Antidepressiva - Butter bei de Fische! II (Allgemeines)

Boggy, Mittwoch, 14.09.2022, 14:30 (vor 15 Tagen) @ Boggy

Fortsetzung aus dem Artikel:

"Die Cipriani-Studie, gefeiert als das empirisch fundierte En-
de einer „ideologischen Debatte“, sie war am Ende nichts
weiter als eine Replikation der Kirsch-Studie. Man hatte die
Ergebnisse nur anders verpackt.
(...)

Joanna Moncrieff hat deshalb eine naheliegende Frage gestellt:
Heilen Antidepressiva ein chemisches Ungleichgewicht, in-
dem sie fehlendes Serotonin nachfüllen? Das wäre ein um
die Krankheit zentriertes Bild der Behandlung, weil es sich auf
das postulierte Defizit konzentriert („disease-centered mo-
del“). Dazu fehlen die Belege. Oder stellen sie erst ein Un-
gleichgewicht her, indem sie in einen bis dahin unauffälligen
Serotoninstoffwechsel eingreifen? Diese Sichtweise nennt
Moncrieff (2009) den „medikamentenzentrierten Ansatz“
(...)

In einem medikamentenzentrierten Ansatz geht es darum,
die Feinheiten des Wirkprofils von Medikamenten herauszu-
arbeiten, um jeder Betroffenen eine zu ihrer Verfassung pas-
sende Substanz anzubieten. Macht diese eher müde, wirkt
sie beruhigend oder sogar anregend? „Substanzgebrauch ist
ein immer sensibel zu gestaltender Balanceakt, bei dem das
Erleben der Patienten zentral für die Entscheidung ist, ob es
dabei mehr zu verlieren oder zu gewinnen gibt.
(...)

Zu einem medikamentenzentrierten Ansatz gehört auch eine
Aufklärung über die biologisch ungeklärte Genese von Depressi-
onen. Dazu wird klargestellt, dass aktuell sehr wenig für die gan-
ze Idee spricht, Depressionen seien eine körperliche Krankheit
wie Parkinson oder Diabetes."

Padberg hat so einiges geschrieben.
Wer mehr kennenlernen möchte, kann das hier tun:

https://www.thorstenpadberg.info/

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.


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