Jakobines Einwand (Allgemeines)

W.W. @, Dienstag, 09.03.2021, 09:12 (vor 60 Tagen) @ W.W.

Wenn ich Jakobine recht verstanden habe, meint sie, dass es zwar gute Gründe gibt, die Autoimmun-Hypothese zu kritisieren, dass es aber nicht beim Kritisieren bleiben darf, und eine Alternative angeboten werden muss. Ich gebe zu, dass mir das Kritisieren leichter fällt, als das Aufstellen einer neuen Theorie. Dennoch muss ich ihr zugeben, dass es keinen guten Eindruck macht. wann man nur rummäkelt, ohne die Möglichkeit eines neuen Weges zu skizzieren.

Um möglichst unvoreingenommen an die Sache heranzugehen, unterscheide ich zunächst einmal 2 Forschungsstrategien, wobei es mir in erster Linie um das ungleiche Geschlechterverhältnis geht.

1. Die eine ist die Autoimmun-Hypothese und beruft sich u.a. darauf, dass Frauen über ein komplizierteres Immunsystem verfügen müssen als Männer, weil sie für die biologische Aufgabe ausgerüstet sein müssen, einmal Mutter zu werden, d.h. einen "Fremdkörper" in ihrer Gebärmutter heranwachsen zu lassen.
Das stellt das Immunsystem der Frau sicherlich vor enorme Aufgaben, und es ist also nahezu sicher, dass ihr Immunsystem sich von dem der Männer unterscheidet, und möglicherweise mehr zu Autoimmunreaktionen neigt.

2. Die Autoimmunhypothese ist von dieser Seite her theoretisch gut begründet, und es fällt mir schwer, ihr eine konkurrierende Theorie zur Seite zu stellen. Ich versuche es trotzdem, obwohl ich mir dabei eher naiv und dumm vorkomme. Die alternative Hypothese könnte z.B. lauten: Frauen sind unglücklicher als Männer und erkranken deswegen doppelt so häufig an MS.

Man merkt gleich, wie unwissenschaftlich so eine Annahme ist (so unwissenschaftlich wie die Vermutung, dass Wundbettfieber der Frauen könnte etwas mit dem ungenügenden Händewaschen der Ärzte zu tun haben), dennoch möchte ich bei ihr etwas verweilen.

Frauen sind in vielerlei Hinsicht anders als Männer. Das ist ein Unterschied, der darüber hinausgeht, was man früher an rassistischen Unterschieden festgestellt hat. Frauen sehen anders aus, haben eine andere Stimme, denken anders, sind hormonell von Männern unterschieden und haben andere biologische Aufgaben.

Diese "Andersartigkeit" der Frauen ist sicher an patriachalischen Gesellschaften zu Ungunsten der Frauen missbraucht worden. Kurz: Die Frauen sind im Patriarchat unterdrückt worden. Das könnte die Annahme begründen, dass Frauen auf andere Weise leben als Männer und - darum geht es ja in diesem Zusammenhang - möglicherweise sogar unglücklicher sind.

Ich merke selbst, wie merkwürdig meine Überlegungen klingen, aber ich bin sicher nicht der Einzige, der so etwas denkt. Aber auch wenn diese Gedanken "unwissenschaftlich" sind und voller Vorurteile, sollten sie wenigstens bedacht werden, bevor man sie einfach in den Papierkorb wirft.

Damit hätte ich also eine durch und durch wissenschaftliche Theorie einer durch und durch banalen Lieschen-Müller-Theorie gegenübergestellt!

Ich meine, wir müssten von zu komplizierten Molekularbiologischen Theorien abrücken und wieder zu Hypothesen des gesunden Menschenverstands zurückkehren, auch wenn sie uns "naturwissenschaftlich" zu einem Naserümpfen veranlassen.

Wolfgang


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