Auf Umwegen wieder die Ganzheits-Frage (Allgemeines)

Boggy, Montag, 19.04.2021, 14:01 (vor 22 Tagen) @ MO

Vielleicht ist der wahre Startpunkt der MS noch ein Punkt früher als der Punkt, wo naturwissenschaftlich messbare Veränderungen erst stattfinden.
Aus diesem Grund werden die Naturwissenschaften die MS nicht heilen, weil es dafür ganz einfach auch die Geisteswissenschaften

Das würde ich heftig bestreiten!
(u.a. weil die Geisteswissenschaften in vielen Bereichen nicht zu verallgemeinerbaren, inter-subjektiv gültigen, überprüfbaren Ergebnissen kommen können.)

und die Sozialwissenschaften

Hier käme es drauf an, was und wie KONKRET der Beitrag sein könnte.
"Heilung" kann auch von daher nicht kommen.

Oder in anderen Worten ausgedrückt, wenn die Seele krank ist und sich das ganze in einem körperlichen Zerfall manifestiert, würde man dann erwarten, dass man nur mit naturwissenschaftlicher Forschung irgendetwas Brauchbares zur Heilung resp. Vermeidung der MS entdecken kann?

a) Natürlich!
Wie sonst sollte denn der "körperliche Verfall" untersucht und erforscht werden? Und wie sonst sollten mögliche Beziehungen von "Psyche"/"Seele" und organischem, pathologischen Geschehen denn untersucht und erforscht werden?

b) Wenn die Betonung auf "nur" liegen sollte, dann müßte man konkretisieren, was denn außer naturwisseschaftlicher Forschung noch außreichend Gültigkeit und Verläßlichkeit bieten könnte.

Wohlverstanden, ich bin für die wissenschaftliche Forschung aber nicht exklusiv nur beim Körper sondern auch beim Geist und der Seele.

Hab ich verstanden! Und kann da nur zustimmen.
Ein Problem u.a. liegt jetzt wahrscheinlich in der Vorstellung von "wissenschatlich".

Wie ich schon in der Goldstein/Ganzheits-Diskussion zu zeigen versucht habe, ist die Trennung von Körper-Psyche-Geist nur rein analytisch vom Betrachter her möglich; das ist notwenig, um überhaupt zu einem weiteren Vorgehen zu kommen.

Es wirft aber jede Menge von Problemen und Fragen auf, wenn man "Zusammenhänge" untersuchen will, wo eigentlich eine "Identität" bzw. Gleichzeitigkeit vorliegt.
Die Vorstellung, das das Eine (sagen wir Psyche) das Andere (sagen wir Körper) quasi nacheinander, in Folge, beeinflußt ist wieder nur eine vom Betrachter vorgenommen Trennung, die real nicht existiert. Psychische Vorgänge SIND körperliche Vorgänge.
Angst z.B. ist ein körperliches Geschehen, das im subjektiven ERLEBEN / im persönlichen Bewußtsein gleichzeitig mit Gedanken, Bildern, Empfindungen verbunden ist, die wiederum gleichzeitig körperlicher (organischer) Natur sind.

Das alles sind außerordentlich schwierige Fragen, und erst recht Diskussionen.

Gruß
Boggy

--
Um unserer persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit willen müssen wir immer wieder die Saat des kritischen Verstandes und des begründeten Zweifels säen.

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Ganzheit


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