Olmsted County-Studie - da isse! (Allgemeines)

Boggy, Dienstag, 20.04.2021, 19:19 (vor 18 Tagen) @ W.W.

Ich bezog mich auf diese Studie: Pittock SJ e.a. Change in MS-related disability in a population-based cohort: a 10-year follow-up study. Neurology. 2004 Jan 13; 62(1):51-9.

Die Olmsted County-Studie
1991 wurden im Verwaltungsbezirk Olmsted in Minnesota 162 MS-Patienten erfasst. Alle bis auf einen einzigen Patienten konnten nach genau 10 Jahren nachuntersucht werden. Das überraschende Ergebnis war: Die meisten Patienten waren stabil geblieben oder zeigten nur eine minimale Progression. 83% der Patienten, die 1991 einen EDSS von 3 und weniger aufwiesen, waren auch 2001 noch ohne Unterstützung gehfähig. Für die gesamte Gruppe betrug die durchschnittliche Verschlechterung des EDSS nicht mehr und nicht weniger als 1.0 Punkte.
Die Autoren kamen zu dem Schluss: „Je länger die MS besteht und je geringer der Behinderungsgrad ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Betroffener stabil bleibt und sich seine Krankheit nicht weiter verschlechtert. Das trifft besonders auf Patienten mit gutartiger MS zu, die nach 10 Jahren oder länger einen EDSS von 2.0 oder weniger haben. Ihre Chance stabil zu bleiben, beträgt mehr als 90%.“ Ich denke, das ist eine sehr beruhigende Aussage.

(aus W. Weihe "Multiple Sklerose", 2018)

W.W.

Sehr schön. Danke.

Und hier ist ein Abstract im Internet:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14718697/
(neues Fenster/tab ... ihr kennt das doch mittlerweile, oder ..?)

Zitat (in Übersetzung):
" Ergebnisse:
Für 161 von 162 Patienten aus der Kohorte von 1991 waren Follow-up-Informationen verfügbar.

Nur 15% hatten eine immunmodulatorische Therapie erhalten.

Die mittlere Veränderung des EDSS für die gesamte Kohorte über 10 Jahre betrug 1 Punkt und 20% verschlechterten sich um >oder=2 Punkte.

Von den Patienten mit einem EDSS <3 im Jahr 1991 (n = 66) waren 10 Jahre später 83 % gehfähig und ohne Gehstock.

Bei Patienten mit einem EDSS von 3 bis 5 im Jahr 1991 (n = 33)
benötigten 51% einen Stock, um zu gehen (48%) oder schlechter (3%).

Von den Patienten mit einem EDSS von 6 bis 7 im Jahr 1991 (n = 39) benötigten 51 % im Jahr 2001 einen Rollstuhl oder schlimmer.

Eine Gangstörung zu Beginn der Erkrankung, ein Fortschreiten der Erkrankung oder eine längere Krankheitsdauer waren mit einer stärkeren Verschlechterung der Behinderung verbunden (p < 0,002).

Die 10-Jahres-Überlebensrate war im Vergleich zur weißen Bevölkerung von Minnesota sowohl bei Männern als auch bei Frauen vermindert.

Schlussfolgerungen: Obwohl die Überlebensrate reduziert war und 30 % der Patienten im Laufe der 10-Jahres-Follow-up-Periode so weit fortgeschritten waren, dass sie einen Stock oder einen Rollstuhl oder Schlimmeres benötigten,

blieben die meisten stabil oder hatten nur eine minimale Progression.

Patienten im EDSS-Bereich von 3,0 bis 5,0 haben ein moderates Risiko, im Laufe der 10-Jahres-Follow-up-Periode erhebliche Einschränkungen des Gangbildes zu entwickeln. Die Autoren identifizierten in dieser Studie keine Faktoren, die stark prädiktiv für eine Verschlechterung der Behinderung sind. "

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Olmsted County


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