An dieser Stelle sollte auch die Depression erwähnt werden.
Was es so tückisch macht: Depression und Fatigue überlappen sich symptomatisch erheblich. Antriebslosigkeit, kognitive Schwere, das Gefühl körperlicher Erschöpfung, das kann beides sein, oder beides gleichzeitig. Und für die Behandlung wäre die Unterscheidung eigentlich wichtig.
Lieber MO,
ja, es ist enorm wichtig, zwischen Fatigue und Depression zu unterscheiden. Da stimme ich Dir heftig zu. Auch dabei, daß die Unterscheidung schwierig sein kann, daß es sich überlappen kann.
Man darf sich nur nicht zu schnell von außen auf "Depression" schieben lassen, nur, weil der Behandler u.U. zu faul ist oder zu wenig kompetent o.ä..
Nach meinem Wissensstand ist die Unterscheidung möglich!
Die Depression ist bei MS gleich doppelt verankert: einerseits neurobiologisch, über entzündliche Prozesse und deren Einfluss auf das ZNS, andererseits reaktiv – als verständliche Antwort auf eine Erkrankung, die einem täglich ins Bewusstsein ruft: «Du bist krank.»
Und dann ist da noch der gute, alte innere Schweinehund, damit wären wir bei der „heiligen MS-Dreifaltigkeit“ angelangt:
Und nun: nein, den "inneren Schweinehund" gibt es nicht! Sage ich jetzt kühn.
Ich halte das für eine gelernte, und gern von anderen bestätigte, Form der Selbst-Diffamierung.
Das, was gern "inneren Schweinehund" genannt wird, ist bei genauer Betrachtung ein guter Geist, der helfen will und beschützen, der aber leider manchmal nicht genug von der Gesamt-Situation sieht, und dann mehr oder weniger fehlerhaft urteilt und ins Verhalten eingreift.
Ich halte es von daher für einen Irrweg, GEGEN den "inneren Schweinehund" mit Druck und Kraft (Gewalt?) anzugehen, vielmehr lohnt es sich, sich mit ihm auszutauschen, und die Motive und Beweggründe zu erforschen.
Das ist vielleicht ähnlich, wie das, was Du zur Fatigue schreibst ("eine kluge Vorgehensweise mit Kompromissen hilfreich").
Ich plädiere auch dafür, ihn anders zu benennen. Das kann sich jeder nach eigener Ansicht selbst wählen.
Wer von den Dreien hindert mich heute morgen daran endlich aus dem Bett aufzustehen? Ist es der Schweinehund, dann braucht es Druck und Kraft. Hindert mich aber die Fatigue, dann ist eine kluge Vorgehensweise mit Kompromissen hilfreich. Und bei einer echten Depression können Therapeuten oder Ärzte hilfreich sein.
Wenn man es schafft und sich mit dem ganzen Sch.. arrangieren kann, dazu gehören bei jedem seine eigenen Strategien zur Linderung,
Ja, defintiv.
dann ebbt das ganze etwas ab (nicht zu verwechseln mit Heilung). Man wird gelassener und handelt vorausschauender.
Hoffentlich.
Further studies?
Gruß
Boggy