Glück tut nicht weh! (Straßencafé)

W.W. @, Freitag, 17.09.2021, 10:12 (vor 40 Tagen) @ Boggy

Ich bin mir nicht sicher, ob Sie meinen Anfangsbeitrag, also den, mit dem ich diesen thread begonnen habe, ganz gelesen haben, bzw. ganz lesen konnten.

Was soll ich dazu nur sagen? Es ist so, dass jemand eine Schraube haben möchte, die 12 mm lang und 3 mm breit ist, und die Maße ganz genau kennt. Wenn nun der Händler anfängt, ihn umständlich zu befragen, wozu er die Schraube brauche, um ihm dann eine zu empfehlen, die etwas kürzer und etwas breiter ist, dann mag das ja sinnvoll sein, aber unser moderner Lebensstil ist wohl eher, dass man zackzack das bekommt, was man haben will.

Wenn ich als alter Mensch und Großvater befragt werde, habe ich auch noch das tradierte Umständliche an mir, und jeder junge Mensch wird sich fragen, warum ich so wunderlich bin. Ich gebe es zu: Ich gehe lieber um eine Sache herum, bevor ich versuche, sie genau zu treffen.

Ich danke Ihnen aber durchaus für Ihren Hinweis und werde jetzt versuchen, auf den zweiten Teil Ihrer Ausführungen einzugehen. Im ersten hatte ich ja lediglich zum Ausdruck gebracht, dass es in die Irre führen könnte, wenn man etwas, was logisch ist, damit verwechselt, was gefühlsmäßig richtig ist. Jetzt werde ich mich bemühen, auf den schwierigeren Teil einzugehen.

Ich glaube(!), Sie neigen zu dem stoischen Standpunkt, dass wir mit menschengemachten Sprachinstrumenten vorgehen, wenn wir etwas denken, nämlich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und dass es diese wahrscheinlich nur in unseren Gehirnen gibt, und wir deswegen das Jetzt besonders schätzen sollten.

Ich gebe Ihnen Recht, meine aber, dass wir nur so denken können, wie wir denken, auch wenn das nicht ideal ist. Für die Vergangenheit ist das klar: Unsere Gegenwart ist so reich, weil wir in der Vergangenheit so viel erlebt haben!

Und für die Zukunft? Wenn ich befürchte, dass uns in zwei Wochen eine 'schwarze Horde' weiterregieren wird, dann werde ich jetzt (in der Gegenwart), alles dran setzen, dass die 'Roten' gewinnen. Das Jetzt ist also in ähnlicher Weise mit der Zukunft verbunden wie das Jetzt mit der Vergangenheit.

W.W.


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