Wolken vor dem Mond ... und den Sternen... (Straßencafé)

fRAUb, Mittwoch, 15.09.2021, 06:39 (vor 42 Tagen) @ naseweis

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... und von links kommt Pluto

-- aber der Tag war sonnig, bis 29°.
Radltour an der Amper entlang,
mit doppeltem Espresso und
mit meiner Liebsten
und Pistazieneis.

Das Leben ist schön

Oh wie schön!

Die normale Bevölkerung nennt das "work life balance".
Das mit dem "work" ist uns ja MS bedingt nicht mehr gegeben. Und so ne anhaltende spastik kann einen Körper schon mal entstellen.
Schon mutig so nen Beitrag in einem MS forum zu schreiben,... während die Frau auf dem Apfelbaum hängt und nach der Leiter schreit...drinnen vor dem flimmernden PC - Bildschirm sitzt ein diabolisch lächelnder Wolfgang Weihe, glucksend und grinsend. Plötzlich vernimmt er ein knurren. Was ist das? Den cockerspaniel gibt's doch seit Jahren nicht mehr. Ist er wieder auferstanden? Haben Aliens ihn zurück gebeamt? Da! Nochmal! Von draußen immer hysterischeres geschrei "Wolfgaaaang"!!! Plötzlich spürt er seinen Magen. Er hat Hunger! Mist! Er kann ja gar nicht kochen!
Das hat er nie gelernt! Außerdem sollte er den Herd nach dem schlaganfall mit Hirnblutung auch gar nicht mehr so benutzen, weil er vergessen könnte diesen auszuschalten. Von draußen schreit's wieder "
Wolfgaaaaaang" Immer höher, immer schriller klingt die Stimme. Er hat Hunger und geht raus, um die Leiter wieder anzustellen. Hoch vom baum her schimpft's "Was machst Du denn???!- Stell die Leiter wieder an den Baum! Da war doch was! Die Leiter! Wo ist die denn??? Er blickt nach oben und fragt seine Frau, wie sie dort hoch kommt!
Die Aliens! Sie müssen sie dort hoch gebeamt haben! Und es gibt sie doch! Er schlägt seiner Frau vor bei der Zeitung anzurufen,... "und es gibt sie doch!!!"

So ungefähr, stell ich mir das vor.

So ne Abhängigkeit aufgrund zunehmender pflegebedurftigkeit ist blöd! Und eine immense Belastung. Nicht nur für die pflegende Person, sondern auch für die zu pflegenden selbst. Gestern noch eine Klinik geleitet, heute schafft man's vielleicht gerade noch, sich alleine anzuziehen. Das macht aggressiv. Die oder der pflegende wird als feind wahrgenommen, der einem das Leben geraubt hat. Was sonst?! Irgendwer muss doch schuld sein! Notfalls man selbst!

Aber Krankheit passiert manchmal einfach. In dem Punkt hatte Sigmar Gabriel einmal Recht :"shit happens!"

Mit allem anderen und der zunehmenden Abhängigkeit, muss man zusehen, wie man klar kommt. Da nützt keine noch so gut begründete nazi Phantasie! Keine Wut und auch kein Zorn!
Sie stecken jetzt selbst in der Situation, die Sie als Arzt immer abgelehnt und vermeiden haben!!! Vielleicht, weil Sie's nicht konnten?!... Vielleicht...

Aber grundsätzlich gehört Siechtum und Krankheit zum Leben dazu. Da nützt auch Freud's Todestrieb nichts. Man kann es nicht wegrationalisieren. Es wird uns alle treffen. Früher oder später. Und warum? Weil es so ist! Das Leben ist manchmal demutigend.

Da muss man zusehen, wie man damit klar kommt!
Nehmen Sie, was Sie noch haben und genießen Sie es, solange es eben geht.

Mehr kann man nicht tun.

LG


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