Das Wachsen, Blühen und Gedeihen von MS-Foren (Allgemeines)

W.W., (vor 3518 Tagen)

Seit vielen Jahren habe ich das mit den MS-Foren beobachtet. Es war wie eine Evolution im Kleinen, etwas, das sich durch Versuch und Irrtum entwickelte, und etwas, wobei der Stärkere zu überleben schien. Aber etwas, das Korallenriffe, Schmetterlinge und Antilopen hervorbrachte, entstand nicht, ich meine damit, dass sich nichts Schönes und Überraschendes entwickelte. Eher das Gefühl, dass ein MS-Forum ein MS-Forum ein MS-Forum ist.

Das ist es ja auch! Wenn alles gut läuft, ist es ein Forum, wo man sich trifft, um sich auszutauschen. Das hat meistens etwas mit der MS zu tun: Welche Kapriolen die Krankheiten schlägt, wie neue Therapien anschlagen oder welche neuen Theorien entwickelt worden sind.

Aber man kann sich manchmal auch nur über das Wetter, das eigene Befinden oder das unterhalten, worüber alle reden. Warum nicht? Weil sich in einem solchen Forum ja nette Leute treffen, mit denen man sich gern austauscht.

So ein MS-Forum ist also so etwas wie eine große Familie, wo jeder das sagt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, aber man keine Angst haben muss, Betrügern in die Hände zu fallen. Das ist beruhigend und angenehm.

Aber manchmal hat man auch das Gefühl, man käme nicht richtig vom Fleck, man kreise immer um denselben Brei. Ich glaube, das ist eine Täuschung. So etwas gibt es in jeder netten Familie, gehört sogar dazu. ES sind die APOTHEKEN-UMSCHAU und die ÄRZTE-ZEITUNG, die meinen, sie müssten jede Woche etwas Neues und Spannendes berichten.

In einem Forum geht es um etwas Anderes. Dass man sich gegenseitig vertraut und ganz sicher sein kann: Wenn etwas Neues in der MS-Szene entsteht, eine neue Therapie oder ein neuer Behandlungsansatz, dann kann man sicher sein, dass dieses hier besprochen und kommentiert wird.

Es ist eben wie in einer Familie, die mitten im Leben steht, und wo nichts verloren geht, was wichtig ist. Und wo man sich aufeinander verlassen kann.

W.W.

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Das Wachsen, Blühen und Gedeihen von MS-Foren

Philipp, (vor 3518 Tagen) @ W.W.

Das trifft nur auf die Ufos zu, ein echter Gewinn, einmalig in der MS Forenlandschaft.

Philipp

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Das Wachsen, Blühen und Gedeihen von MS-Foren

Hitman, (vor 3518 Tagen) @ Philipp

Das trifft nur auf die Ufos zu, ein echter Gewinn, einmalig in der MS Forenlandschaft.

Kennst du alle MS-Foren oder warum diese implizite pauschale Abwertung aller MS-Foren?

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vom guten Leben mit MS

agno, (vor 3518 Tagen) @ W.W.

Lieber W.W.
Ein Freund aus alten Zeiten, der einen kleinen MS-Pflege-Konzern leitete, sagte dazu immer:
Mit MS braucht man kranke Freunde, damit man spürt dass dieses seltsame Leben mit MS ganz normal ist.
Und es braucht auch gesunde Freunde, damit man den Draht in die "normale Welt" nicht verliert.
Ich hoffe dass ein gutes Forum manchmal ein Teil von diesen Aufgaben übernimmt.

;-) Trotzdem meinte Stefan früher:

Vermeiden was schädlich scheint:

- Gute Ratschläge,
- "Stress" ;-))
- "Basistherapien"
- MS-Foren
- zu wenig Trinken.

Regel Nr 1:

Jeder macht was er will!


(so ganz unrecht hat er imho nicht)

gruß agno

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vom guten Leben mit MS

W.W., (vor 3517 Tagen) @ agno

Trotzdem - oder gerade deswegen - geht mir die Frage nicht aus dem Kopf: Was ist ein gutes MS-Forum? Einige von uns haben es doch ein paarmal probiert. Aber immer wieder schien sich herauszustellen, dass Andys Forum das beste gewesen war: eine optimale Mischung aus Witz, Aggressivität, persönlicher Anteilnahme und immer MS-bezogen, ohne MS-fixiert zu sein.

