Was ist eine Depression? (Allgemeines)

W.W. @, Mittwoch, 28.04.2021, 09:33 (vor 16 Tagen)

Die Meinungen gehen auseinander. Die meisten meinen, Depressionen seien eine 'richtige' Erkrankung, womit sie meinen, irgendetwas sei im Hirnstoffwechsel gestört, auch wenn man diese Störung im Kernspintomogramm nicht sähe. Auch würde der Wechsel von depressiven und manischen Phasen auf eine organische Krankheit hinweisen, deren Ursache man nur noch nicht gefunden habe.

Im Gegensatz dazu meinen andere (wesentlich weniger!), die Depressionen seien gar keine 'richtige' Erkrankung, sondern eher so etwas, dass sich im Gehirn (bzw. in der Seele?) von Depressiven schlimme Erinnerungen ablagern würden wie Kalk in einem Wasserkochtopf, die von Zeit zu Zeit aufflackern würden (z.B. unverarbeitete Erlebnisse). Depressionen seien also im Prinzip eine eher seelische Erkrankung.

Die letztgenannte Gruppe verweist oft auch darauf, wie schwer 'echte' Depressionen von einer Lebensunzufriedenheit oder den Folgen von Lebenskrisen zu unterscheiden seien.

W.W.

Was ist eine Depression?

W.W. @, Mittwoch, 28.04.2021, 13:10 (vor 16 Tagen) @ W.W.

Hardliner werden sagen, das haben schon Jaspers und Kraepelin bewiesen, dass es 'echte' Depressionen gibt, da gibt es nichts dran rumzudeuteln.

Ich frage mich aber, ob diese 'Beweise' so überzeugend sind, und es macht mir Probleme, dass man sagt: Wer einmal eine 'richtige' Depression erlitten hat, der grübelt nicht mehr darüber nach, ob es 'richtige' Depressionen gibt.

Das Problem ist nämlich, dass man einen Zustand mit etwas vergleicht, was der Fragesteller noch nie erlebt hat - so wie man auch sagt: "Wenn du mal eine 'echte' Grippe gehabt hast, wirst du dich nicht mehr fragen, was eine 'echte' Grippe von einer bloßen Erkältung unterscheidet.

Das mag natürlich sein, aber kann man nicht eine 'echte' Grippe oder eine 'richtige' Depression für jemanden definieren, der nach keine 'echte' Grippe oder eine 'richtige' Depression gehabt hat? Mir scheint das Argument eine Tautologie zu sein.

W.W.

Was ist eine Depression?

W.W. @, Mittwoch, 28.04.2021, 16:08 (vor 15 Tagen) @ W.W.

Man sagt sogar, an eine Depression müssten 'Profis' dran, also Spezialisten, die beurteilen könnten, was wirklich vorliegt. Aber gibt es diese Experten wirklich? Sind Neurologen, Psychiater oder Psychotherapeuten ganz selbstverständlich die 'Profis' für Depressionen? Weil sie das gelernt haben?

Und reagieren 'echte' Depressionen gut auf Antidepressiva? Es gibt so viele Fragen.:confused:

W.W.

Was ist überhaupt ?

Boggy, Mittwoch, 28.04.2021, 16:36 (vor 15 Tagen) @ W.W.

Man sagt sogar, an eine Depression müssten 'Profis' dran, also Spezialisten, die beurteilen könnten, was wirklich vorliegt. Aber gibt es diese Experten wirklich? Sind Neurologen, Psychiater oder Psychotherapeuten ganz selbstverständlich die 'Profis' für Depressionen? Weil sie das gelernt haben?

Und reagieren 'echte' Depressionen gut auf Antidepressiva? Es gibt so viele Fragen.:confused:

W.W.

"Sokrates, der Lehrer, tritt regelmäßig als Schüler auf. Nicht er will andere belehren, sondern von ihnen belehrt werden.
Er ist der Unwissende, seine Philosophie tritt auf in der Gestalt des Nichtwissens.

Umgekehrt bringt er seine Gesprächspartner in die Position des Wissenden. Das schmeichelt den meisten und provoziert sie, ihr vermeintliches Wissen auszubreiten.
Erst im konsequenten Nachfragen stellt sich heraus, dass sie selbst die Unwissenden sind."

(Quelle: Wolfgang H. Pleger: Sokrates. Der Beginn des philosophischen Dialogs, Reinbek 1998, S. 57)

Was aber - fragt Boggy - wenn die Unwissenden
durch konsequentes Nachfragen
zur Erkenntis bringen,
daß der angeblich Wissende,
der auftrritt im Gewande des Unwissenden,
der eigentlich Unweise ist,
der Verführer,
der manipulierende Geist,
selbstgefällig sich sonnend
in angemaßter Macht?

Fragen, derer so viele sind.
:confused:

Fragt sich sinnend noch Boggy,
ob es klug ist überhaupt,
Antwort zu geben,
dem, der sich Unwissend gibt.

Weiter sinnend
zieht Boggy dahin ...
Unendlich winden sich
Wege des Wissens ...

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

Was ist überhaupt ?

W.W. @, Mittwoch, 28.04.2021, 17:44 (vor 15 Tagen) @ Boggy

"Sokrates, der Lehrer, tritt regelmäßig als Schüler auf. Nicht er will andere belehren, sondern von ihnen belehrt werden.
Er ist der Unwissende, seine Philosophie tritt auf in der Gestalt des Nichtwissens.

