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Wie sich ein Leben mit Hochsensibilität anfühlt (Allgemeines)

naseweis ⌂ @, in meinem Paradies, Donnerstag, 05.09.2019, 18:38 (vor 78 Tagen)

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viele von uns kennen das ja eh.
Im SZ-Magazin ist ein gutes Interview dazu zu lesen

"Eine Betroffene erzählt: „Ich war ein implodierendes Chaos, das gar nicht wusste, wohin mit sich.“ "

https://www.jetzt.de/gesundheit/wie-sich-das-leben-mit-hochsensibilitaet-anfuehlt

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Disclaimer:
Ich sprech nur für mich, lass meine Gedanken raus, gebe keine Empfehlungen.
Jede(r) hat ihren/seinen eigenen Kopf, idealerweise zum DENKEN

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Wie sich ein "stilles" Leben anfühlt

Zoe @, tieef im Weeeeesten, Donnerstag, 05.09.2019, 19:38 (vor 78 Tagen) @ naseweis

Gerade habe ich zwei Bücher von Sylvia Löhken gelesen, die darin deutlich die Begriffe introvertiert, schüchtern und hochsensibel trennt (es mag in individuellen Menschen Schnittmengen geben - ich halte mich z. B. für sensibel und introvertiert, aber kaum für schüchtern)).

Interessant ist, dass sie darstellt, dass introvertierte Gehirne offenbar anders funktionieren als extrovertierte Gehirne. Dies zeige sich insbesondere darin, dass introvertierte Menschen ihre verbrauchte Energie nur durch Ruhe ( wie "Akku aufladen") zurückgewinnen. Extrovertierte Menschen brauchen dagegen im Wesentlichen Kontakte und Anregungen durch andere Menschen und gewinnen daraus neue Energie vgl. "Windmühlen erzeugen Energie") - ihre Gehirne verlangten nach dem Belohnungsbotenstoff Dopamin - die Introvertierten dagegen nach dem Neurotransmitter Acetylcholin.

Beide Bücher gibt es schon eine Weile (daher auch gut im Netz gebraucht zu erwerben, oder in Büchereien zu finden). Sylvia Löhken arbeitet als Coach und schreibt daher sehr anwendungsorientiert und verständlich, mit dem Schwerpunkt auf introvertierten Persönlichkeiten - ich werde die Buchtitel in die Bücherecke stellen. (Ihre sorgfältigen Literaturlisten im jeweiligen Anhang sind ebenfalls sehr interessant).

Zoe

Introvertierte schreiben gerne und pflegen häufig Netzaktivitäten (wie foren etc.) ---- schreibt Löhken :einhorn:

Wie sich ein "stilles" Leben anfühlt

Nalini @, Donnerstag, 05.09.2019, 21:50 (vor 78 Tagen) @ Zoe

Interessant ist, dass sie darstellt, dass introvertierte Gehirne offenbar anders funktionieren als extrovertierte Gehirne. Dies zeige sich insbesondere darin, dass introvertierte Menschen ihre verbrauchte Energie nur durch Ruhe ( wie "Akku aufladen") zurückgewinnen. Extrovertierte Menschen brauchen dagegen im Wesentlichen Kontakte und Anregungen durch andere Menschen und gewinnen daraus neue Energie vgl. "Windmühlen erzeugen Energie") - ihre Gehirne verlangten nach dem Belohnungsbotenstoff Dopamin - die Introvertierten dagegen nach dem Neurotransmitter Acetylcholin.

Hallo Zoe,

interessanter Aspekt!

Das könnte eine gute Erklärung dafür sein, warum manche in Beruf und Freizeit Termine und Verabredungen ohne Ende machen und sich dabei wohl und angeregt fühlen. Während anderen das alles viel zu viel wäre und als Stress ohne Ende empfunden würden.

Ich beobachte solche Unterschiede, die teilweise extrem sind, bei mir im Freundes- und Bekanntenkreis.

Und übrigens, deine zwei Buchempfehlungen werde ich mir ansehen.

