Wer braucht schon Datenschutz? (Allgemeines)

Lisa, Sonntag, 03.11.2019, 15:28 (vor 16 Tagen)

Herr Spahn, unser momentaner Gesundheitsminister, ist offensichtlich eine umtriebige Person wenn es um einen Feldzug gegen den Datenschutz geht.

Erst kam das Implantateregister in dem viele Daten gesammelt werden und es keine Möglichkeit zum Widerspruch gibt.

Neben Daten zur Identifizierung des Betroffenen werden folgende Daten verarbeitet: technische, zeitliche, organisatorische, klinische Daten zu den gesamten Versorgungsprozessen, insbesondere Anamnese, Befunde, Indikationen, Voroperationen, Größe, Gewicht des Patienten, Aufnahmedatum, Datum der Operation und Datum der Entlassung. Desweiteren technische, zeitliche, organisatorische, klinische und ergebnisbezogene Daten zur Nachsorge und Ergebnismessung.

https://www.heise.de/tp/features/Der-fleissige-Herr-Spahn-Mit-Vollgas-gegen-den-Datenschutz-4556149.html

Ich habe tatsächlich schon darüber nachgedacht mir mein Implantat entfernen zu lassen. Bei so vielen Daten ist es überhaupt kein Problem mehr den Patienten zu identifizieren, die Psyeudomynierung ist nur noch Augenwischerei.

Kaum hat er dieses Gesetz erfolgreich auf den Weg gebracht, soll es noch viel schlimmer kommen und alle Gesundheitsinformationen zentral und identifizierbar bei einer GKV Sammelstelle gespeichert werden. Na da kann ich mein Implantat auch behalten und mir noch einen Chip zur Ortung implantieren lassen.

Jetzt sollen durch das "Digitale-Versorgung-Gesetz" (DVG) nun aber in einem Forschungsdatenzentrum der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Gesundheitsinformationen über alle Versicherten gespeichert, ausgewertet und zahlreichen Nutzungsberechtigten zur Verfügung gestellt werden. Industrievertreter drängen hier sogar noch darauf, den Kreis der Zugriffsprivilegierten auszuweiten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Warnung-vor-zentraler-Massenspeicherung-sensibler-Gesundheitsdaten-4573692.html

Wie man Datenschutzabbau als Versorgungsinnovation framet

Wer braucht schon Datenschutz?

IceUrmel, Sonntag, 03.11.2019, 16:01 (vor 16 Tagen) @ Lisa

Vielen Dank für den Hinweis und das Verlinken, Lisa!

…Eine solche zentrale Datei eröffne "der Überwachung, der Kontrolle und der Sortierung von Menschen sowie der Diskriminierung bestimmter Risikogruppen Tür und Tor". Der politische und wirtschaftliche Missbrauch solcher Daten müsse immer befürchtet und mitbedacht werden…

Der Analyse ist wohl nichts hinzuzufügen.

Liebe Grüße

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Wer braucht schon Datenschutz? (dem Jens sein Datenschatz)

agno @, Sonntag, 03.11.2019, 16:12 (vor 16 Tagen) @ Lisa

Hi Lisa
Du sprichst über die großen Dilemma der aktuellen Tagespolitik.
Datenschutz versus Datennutzen und
den quirligen, in der Außenwirkung etwas verkrampften, Jens Spahn.

Google weiß wann wer aufs Klo geht und die Krankenkasse weiß nicht ob bzw wann ein Implantat Abstoßungen erzeugt.
Ist es Pessimismus zu vermuten dass das was ich als Gesundheitsschutz sehe, von diversen Firmen als potentieller Datenschatz den es zu fracken gilt, gesehen wird?

lG agno

--
Gschafft ist aber noch nix

Wer braucht schon Datenschutz? (dem Jens sein Datenschatz)

Lisa, Sonntag, 03.11.2019, 16:33 (vor 16 Tagen) @ agno

Google weiß wann wer aufs Klo geht und die Krankenkasse weiß nicht ob bzw wann ein Implantat Abstoßungen erzeugt.

Dafür müsste aber nur Name, Implantat und Datum der Implantation in das Register und nicht meine komplette Krankengeschichte. Wir wissen doch, dass solche Daten nicht geschützt werden können und ganz andere Begehrlichkeiten wecken können.