Umgekehrt bringt er seine Gesprächspartner in die Position des Wissenden. Das schmeichelt den meisten und provoziert sie, ihr vermeintliches Wissen auszubreiten.
Erst im konsequenten Nachfragen stellt sich heraus, dass sie selbst die Unwissenden sind."

(Quelle: Wolfgang H. Pleger: Sokrates. Der Beginn des philosophischen Dialogs, Reinbek 1998, S. 57)

Was aber - fragt Boggy - wenn die Unwissenden
durch konsequentes Nachfragen
zur Erkenntis bringen,
daß der angeblich Wissende,
der auftrritt im Gewande des Unwissenden,
der eigentlich Unweise ist,
der Verführer,
der manipulierende Geist,
selbstgefällig sich sonnend
in angemaßter Macht?

Fragen, derer so viele sind.
:confused:

Fragt sich sinnend noch Boggy,
ob es klug ist überhaupt,
Antwort zu geben,
dem, der sich Unwissend gibt.

Weiter sinnend
zieht Boggy dahin ...
Unendlich winden sich
Wege des Wissens ...

Es gibt Fragen, die nichts anderes zeigen wollen. dass der Fragende schlauer ist, als der, der von seinem Wissen überzeugt ist, aber es gibt auch Fragen, die das in Frage stellen, was so selbstverständlich erscheint.

Ich denke, viele Menschen wissen gar nicht, was eine Depression ist, und sie ahnen auch nicht, dass die MS mehr sein könnte als ein biochemisches Geschehen.

Aber wer sagt mir, dass ich über die vielen Menschen urteilen kann, die ich gar nicht kenne?! Ich meine natürlich, dass manche Menschen gar nicht so genau wissen, was sie eventuell unter einer Depression zu verstehen glauben. Sie würden sich dann vielleicht lieber einem Experten anvertrauen, der möglicherweise besser Bescheid wüsste.

W.W.

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Was ist überhaupt ?

agno @, Donnerstag, 29.04.2021, 12:52 (vor 15 Tagen) @ W.W.

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Waaaaaaas ????

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Freitag, 30.04.2021, 10:13 (vor 14 Tagen) @ agno

https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/lebenserwartung-wer-zu-viel-denkt-stirbt-frueher_id_11249005.html
und weg

Wer im Leben zu viel denkt, stirbt früher

Das klingt nicht gut.
neee überhaupt nicht !

Heißt das im Umkehrschluss, dass die Doofen überleben ? :crying:

Was wohl Darwin dazu sagen würde ???

further studies etc .....

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

Waaaaaaas ????

W.W. @, Freitag, 30.04.2021, 10:51 (vor 14 Tagen) @ naseweis

Sind es eher die, die nach Darwin überleben, die sich um ihre Kinder kümmern, oder sind es die, die dicke Bücher lesen?

Wolfgang

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Neeee

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Freitag, 30.04.2021, 11:07 (vor 14 Tagen) @ W.W.

Sind es eher die, die nach Darwin überleben, die sich um ihre Kinder kümmern, oder sind es die, die dicke Bücher lesen?

Wolfgang

Was hat jetzt Kindererziehung mit Doof-sein zu tun?

Die Ausspielen von Familienleben gegen dicke Bücher lesen passt nicht. :crying:

Man kann das Eine tun und muss das Andere trotzdem nicht lassen

--
das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

Neeee

W.W. @, Freitag, 30.04.2021, 11:23 (vor 14 Tagen) @ naseweis

Sind es eher die, die nach Darwin überleben, die sich um ihre Kinder kümmern, oder sind es die, die dicke Bücher lesen?

Wolfgang


Was hat jetzt Kindererziehung mit Doof-sein zu tun?

Die Ausspielen von Familienleben gegen dicke Bücher lesen passt nicht. :crying:

Man kann das Eine tun und muss das Andere trotzdem nicht lassen

Ich wollte damit sagen, dass es im Darwinismus gerade eben nicht nur um den Stärkeren und den Klügeren geht, sondern darum, wer am meisten Kinder aufzieht. Das wird oft verkannt. Die weiblichen oder mütterlichen Eigenschaften sind oft die, die sich in der Evolution durchsetzen.

Wolfgang

PS: Die Traurigen sind oft nicht die, die Depressionen haben oder zu viel Rilke oder Eichendorff gelesen haben, sondern die, die Kummer haben. Und Kummer haben die, die mitten im Leben stehen und Kinder erziehen.

Aus dem Darwinismus folgt die Moral!

W.W. @, Freitag, 30.04.2021, 18:58 (vor 13 Tagen) @ naseweis

Das klingt so, als hätte ich es einfach so daher gesagt. Das habe ich nicht! Wenn das Wesentliche im Darwinismus ist, dass in der Evolution die Lebewesen bevorzugt werden, die am meisten Nachkommen erzeugen, dann wird aus dem Spencerschen Sozialdarwinismus ('Kampf uns Dasein') ein ganz anderer Darwinismus, nämlich der, dass die Mutterliebe unter allem, was uns erhält an erster Stelle steht. Aus dem Darwinismus wird dann eine Ethik.

W.W.

Aus dem Darwinismus folgt die Moral!

W.W. @, Samstag, 01.05.2021, 09:40 (vor 13 Tagen) @ W.W.

Denn ist der 'Altruismus' etwas anderes als in die Welt getragene Kinderliebe?

W.W.

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