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Wie sich ein "stilles" Leben anfühlt

Zoe @, tieef im Weeeeesten, Freitag, 06.09.2019, 14:53 (vor 77 Tagen) @ Nalini

Du hast die Themen der Bücher genau erfasst, Nalini.

Ich habe sie auch mit Blick auf viele mir bekannte menschliche Phänomene gelesen (Die Lektüre hat mit meine Herkunftsfamilie um einige weitere Aspekte "entschlüsselt" - Ich glaube z. B. mein Bruder gibt sich gerne "extrovertiert" und ist eigentlich viel introvertierter, als er zugeben würde... ;-) )

wichtige Kernthesen aus Sylvia Löhkens Büchern (vgl. Bücherecke:)

flowers Introvertierte Menschen verbrauchen in "Geselligkeit" ihre Energie (schneller) und regenerieren sich (ihr Gehirn) anders und langsamer als extrovertierte Menschen.

flowers Extrovertierte Personen brauchen viel Dopamin (-> Sympathicus) - Introvertierte benötigten dagegen Acetylcholin als Neurotransmitter (-> Parasympaticus)

flowers Die Reizübertragung in introvertierten Gehirnen lege weitere Wege zurück, dauere daher manchmal länger. (Anderer Blutfluss nachgewiesen: bei Introvertierten vorwiegend im Frontalhirn.)

flowers Sie bezieht sich auf medizinische Forschungen, die unterschiedliche Funktionsweisen von Gehirnen erforscht haben.

Wie sich ein "stilles" Leben anfühlt

Nalini @, Freitag, 06.09.2019, 16:23 (vor 77 Tagen) @ Zoe

Ich habe sie auch mit Blick auf viele mir bekannte menschliche Phänomene gelesen (Die Lektüre hat mit meine Herkunftsfamilie um einige weitere Aspekte "entschlüsselt" - Ich glaube z. B. mein Bruder gibt sich gerne "extrovertiert" und ist eigentlich viel introvertierter, als er zugeben würde...

In unserer materialistischen "Macher"-Gesellschaft ("geht nicht gibts nicht") gilt wohl die extrovertierte Persönlichkeit als erfolgreicher und erstrebenswerter.
Solch eine Wertvorstellung müssen wir uns aber nicht unbedingt zu eigen machen.
Wäre das nicht langweilig, überall nur der genormte, optimal extrovertierte Mensch?

Danke für den ersten Überblick über die Hauptthesen.
Ich habe gesehen, es gibt einige ihrer Bücher in unseren Stadtbibliotheken. Ich freue mich schon darauf.
Und gut, wenn es hilft, die Mitmenschen im Umfeld besser zu verstehen.

Und übrigens: Auch das gefällt mir an der virtuellen Forenwelt: Es gibt immer wieder interessante Literaturtipps flowers

Wie sich ein Leben mit Hochsensibilität anfühlt

Nalini @, Donnerstag, 05.09.2019, 21:45 (vor 78 Tagen) @ naseweis

Mir gefällt der Artikel sehr gut.

Das sind so die Beiträge, die für mich 'bunte Lichter' sind (bezogen auf meinen Beitrag im Thread von Stefan).

Ich erkenne mich in einigen der beschriebenen Merkmale im Text wieder.

Zum Beispiel die geringe Verträglichkeit von Stimulanzien wie Kaffee und Zigaretten. Während früher Freunde und Bekannte von mir locker zwei Tassen Kaffee und einige Zigaretten dazu konsumieren konnten, sind meine Nerven bei dieser Menge schon längst ins Flattern geraten. Ich vertrug das einfach nicht.

Oder auch die fehlende Neigung, mitten in der Großstadt leben zu wollen. Schon damals, in sehr jungen Jahren, habe ich gemerkt, dass ich zwar gerne in der Großstadt bin und die Anregung genieße. Aber irgendwann immer auch erleichtert war, dort wieder herauszukommen: die vielen Häuser, wenig Grün, die vielen Menschen, der Trubel, der ständige Lärm und Soundpegel ... Das wäre mir rund-um-die-Uhr einfach zu viel. Während Freunde und Bekannte von mir mitten in der Großstadt lebten und leben, in turbulenten Vierteln, teilweise an viel befahrenen Straßen, und dort glücklich sind. Nix für mich.