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Wer braucht schon Datenschutz? (dem Jens sein Datenschatz)

agno @, Sonntag, 03.11.2019, 16:48 (vor 16 Tagen) @ Lisa

Ich glaube dass wir Datenbeamte, die nur dem Bürgerwohl verpflichtet sind, brauchen.
Sonst kommt Europa unter die Räder der hemmungslosen Firmen ohne jede Grenzen.
Aber, *seufz*: Nix wird so gut wie es sein könnte...

lG agno

--
Gschafft ist aber noch nix

Wer braucht schon Datenschutz?

galadriel, Sonntag, 03.11.2019, 16:18 (vor 16 Tagen) @ Lisa

Herr Spahn, unser momentaner Gesundheitsminister, ist offensichtlich eine umtriebige Person wenn es um einen Feldzug gegen den Datenschutz geht.

Erst kam das Implantateregister in dem viele Daten gesammelt werden und es keine Möglichkeit zum Widerspruch gibt.

Neben Daten zur Identifizierung des Betroffenen werden folgende Daten verarbeitet: technische, zeitliche, organisatorische, klinische Daten zu den gesamten Versorgungsprozessen, insbesondere Anamnese, Befunde, Indikationen, Voroperationen, Größe, Gewicht des Patienten, Aufnahmedatum, Datum der Operation und Datum der Entlassung. Desweiteren technische, zeitliche, organisatorische, klinische und ergebnisbezogene Daten zur Nachsorge und Ergebnismessung.

https://www.heise.de/tp/features/Der-fleissige-Herr-Spahn-Mit-Vollgas-gegen-den-Datenschutz-4556149.html

Ich habe tatsächlich schon darüber nachgedacht mir mein Implantat entfernen zu lassen. Bei so vielen Daten ist es überhaupt kein Problem mehr den Patienten zu identifizieren, die Psyeudomynierung ist nur noch Augenwischerei.

Kaum hat er dieses Gesetz erfolgreich auf den Weg gebracht, soll es noch viel schlimmer kommen und alle Gesundheitsinformationen zentral und identifizierbar bei einer GKV Sammelstelle gespeichert werden. Na da kann ich mein Implantat auch behalten und mir noch einen Chip zur Ortung implantieren lassen.

Jetzt sollen durch das "Digitale-Versorgung-Gesetz" (DVG) nun aber in einem Forschungsdatenzentrum der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Gesundheitsinformationen über alle Versicherten gespeichert, ausgewertet und zahlreichen Nutzungsberechtigten zur Verfügung gestellt werden. Industrievertreter drängen hier sogar noch darauf, den Kreis der Zugriffsprivilegierten auszuweiten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Warnung-vor-zentraler-Massenspeicherung-sensibler-Gesundheitsdaten-4573692.html

Wie man Datenschutzabbau als Versorgungsinnovation framet


Tja Lisa,
ironisch lach - es wurden noch "ganz andere Sachen" implementiert
von unseren Politikern .......ist schon seit ca. 10 Jahren vielen
vielen Menschen bekannt....und belegbar... - irgendwann allen Menschen, dann ist eh zu spät....

"Kreis der Zugriffsberechtigten" - schicke Worte - Verknüpfungen zu....
Abrufe zu...., Gesetze mit Gegengesetzen dazu....- so ist besser!
alles schon lange bekannt!

Mund halten - weiter machen, alles toll finden und möglichst
unwissend sein (tun...) - das ist das Beste.

und sich die Konsequenzen und wahren Gründe dazu überlegen...
(was ziemlich einfach ist)


Datenschutz :kerze:
galadriel

Wer braucht schon Datenschutz?

galadriel, Sonntag, 03.11.2019, 22:41 (vor 16 Tagen) @ galadriel

https://dokustreams.de/der-aufstand-der-alten/

Es ist noch nicht geschehen - aber
so oder so oder so ähnlich....könnte es bald kommen...."

so endete der "Film".....in 2007- ZDF Monitor
Jahrgänge 1955-1970 mit
Teil 1
Teil 2
Teil 3

Wer braucht schon Datenschutz?

Lisa, Sonntag, 03.11.2019, 21:51 (vor 16 Tagen) @ Lisa

Die Liste derer, die unsere gesamte Gesundheitsdaten bekommen sollen ist schon ganz schön lang:

die für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen gebildeten maßgeblichen Spitzenorganisationen der Leistungserbringer auf Bundesebene, der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, die Bundes- und Landesverbände der Krankenkassen, die Krankenkassen, die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die Institutionen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und der Länder, die Institutionen der Gesundheitsversorgungsforschung, die Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sonstige Einrichtungen, die Daten zur unabhängigen wissenschaftlichen Forschung benötigen, der Gemeinsame Bundesausschuss, das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, das Institut des Bewertungsausschusses, die Beauftragte für Patientenbelange, maßgebliche Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen auf Bundesebene, das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, das Institut für das Entgeldsystem im Krankenhaus, die für die gesetzliche Krankenversicherung zuständigen obersten Bundes- und Landesbehörden sowie übrige oberste Bundesbehörden, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Bundespsychotherapeutenkammer sowie die Bundesapothekenkammer und schließlich die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Wie man Datenschutzabbau als Versorgungsinnovation framet Das Gesetz soll am 07. November beschlossen werden. Es bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll am 01. Januar 2020 in Kraft treten.


