlage) eine andere Sprache.
Leider bin ich wieder zu blöd, ein PDF der Uni Bochum zu verlinken.
Darin heißt es:
Das Vorkommen von Depressionen in unterschiedlichen Stadien von MS ist dokumentiert
worden. Depression kann schon in frühen Stadien der MS auftreten, oder sogar ein frühes Zeichen, noch vor Auftreten von motorischen Störungen, sein (Haase et al., 2003). Mohr et al. (1997) untersuchten die Zusammenhänge zwischen Depression, motorischer Beeinträchtigung und Coping-Verhalten in 101 Patienten. Sie fanden ein signifikant höheres Vorkommen von Depression bei fortgeschrittener Behinderung.
Ferner wurde beobachtet,dass Bewältigungsstrategien ‚Planful Problem-Solving’ und ‚Cognitive Reframing’ bei stärkerer neurologischer Beeinträchtigung strenger mit Depression korrelieren. Die Ausprägung der depressiven Symptomatik, das Coping-Verhalten und der Grad der Behinderung stehen bei MS also in einer reziproken Wechselbeziehung.
Der Zusammenhang zwischen dem Muster der Läsionen im MRT und Depressionen ist
ebenfalls beschrieben worden. Bakshi et al. (2000) untersuchten 19 depressive und 29 nicht depressive Patienten mit MS. Ihren Ergebnissen zufolge korrelierte die Depression mit hypointensen T1-Läsionen im Frontal- und Parietallappen. Die Schwere der Depression korrelierte mit frontalen, parietalen und temporalen T1-Läsionen sowie mit Ventrikelverbreiterungund frontaler Atrophie. Berg et al. (2000b) stellten sich die Frage, ob die Depression bei MS ebenso mit Veränderungen oder Läsionen des basalen limbischen Systems einhergeht wie bei primärer Depression oder bei PD.
Sie untersuchten 78 Patienten mit MS. Davon waren 31 Patienten depressiv. Sie zeigten eine signifikant größere Anzahl an Läsionen besonders im rechten Temporallappen. Des weiteren beobachteten sie eine Zunahme der Läsionen im rechten Parietal- und Frontallappen, aber ebenso im Cerebellum.
Auch die Gesamtzahl der Läsionen war bei depressiven Patienten höher. Es fanden
sich keine Korrelationen mit Schädigungen des basalen limbischen Systems. Die Korrelation mit der Zunahme der Läsionen in den Projektionsarealen des basalen limbischen Systems legte für diese Arbeitsgruppe die Vermutung nahe, dass die Entstehungsmechanismen von Depression bei MS weitaus komplexer sind.
Also wegzuwischen ist das nicht so einfach, meine ich.
Und ich war betroffen, richtig betroffen.
Gruß S
nne
Das halte ich für einen GANZ WICHTIGEN Hinweis im amsel-Text:
"Nicht jede traurige Stimmung ist eine Depression. Traurigkeit ist eine natürliche Reaktion auf einen schlimmen Verlust oder eine leidvolle Lebenserfahrung. Trauer, Niedergeschlagenheit und depressive Verstimmungen sind normale Reaktionen gerade auch auf eine Krankheit wie MS, die immer wieder neu mit körperlichen Beeinträchtigungen einhergehen kann oder Betroffene zwingt, Lebenspläne aufzugeben. Heute ist der Begriff «Depression» schon fast ein normales Alltagswort geworden."
Gruß
Boggy
Boggy, (vor 3515 Tagen) @ Sonne
Also wegzuwischen ist das nicht so einfach, meine ich.
Und ich war betroffen, richtig betroffen.
Liebe Sonne,
letzteres will ich überhaupt nicht in Abrede stellen, und bestimmt nicht "wegwischen".
Es gibt depressive Erkrankungen, daran habe ich keinen Zweifel.
Aber hier geht viel durcheinander, was gut unterschieden und geordnet werden muß.