Schön der Schlusssatz des Artikels:

★ Wir sollten unser Leben danach ausrichten, was wir brauchen und was uns gut tut, und nicht nach dem, was man nach gesellschaftlichem Standard tun sollte ★

Und übrigens: Interessant, dass viele Foristen hier beim HSP-Test hohe Punkte erzielten.
Also doch Überlastungs- und Stressthese? :-P ;-)

Wie sich ein Leben mit Hochsensibilität anfühlt

W.W. @, Freitag, 06.09.2019, 08:59 (vor 77 Tagen) @ Nalini

Und übrigens: Interessant, dass viele Foristen hier beim HSP-Test hohe Punkte erzielten.
Also doch Überlastungs- und Stressthese? :-P ;-)

Ich weiß, dass es mir oft übelgenommen wird, und gerade Boggy gute Gründe hat, meine Einschätzung in Zweifel zu ziehen (d.h. er irrt sich nicht, sondern hat gute Gründe!), aber ich bin sicher, wenn man erkennen könnte, wer sensibel oder hochsensibel ist und wer weniger sensibel, und man würde grob zwei Gruppen bilden, wie man es früher machte, wenn man gegeneinander Fußball spielen wollte, dann bin ich sicher, dass sich die MS-Leute auf der sensiblen Seite befinden würden.

Ich meine damit nicht die Mimosen und Lebensuntüchtigen hie und die Starken und Robusten dort, sondern eine verstecktere Eigenschaft; so versteckt, dass sie vermutlich statistisch nicht zu fassen ist. Weil man mimosenhaft und sehr stark sein kann, z.B. Gandhi oder Goethe, vielleicht sogar Homer, Platon, Michelangelo und Nietzsche, und grob und brutal und sehr schwach. In dieser Zeit fallen mir natürlich Trump und Boris Johnson ein.

W.W.

PS: Das ist jetzt nicht für Nalini und gegen Boggy geschrieben, sondern ich will eher etwas zum Ausdruck bringen, was sich statistisch nicht fassen lässt und darum wissenschaftlich unbrauchbar ist. Und auch wenn Stefan tausendmal ein Poker-Crack ist, ist er doch sensibel. Vielleicht macht ihn das geradezu zum besonders begabten Pokerspieler: seine Sensibilität.

Sensibilität kann also stark und schwach machen: zum schillernden Star und zu jemanden, der im Suff landet.

Wie sich ein Leben mit Hochsensibilität anfühlt

Nalini @, Freitag, 06.09.2019, 11:19 (vor 77 Tagen) @ W.W.

Ich weiß, dass es mir oft übelgenommen wird, und gerade Boggy gute Gründe hat, meine Einschätzung in Zweifel zu ziehen (d.h. er irrt sich nicht, sondern hat gute Gründe!), aber ich bin sicher, wenn man erkennen könnte, wer sensibel oder hochsensibel ist und wer weniger sensibel, und man würde grob zwei Gruppen bilden, wie man es früher machte, wenn man gegeneinander Fußball spielen wollte, dann bin ich sicher, dass sich die MS-Leute auf der sensiblen Seite befinden würden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es so ist.
Wahrscheinlich nicht im Sinn einer hundertprozentigen Trefferquote, sondern im Sinn einer Tendenz.

Ich weiß, ich wiederhole mich, deswegen nur ganz kurz.
Die Basis für meine Überzeugung bilden die Menschen-Typologien aus dem Ayurveda und auch der TCM. Da gibt es bestimmte physisch-psychische Konstitutionstypen. Und interessanterweise neigen genau solche Typen mit einer höheren Sensibilität in ihrem Wesen auch eher als andere Typen zu Erkrankungen des Nervensystems.

Finde ich spannend. Wissen aus jahrtausendenalten Medizinsystemen :-)

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