So etwas ist also möglich, und ich glaube die MS-Ufos kommen diesem Ideal recht nahe. Sallys Café ist für meinen Geschmack zu sanft und esoterisch, aber viele mögen das. Das DMSG-Forum litt darunter, dass es unmoderiert war, und sich niemand dafür zuständig fühlte, welcher Geist dort herrschte.

Aber natürlich können auch gerade moderierte Foren vom Teufel sein, weil es Moderatoren gibt, die einem etwas aufschwatzen wollen: eine Pharmaparanoia oder eine Kapitalismuskritik; oder - noch schlimmer - etwas Religiöses oder Weltanschauliches.

Ich finde übrigens, dass das mit den Séparée eine gute Lösung ist. Man kann nicht nur über MS diskutieren!:-( Nicht, weil die MS langweilig wäre, sondern weil sie mitten im Leben steht!!!

Aber ich glaube oder fürchte, dass einige etwas brauchen, was man früher den 'Kick' genannt hat, etwas, das einen aufregt, wenn man gemütlich vor dem Kamin sitzt. Wenn draußen nur Frühlingsblumen duften und Schmetterlinge herumflattern, ist das zwar schön, aber todlangweilig.

In einem Forum ist es vielleicht wie in der Demokratie: Es läuft nicht alles so, wie man es gern hätte, und das, was ein starker Mann in Nullkommanichts erledigen könnte, dauert elend lange, aber auch, wenn es nervt, es gehört zu einer Demokratie dazu, sich zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer oder Sarah Wagenknecht und Frauke Petry entscheiden zu müssen, manchmal sogar Claudia Roth recht zu geben, die Kölner Erdogan-Demonstration zu erlauben und darüber zu streiten, ob man auch Kabinen für Menschen braucht, die nicht genau wissen, ob sie heterosexuell oder homosexuell sind.

Auch in einem MS-Forum sollte es also niemals so zugehen wie in einer Boulevard-Zeitung! Das kann einfach nicht das Ziel sein, obwohl es einen manchmal reizt zu fragen, ob Manager von VW so furchtbar viel Geld verdienen müssen?:confused: Weil man sonst keinen oder keine finden würde, die es so gut macht wie die Bestbezahlten.

Auch ein Fußballspieler würde natürlich nicht so gut spielen wie Thomas Müller, wenn er nur 100.000 € im Jahr verdienen würde!

Vieles, was spannend ist, darf man in einem MS-Form also nicht ansprechen, und das ist auch gut so, es sei denn, man findet doch einen Vorwand - oder geht gleich ins Séparée.

W.W.

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vom guten Leben mit MS

Philipp, (vor 3517 Tagen) @ W.W.

Wenn Jemand bei schönem Wetter drinnen in einem Pflegebett gerade neue Windeln
gewechselt bekommen hat und nicht so glücklich ist, wie jemand der mit seiner
Familie einen Ausflug unternommen hat schlägt sich halt auch oft in der Schreibweise
nieder (Frust ablassen).

Da muss man dankbar sein und einfach nicht anklicken.

Leben und leben lassen und nicht Alles lesen.

Philipp

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vom guten Leben mit MS

W.W., (vor 3517 Tagen) @ Philipp

Wenn Jemand bei schönem Wetter drinnen in einem Pflegebett gerade neue Windeln
gewechselt bekommen hat und nicht so glücklich ist, wie jemand der mit seiner
Familie einen Ausflug unternommen hat schlägt sich halt auch oft in der Schreibweise
nieder (Frust ablassen).

Da muss man dankbar sein und einfach nicht anklicken.

Leben und leben lassen und nicht Alles lesen.

Ich bin nicht sicher, ob ich Sie richtig verstehe. Sie meinen: Wenn jemand mit sich und seiner Situation unzufrieden ist, dann sollte er seinen Frust zum Ausdruck bringen dürfen?

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Sie richtig verstanden habe, aber auch wenn ich es hätte, dann wäre ich anderer Ansicht.

W.W.

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vom guten Leben mit MS

moritz, (vor 3517 Tagen) @ W.W.

ich verstehe sie nicht. ein mensch, der leidet, darf das nicht sagen? in einem ms-forum soll kein platz sein, frust ablassen zu dürfen?

wo soll ein schwerbehinderter ms-kranker denn sonst sein leiden am leben beklagen dürfen? ich verstehe sie wirklich nicht.

übrigens bin ich der meinung, dass ein ms-forum in 1.linie ms-pat. zu gute kommen soll.

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vom guten Leben mit MS

agno, (vor 3517 Tagen) @ W.W.

