Was ist MS? (Allgemeines)

W.W. @, Montag, 26.04.2021, 09:42 (vor 12 Tagen)

Viele meinen wohl, dass es sich bei der MS um ein molekularbiologisches Geschehen handele, dessen Ursache unbekannt ist. Ich meine, die MS ist etwas anderes, aber mir fehlen die Worte, um sie näher zu bestimmen. Das könnte bedeuten, dass ich eigentlich nicht so genau weiß, was ich fühle, und es deswegen nicht formulieren kann.

Ich denke an meine Pubertät zurück. Damals meinte ich eine Zeitlang, die Triebfeder aller Menschen sei ihr Egoismus, und ich könnte mir auch jetzt noch gut vorstellen, dass man bei allen Menschen, die etwas Gutes tun, auch eine gehörige Portion Egoismus nachweisen kann.

Es liegt also nahe. Nächstenliebe mit Egoismus gleichzusetzen, so eine Art verdrängter oder sublimierter Selbstliebe. Ähnlich ist es mit dem Verliebtsein: ein olfaktorisches Durcheinander von Hormonen, wie es vielleicht Woody Allen beschreiben würde. Aber wird man damit der Liebe gerecht?

Ich glaube, es ist wie Mark Twain sagt: Wenn man einen Hammer hat, werden alle Probleme zu Nägeln. Das heißt, wenn man eine wissenschaftliche Weltanschauung hat, dann ist es nahezu unvermeidlich, das Leben und sich selbst durch seine naturwissenschaftliche Brille zu sehen.

Und bei der MS: Darwinismus, Genetik und Molekularbiologie drücken unserer Weltsicht möglicherweise einen Stempel auf, der uns irreführt, und wir sehen überall nur Nägel, die man naturwissenschaftlich zurechtbiegen kann.

So, wie man bei jedem Verliebten ein Durcheinander von Hormonen nachweisen kann (so, wie bei jeder Depression einen Serotoninmangel im Gehirn), ist man leicht versucht, Ursache und Wirkung miteinander zu verwechseln. Auch auch wenn jedes Verliebtsein mit einem nachweisbaren Wirrwarr der Hormone einhergeht, ist die Liebe doch etwas ganz anderes aks ein hormonelles Geschehen. Und die MS ist etwas ganz anderes als ein biochemisches Geschehen.

W.W.


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