Einschränkungen für MS-Medikament Daclizumab 

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat bei seinem aktuellen Meeting unter anderem die Anwendung des Multiple-Sklerose (MS)-Medikaments Zinbryta® (Daclizumab, Hersteller Biogen) eingeschränkt.

Die Einschränkung des MS-Mittels Daclizumab ist eine vorläufige Maßnahme, die dem Patientenschutz dienen soll. Bis die Überprüfung des Medikamentes abgeschlossen ist, sollen nur Patienten mit hochaktiver, rezidivierender Erkrankung, die nicht auf bestimmte andere Therapien angesprochen haben, sowie Patienten mit rapide fortschreitender, rezidivierender Erkrankung, die nicht mit anderen Medikamenten behandelt werden können, Daclizumab erhalten.

Patienten mit geschädigter Leber dürfen nicht mit dem Arzneimittel behandelt werden. Der Ausschuss empfiehlt Ärzten, die Leberfunktion von Patienten, die mit Daclizumab behandelt werden, zu überwachen und genau auf Anzeichen und Symptome einer Leberschädigung zu achten.
Die Überprüfung von Daclizumab, mit der der Ausschuss im Juni begonnen hat, wurde eingeleitet, nachdem es bei einem Patienten zu einem fulminanten Leberversagen mit Todesfolge und bei 4 weiteren Patienten zu schweren Leberschäden gekommen war.

 

Quelle: medscape deutschland