Trotzdem - oder gerade deswegen - geht mir die Frage nicht aus dem Kopf: Was ist ein gutes MS-Forum?
W.W.

Tja, das ist so als ob Sie mit ihrem Schatz darüber diskutieren, wie ihre ideale Ehefrau sein sollte. :-D
(Ich vermute dass ihre liebe Ehefrau dann irgendwann einmal, eine für Sie extrem wichtige & eilige Alltäglichkeit unterbricht und sagt,
dass Sie gerade darüber grübelt ob Sie für Sie als Ehefrau gut genug ist. :-D )

lG agno

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vom guten Leben mit MS

W.W., (vor 3517 Tagen) @ agno

Trotzdem - oder gerade deswegen - geht mir die Frage nicht aus dem Kopf: Was ist ein gutes MS-Forum?
W.W.


Tja, das ist so als ob Sie mit ihrem Schatz darüber diskutieren, wie ihre ideale Ehefrau sein sollte. :-D

Der Punkt ist, dass ich ziemlich sicher sein könnte, dass sie zu dem Schluss käme, für mich die ideale Ehefrau zu sein. Basta!

In etwa ist das der Einwand, den ich gegen Philipp habe, auch wenn ich ihn nicht so gut formulieren konnte!:-( Man kann das Vergnügen, ein Himbeereis zu schlecken, nicht mit dem Vergnügen vergleichen, in ein Eisloch zu springen! Obwohl es sich in beiden Fällen um Eis handelt.

W.W.

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vom guten Leben mit MS

Philipp, (vor 3517 Tagen) @ W.W.

Gesund bin ich nicht nur in Eislöcher gesprungen, Eistauchen und Eisfischen waren
grandios.


Philipp

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vom guten Leben mit MS

agno, (vor 3517 Tagen) @ W.W.

Lieber W.W.
Philip scheint mir zwar ein relativ lieber Kerl,
aber ich habe bei ihm manchmal den Eindruck, als würde er sich im Randgruppenwettkampf vorne anstellen.
Leider sind diese wertvollen Randgruppendefinitionskämpfe von gestern.
agno

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vom guten Leben mit MS

W.W., (vor 3517 Tagen) @ agno

Ich frage mich: Wenn man die ganze Versuch-und-Irrtum-Geschichte mitgemacht hat, mit MS-Foren entstanden, wie sie sich zerstritten, neue Versuche gestartet wurden und rasch wieder verschwanden, wenn man das alles so beobachtet hat, dann wäre es doch eigentlich wahrscheinlich, dass - wie im Kampf ums Dasein - sich allmählich ein MS-Forum herausschält, von dem man sagt: Ja, das kommt einem idealen MS-Forum ziemlich nahe.

Imho meine ich, das in diesem Forum gefunden zu haben, weil hier freundlich und offen miteinander umgegangen wird. Ich habe nie erlebt, dass jemand beleidigt oder seine (ihre) Meinung missachtet wurde. Der Umgang miteinander ist respektvoll, kreist um das Thema MS und bezieht in vertretbarem Umfang das, was um uns herum geschieht, mit ein.

Dennoch scheint einigen, vor allem denen, die früher im DMSG-Forum waren, etwas zu fehlen?! Was könnte das sein? Sind wir hier zu kritisch?

Wenn man AKP-Anhänger in Deutschland wäre, könnte man behaupten, die deutschen Medien würden unfair über Erdogan berichten, es würde den Deutschen etwas gegen die Türken und die Moslems eingeflüstert, auch die, die viel Hoffnungen mit den Fortschritten der Pharmaindustrie verbinden, könnten uns unseren Pessimismus und unsere Skepsis vorwerfen.

Ist es das, dass wir hier im Forum zu negativ denken? Sprechen wir voreingenommen über Betainterferone, Glatirameracetet, Fumarsäure oder Fingolimod?

W.W.

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vom guten Leben mit MS / der Umgang mit Unsicherheit

agno, (vor 3517 Tagen) @ W.W.

... die, die viel Hoffnungen mit den Fortschritten der Pharmaindustrie verbinden, könnten uns unseren Pessimismus und unsere Skepsis vorwerfen?

Darüber habe ich auch schon gegrübelt, ich kam zum Entschluss die Therapiefrage als Glaubensfrage zu interpretieren. Wobei ich persönlich die Therapie irgendwie mit Goethes Faust verbinde.
*hilfloses schulterzucken*
Aber ich musste diese meine innerste Überzeugung noch nie verbalisieren.
Entweder ich strahle meine Überzeugung so zweifelsfrei aus, dass niemand versucht mich umzudrehen
oder
es gibt keinen Anwender der Basistherapie der sich absolut sicher ist, auf dem richtigen Weg zu sein.

agno

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Das Wachsen, Blühen und Gedeihen Ideen

Amy, (vor 3517 Tagen) @ W.W.

