zwischen Glaube und Aberglaube (Allgemeines)

W.W. @, Freitag, 02.04.2021, 13:31 (vor 36 Tagen) @ naseweis

Zufällig dachte ich gerade beim Spazierengehen über ein seltsames Phänomen nach. Meine Grübelei begann (warum, weiß ich gar nicht mehr) mit dem Kindergedicht:

'Dunkel war's,
der Mond schien helle,
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr."

Als Kind habe ich das Gedicht wie selbstverständlich gehört, als ob es nichts Besonderes sei. Erst als Erwachsener finde ich die Logik haarsträubend. Könnte es sein, dass uns Männer nicht nur ein Bart wächst, wenn wir erwachsen werden, oder wir in den Stimmbruch geraten, sondern dass sich auch etwas in unserem Denken ändert? Dass auf einmal die Logik unser Ein und Alles wird?

Man sagt zu Recht, man werde in der Pubertät so langsam erwachsen, übersieht aber dabei, was für ein Wunderland uns verlorengeht: Die Tiere können nicht mehr sprechen, im Murmeln der Quelle sind keine Zauberworte mehr zu entdecken, auch wenn man ganz genau hinhört, und der Wald ist nicht mehr voller Feen und Gnome.

Für uns Erwachsene ist eine ganze Welt versunken! Wir haben nicht nur unsere Angst vor Blitz und Donner und Gespenstern verloren, sondern auch unseren Glauben an die Beseeltheit der Natur.

W.W.

PS: Hätte Einstein schon als Kind gemerkt, dass es sich bei dem Gedicht um einen Scherz handelt? Ich bin überzeugt, es wäre ihm nicht aufgefallen! Er hätte es als Kind genommen, wie es ist - und daran geglaubt, weil es ihm seine Mutter aufgesagt hat und es sich reimt.


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