Was könnte man für wunderbare Dinge mit diesen Daten tun...

Die DMSG muss für ihr MS Register gar nicht mehr fragen und bekommt auch Daten von MSlern, die nur zum Hausarzt oder vielleicht noch zum niedergelassenen Neurologen gehen. Ist das nicht wunderbar!

Das alles um Apps auf Kassenkosten zu entwickeln. Was ich bisher an MS-Apps gesehen habe, bestand aus der täglichen Aufzeichnung des eigenen Zustands, teilweise konnte man sich Ziele setzen und wurde beim Erreichen virtuelle bejubelt. Ich finde das einfach nur grauenvoll, denn ich möchte meinen Verfall nicht jeden Tag dokumentieren (müssen).

Deine Physiotherapie, Hilfsmittel oder Medikamente gibt es natürlich nur noch, wenn du brav jeden Tag deine App mit den getätigten Schritten, deinem Befinden und den Fotos sämtlicher Mahlzeiten fütterst. Wehe du bist da nicht engagiert genug und quälst dich nicht über die maximale Gehstrecke oder hältst dich nicht an die gerade aktuelle Ernährungsvorgabe.

Natürlich kann man sich dann auch den Wohltaten der medikamentösen MS-Therapie nicht mehr entziehen. In den USA ist die Tablette mit Aripiprazol, die ihre Einnahme meldet, schon zugelassen. Bisher kann sie bei Schizophrenie, bipolaren Störungen oder begleitend bei einer schweren Depression verschrieben werden. Warum nicht in jedem Medikament einsetzen, es kommt doch viel zu häufig vor, dass der Patient nach dem lesen des Beipackzettels auf die Einnahme verzichtet und es dem Arzt auch noch verschweigt.

https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/abilify-mycite-tablette-meldet-wenn-sie-eingenommen-wurde-a-1178049.html

Wer braucht schon Datenschutz?

W.W. @, Montag, 04.11.2019, 08:42 (vor 15 Tagen) @ Lisa

Die Liste derer, die unsere gesamte Gesundheitsdaten bekommen sollen ist schon ganz schön lang:

die für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen gebildeten maßgeblichen Spitzenorganisationen der Leistungserbringer auf Bundesebene, der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, die Bundes- und Landesverbände der Krankenkassen, die Krankenkassen, die Kassenärztlichen Bundesvereinigungen und Kassenärztlichen Vereinigungen, die Institutionen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und der Länder, die Institutionen der Gesundheitsversorgungsforschung, die Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und sonstige Einrichtungen, die Daten zur unabhängigen wissenschaftlichen Forschung benötigen, der Gemeinsame Bundesausschuss, das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, das Institut des Bewertungsausschusses, die Beauftragte für Patientenbelange, maßgebliche Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Menschen auf Bundesebene, das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, das Institut für das Entgeldsystem im Krankenhaus, die für die gesetzliche Krankenversicherung zuständigen obersten Bundes- und Landesbehörden sowie übrige oberste Bundesbehörden, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Bundespsychotherapeutenkammer sowie die Bundesapothekenkammer und schließlich die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

War Jens Spahn in seinem früheren Leben Lobbyist? Oder ist das üble Nachrede?

W.W.

Wer braucht schon Datenschutz?

Faxe @, Montag, 04.11.2019, 12:06 (vor 15 Tagen) @ W.W.

In welchem Aufsichtsrat sitzt er nach seiner politischen Laufbahn?

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"Das ganze Leben ist eine Abfolge von Augenblicken. Wenn man den gegenwärtigen vollkommen begreift, bleibt nichts weiter zu tun." 山本常朝

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Wer braucht schon Datenschutz?

Wolkenblume @, Sonntag, 03.11.2019, 22:00 (vor 16 Tagen) @ Lisa

Herr Spahn, unser momentaner Gesundheitsminister, ist offensichtlich eine umtriebige Person wenn es um einen Feldzug gegen den Datenschutz geht.

Erst kam das Implantateregister in dem viele Daten gesammelt werden und es keine Möglichkeit zum Widerspruch gibt.

eh, ist das Implantatregister dasselbe, das sie für Organspenden einführen wollen....oder ist das schon eingeführt.....wo kann ich widersprechen ?

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Rassismus ist keine Meinung !

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