Seit vielen Jahren habe ich das mit den MS-Foren beobachtet. Es war wie eine Evolution im Kleinen, etwas, das sich durch Versuch und Irrtum entwickelte, und etwas, wobei der Stärkere zu überleben schien. Aber etwas, das Korallenriffe, Schmetterlinge und Antilopen hervorbrachte, entstand nicht, ich meine damit, dass sich nichts Schönes und Überraschendes entwickelte.

Das Schöne und Überraschende entwickelt sich m.E. meist nicht auf dem Desktop (der Oberfläche), sondern über die persönlichen Kontakte ...


Wobei ich mitunter auch schon spontan entstandene "kreative Threads" miterlebt habe.


Eher selten zwar, aber gerade diese raren flüchtigen virtuellen Momente finde ich besonders "wertvoll".

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Der Traum ist aus. Aber...

stefan ⌂, Berlin, (vor 3516 Tagen) @ Amy


Das Schöne und Überraschende entwickelt sich m.E. meist nicht auf dem Desktop (der Oberfläche), sondern über die persönlichen Kontakte ...


Wobei ich mitunter auch schon spontan entstandene "kreative Threads" miterlebt habe.


Eher selten zwar, aber gerade diese raren flüchtigen virtuellen Momente finde ich besonders "wertvoll".

Ein virtueller Ort, wo 16,7% alle Beiträge von einen User, weitere 41% von weiteren 5 Protagonisten (alle männlich), wo über 20% aller Threads von einer spamverdächtigen Werbung für eine Cartoonseite ausgefüllt werden, da gilt es eben gerade diese Momente zu finden, bzw. die Vorstellung von der Bedeutung (Wachsen, Blühen, Gedeihen) nicht zu übertreiben.

Es sind sicher die kleinen Momente und Überraschungen, Begegnungen, die Möglichkeit, sich mit Fragen oder Texten zeigen zu können, die Idee, Leser_Innen zu finden.


Der Traum ist aus, zu dieser Zeit
Doch nicht mehr lange - mach dich bereit
Für den Kampf ums Paradies
Wir haben nichts zu verlieren, außer uns'rer Angst
Es ist uns're Zukunft, unser Land
Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand

Der Traum ist aus
Der Traum ist - aus
Aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird
Aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird

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Der Traum ist aus. Aber...

Jakobine, (vor 3516 Tagen) @ stefan

Ja das waren noch Zeiten, ich finde die Ton Steine Scherben immer noch sehr gut,
ganz besonders dieses Lied

Der Traum ist aus.. Grüße Jakobine

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Der Traum ist nicht aus. Aber...

stefan ⌂, Berlin, (vor 3516 Tagen) @ Jakobine

Ja das waren noch Zeiten, ich finde die Ton Steine Scherben immer noch sehr gut,
ganz besonders dieses Lied

Der Traum ist aus.. Grüße Jakobine

Der Traum ist nicht aus.

Der Traum, Träume leben weiter, oft im Untergrund, und hier und da werden Träume deutlich.

Wir träumen - das ABER, ja eine Hoffnung :-)


:herzle:

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Sisyphos, die Qual und das Absurde

Boggy, (vor 3516 Tagen) @ stefan

Der Traum ist nicht aus.

Der Traum, Träume leben weiter, oft im Untergrund, und hier und da werden Träume deutlich.

Wir träumen - das ABER, ja eine Hoffnung :-)


:herzle:

Ich schätze Albert Camus sehr.
Sein Roman "Die Pest" hat mir zu einem wichtigen Zeitpunkt in meinem Leben Orientierung gegeben.

Doch wenn der Abschlußsatz aus "Der Mythos des Sisyphos", auf den Du, Stefan, anspielst:
"Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen."
nur so, ohne Zusammenhang zitiert wird, - was häufig geschieht, finde ich das problematisch.

Zusammengefaßt, unterm Strich, kann Camus vielleicht diese Bemerkung machen, aber vorher zeichnet er ein differenzierteres Bild von Sisyphos.
Eins, in dem es durchaus die Qual gibt.
Auf dem Rückweg - der Stein ist wieder den Berg hinabgerollt - sagt Camus über Sisyphos: "Diese Stunde, die gleichsam ein Aufatmen ist und ebenso zuverlässig wiederkehrt, wie sein Unheil, ist die Stunde des Bewußtseins."