Ich muß das alles mal in Ruhe lesen, und mir Gedanken dazu machen.
Drei Hauptfragen habe ich dazu:
a) Welches "Instrument" wurde benutzt, um "Depression" bei den Studienteilnehmern zu diagnostizieren?
b) Wie wurde "Depression" definiert?
c) War die Auswahl der Teilnehmer repräsentativ?
Gruß
Boggy
--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.
Philipp, (vor 3515 Tagen) @ W.W.
W.W., (vor 3515 Tagen) @ W.W.
Um mich zu präzisieren:
1. kann man eine sichere MS haben, nachdem man z.B. eine Sehnerventzündung erlitten hat + Oligoklonale + mehrere Herde im MRT. Das kann alles 10 Jahre her sein, aber man hat keine weiteren Schübe gehabt. Das würde ich als eine 'symptomlose MS' bezeichnen.
2. Man könnte sagen, die MS sei nur scheinbar symptomlos, denn man ist vielleicht nicht mehr so belastbar wie früher, ist nicht mehr so leistungsfähig, ist wetterfühliger geworden, hat manchmal Konzentrationsstörungen, hat näher am Wasser gebaut...
Ich weiß es natürlich nicht, aber ich glaube (- um es auf den Punkt zu bringen -, es gibt MS-Herde, die Schwindel machen, aber ich bin überhaupt nicht sicher, dass es MS-Herde gibt, die Depressionen machen. Und wie es mit der Fatigue ist, weiß ich auch nicht so genau, aber ich nehme an, dass in vielen Fällen das Fatiguesyndrom mit der Zahl der Herde korreliert. Anders gesagt; Oft ist es so: Wer eine ausgeprägte Fatigue hat, hat viele Herde. (Ja, es gibt natürlich Ausnahmen! Ich meine das ja auch nur als Faustregel!)
3. Ich glaube, dass 'echte' Depressionen sehr schwer von anderen Depressionen zu unterscheiden sind, also wenn einem im Leben etwas zustößt, das einem Kummer macht. Ich glaube, viele Menschen haben ihre eigene 'Depression', nach ihren eigenen Kriterien. Und ich fürchte auch, dass Depression etwas Edleres ist als ein ganz normaler Kummer.
4. Es gibt eine schwierig zu entwirrende Zirkularität, bekannt als Henne-Ei-Problem: Bekommt jemand, der es im Leben schwer hat, eher eine MS? Oder eine Depression? Haben MS und Depression eher etwas mit der schwierigen Lebenssituation zu tun, oder sind sie unabhängig davon.
5. Ich habe größte Bedenken dieser Angst bzw. psychischen Störung gegenüber: Die MS bedroht ist und ist unberechenbar. Seitdem ich die Diagnose weiß, habe ich das ständige Gefühl, mir würde ein Schwert über dem Kopf schweben. Deswegen werde ich meines Lebens nicht mehr froh.
Ich versuchte mit meinem Hirnblutungsbeispiel zum Ausdruck zu bringen: Auch jemand, der 2 Hirnblutungen erlitten hat und an der 3. vermutlich sterben wird, kann glücklich leben. Wenn er es nicht tut, liegt das weniger an den Hirnblutungen bzw. der MS.
W.W.
PS: Wenn ich sage, ich 'glaube', dann sage ich das als jemand, der sich sehr lange mit der MS beschäftigt hat, aber keine beweisbare Meinung hat. Ich 'glaube' es einfach nur, aber dennoch ist meine Aussage etwas wert, weil sie von jemandem getroffen wird, der sich mit der Sache befasst hat. Manchmal ist es wichtig, jemandem zu antworten, der fragt: 'Sie haben sich doch so lange mit der MS beschäftigt und wissen einiges über die Krankheit, was glauben Sie, auch wenn es nur eine Meinung ist?' Ich sage dann, was ich glaube - aber natürlich kann ich mich irren!