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Steigende Anzahl der MS-Diagnosen seit 1983 ? (Allgemeines)

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Dienstag, 06.04.2021, 13:51 (vor 32 Tagen)

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Immer wieder bringen wir die Anzahl der Patienten mit der Anzahl der MRT-Geräte in Zusammenhang.
Ich fand grad zufällig (über Metager) bei Siemens die Geschichte des MRT:

Im Januar 1983 installierte Siemens an der Medizinischen Hochschule Hannover zudem sein erstes klinisches MRT-Gerät als Prototyp. Dort wurden in der Folge im Rahmen klinischer Tests über 800 Patienten untersucht – auf einer Patientenliege aus Holz. Im August 1983 wurde das weltweit erste kommerzielle MRT-Gerät am Mallinckrodt Institute in St. Louis, Missouri, in Betrieb genommen – ein Siemens Magnetom.

Ist seit 1983 die Kurve stark angestiegen ?

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das Geheimnis der Medizin besteht darin,
den Patienten abzulenken,
während die Natur sich selber hilft (Voltaire)

Sisyphos hatte es auch nicht leicht

Steigende Anzahl der MS-Diagnosen seit 1983 ?

MO @, Zürich, Mittwoch, 07.04.2021, 11:52 (vor 31 Tagen) @ naseweis

Eigentlich wollte ich Daten finden um die These "MS-Zunahme durch MRT" zu unterstützen. Dabei stiess ich auf diesen Artikel:
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/MS-Praevalenz-steigt-weltweit-liegt-es-an-der-Ernaehrung-297799.html

Ich finde die Erkenntnisse aus Japan, Australien und Neuseeland widersprechen unserer MRT Hypothese, was meint ihr?

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Ich liebe den Herbst, dank seinen kühleren Temperaturen erwacht mein Geist.

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MS-Diagnosen seit 1983 ? / Kaffeemathematik und Tschernobyl

agno @, Mittwoch, 07.04.2021, 12:02 (vor 31 Tagen) @ MO

Letztens beim Kaffee, als ich mit Papa alle bekannten MS-Fälle im Dorf rekapitulierte, kamen wir auf 1 Fall auf 100 Einwohner und alle ungefähr im zeitlichen Rahmen von Tschernobyl.
Aber die Kaffeemathematik war nicht ganz korrekt. Wir nahmen alle die im Dorf geboren wurden. Die nächste Frage war dann nach Radon, welches bei uns eigentlich kein Problem sein soll.
gruß agno

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Gschafft ist aber noch nix

"Risikofaktoren"?

Boggy, Mittwoch, 07.04.2021, 12:14 (vor 31 Tagen) @ MO

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/MS-Praevalenz-steigt-weltweit-liegt-es-an-der-Ernaehrung-297799.html

Ich finde die Erkenntnisse aus Japan, Australien und Neuseeland widersprechen unserer MRT Hypothese, was meint ihr?

Für mich ist der entscheidende Satz in dem Artikel:

"Über die Ursachen dieser Entwicklung wird munter spekuliert."

Diese Suche nach sogenannten "Risikofaktoren" erinnert mich an die alchimistische Suche nach dem Stein der Weisen.

Was kaum thematisiert wird, ist, daß ja jeweils die ganze, untersuchte Bevölkerung den gleichen Risikofaktoren ausgesetzt ist, aber nur eine kleine Anzahl der Menschen an MS erkrankt.

Welche Bedeutung kann man diesen "Risikofaktoren" dann zuschreiben?

Und die Frage nach der Aussagekraft der jeweils zitierten Studien, deren Beschränkungen und Verzerrungen ist ja nochmal eine ganz andere und hinreichend bekannte Angelegenheit.
Da müßte jemand sich schon eine Menge Mühe machen, das konkret kritisch zu untersuchen, für eine verläßliche Aussage. Die Frage nach Vergleichbarkeit mit eingeschlossen.

Und schließlich: es wird nur der "Faktor" untersucht, der gerade ins Blickfeld gerät, aus unterschiedlichsten (auch medizin-"modischen" oder "ideologischen" Gründen?), und das, was nicht im Blickfeld liegt, wird logischerweise auch nicht untersucht.

Was, wenn z.B. nicht der "Breitengrad" der entscheidenden Faktor war, sondern ein anderes verbindendes Element, an das niemand dachte?

Gruß
Boggy

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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

prim. prog. MS + Risikofaktoren

Boggy, Donnerstag, 08.04.2021, 10:36 (vor 30 Tagen) @ MO

... hätte ich fast vergessen; noch ein wichtiger Satz aus dem Artikel zu ppMS:

"Butzkueven nannte Daten einer gründlichen prospektiven Untersuchung in Australien, die auch eine Breitengrad-abhängige MS-Inzidenz belegen konnte – allerdings nur für die schubförmig-remittierende Variante. Die MS-Inzidenz hing dabei wesentlich von der UV-Exposition ab, weniger von den bei der Diagnose gemessenen Vitamin-D-Spiegeln.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Für die primär-progrediente MS gibt es keinen Zusammenhang mit dem Breitengrad, hier scheinen andere Pathomechanismen am Werk zu sein."

Und dann aber auch dies Ergebnis:

"In Nordafrika und im Nahen Osten mit einer überwiegend arabischen Bevölkerung sei eine ähnliche Entwicklung wie in den westlichen Industrieländern zu beobachten, (...)"

Die Menschen dort dürften doch ebenfalls eine hohe "UV-Exposition" haben, ähnlich wie in Australien.

Und noch dies:
"dagegen seien etwa schwarze Südafrikaner weitgehend vor der Erkrankung geschützt. In Südafrika beträgt die MS-Prävalenz unter Schwarzen etwa ein Hundertstel der von Weißen, bei Einwohnern indischer Abstammung ein Viertel."

Ungelöste Widersprüche in den "Risikofaktoren"?

Gruß
Boggy

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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

Tags:
PPMS, Risikofaktoren

prim. prog. MS + Risikofaktoren

W.W. @, Donnerstag, 08.04.2021, 11:40 (vor 30 Tagen) @ Boggy

Auch das könnte ein wichtiger Punkt sein, dass die MS in der schwarzen Bevölkerung seltener vorkommt als in der weißen. Ich glaube das auch. Dies scheint erst einmal für eine genetische Komponente zu sprechen. Was sagt die DMSG dazu?

W.W.

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