"Es gibt kein Schicksal, das durch Verachtung nicht überwunden werden kann."

Für Sisyphos und seine Revolte gegen die Götter und gegen das Absurde, mag das gelten,
für uns normale Menschenwesen nicht unbedingt.
Wir können am Schicksal auch zerbrechen, meint Boggy.

Möge es nicht geschehen!

Gruß
Boggy

P.S. Das ist alles viel zu verkürzt, und wird dem "Mythos des Sisyphos", den Gedanken und Überlegungen darin nicht gerecht. Wer mag, sollte selber lesen. Alles. Es lohnt sich, finde ich.

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Sisyphos, die Qual und das Absurde

W.W., (vor 3516 Tagen) @ Boggy

Lieber Boggy,

es ist interessant. Gerade dachte ich darüber nach, dass jede Zeit ihre ganz charakteristischen Züge haben kann, z.B. die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Und sie scheint auch eine dazu passende Philosophie zu haben: den Existentialismus, ie einen mitreißt, weil man denkt: Ja, so ist es!

Vielleicht war es sogar nach dem 1. Weltkrieg so, als - mir fehlen die Worte - welche Philosophie triumphierte? Welche Philosophie herrschte zwischen den Weltkriegen vor?

Und wie war es nach dem Dreißigjährigen Krieg? Descartes? Leibniz?

Interessant bleibt, was Dr. Rieux tat, als er in Oran gegen die Pest kämpfte. Er begriff die Pest nicht und konnte nichts gegen sie tun, als menschlich zu sein. Es schien so zu sein: Auch wenn alle Werte zum Teufel gegangen sind, kann man ein vorbildlicher Mensch sein. Und Camus war ja in der Résistance!

W.W.

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Sisyphos, die Qual und das Absurde

Boggy, (vor 3516 Tagen) @ W.W.

Interessant bleibt, was Dr. Rieux tat, als er in Oran gegen die Pest kämpfte. Er begriff die Pest nicht und konnte nichts gegen sie tun, als menschlich zu sein. Es schien so zu sein: Auch wenn alle Werte zum Teufel gegangen sind, kann man ein vorbildlicher Mensch sein. Und Camus war ja in der Résistance!

W.W.

Lieber Doc,

ja, das ist es, was ich vor allem von Camus mitgenommen habe: was uns bleibt gegen die Absurdität des Lebens und den Tod ist die Mitmenschlichkeit.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Sisyphos, die Qual und das Absurde

W.W., (vor 3516 Tagen) @ Boggy

ja, das ist es, was ich vor allem von Camus mitgenommen habe: was uns bleibt gegen die Absurdität des Lebens und den Tod ist die Mitmenschlichkeit.

Schön, dass Sie das auch so sehen!:-) Aber wenn das so ist, dann ist das Leben doch nicht absurd?! Man muss doch nicht sterben wie der 'Fremde' oder Sartre, sondern man sterben wie Camus. Ich habe das Gefühl, das würde reichen. Ohne jede Sentimentalität.

W.W.

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Sisyphos, die Qual und das Absurde

W.W., (vor 3515 Tagen) @ Boggy

Gestern sah ich zusammen mit meiner Frau einen Film nach einer Erzählung von Camus. Er hieß so ungefähr 'Der Mensch in der Ferne'. Dabei wurde mir klar, dass Camus immer versucht hat das zu widerlegen, was Dostojewski gemeint hat: Ohne Gott ist alles erlaubt! Er zeigt, dass man auch anständig sein kann ohne jeden Gott.

W.W.

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Sisyphos, die Qual und das Absurde - Hoffnung

stefan ⌂, Berlin, (vor 3516 Tagen) @ Boggy

Hallo Boggy,

für mich ist die entscheidende Idee im Sisyphos von Camus jener Moment, wo Sisyphos voller Verzweiflung doch wieder Mut fasst, sich aufrafft, es neu zu versuchen, mit dem Stein.

Genau da, wo die tiefe Verzweiflung in neue Hoffnung sich verwandelt, die Situation kippt, es geht wieder los, da erhebt er sich über das Schicksal, den Fluch der Götter, das ist "Glück", nur ein Moment, aber so entscheidend, und sei es noch so absurd.

Könnte Sisyphos diesen Moment mit anderen noch teilen, das bleibt ihm verwehrt, aber für uns mag es hier Hoffnung geben.

:herzle:

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